3. Klimamodellauswertungen im Binnenbereich 23
Als Antrieb dient das gekoppelte Globalmodell MIROC5 (Model for Interdisciplinary Research on Climate).
Mit Hilfe eines Zweifach-Nestings (von 150 km MIROC5 auf 12 km und von 12 km auf 2,8 km) wird somit
ein hochaufgelöster Klimaprojektionslauf für Deutschland und angrenzende Flusseinzugsgebiete (COSMO-
DE-plus, siehe Abbildung 3-5) zur Verfügung gestellt.
Die verfügbare zeitliche Frequenz der Ausgabe beträgt 1 Stunde. Damit werden insbesondere die Variablen
Temperatur, Niederschlag, Feuchte, Wind (Geschwindigkeit und Richtung), Windböen sowie Luftdruck
und Globalstrahlung ausgegeben. Die Qualität und Weiterverwendbarkeit der Stundenwerte des Windes
kann jedoch nicht ohne weiteres geprüft werden, da hierfür nicht die entsprechenden Beobachtungsdaten
vorliegen.
Da sich aus einem einzelnen Modelllauf noch keine robusten Änderungssignale des zukünftigen Klimas
ableiten lassen, wurden im Rahmen des EURO-CORDEX-Projektes mehrere Modelle (global und regional)
verwendet, wie bereits in Abschnitt 3.3.1 dargelegt. Auch auf lokaler Ebene sind robuste Änderungssignale
gefragt. Jedoch kann aus Zeit- und Kostengründen nicht von jedem Ensemblemember mit Hilfe von dyna-
mischem Downscaling ein hochaufgelöster Modelllauf generiert werden. Eine andere Herangehensweise ist
daher das statistische Downscaling. Dieses beinhaltet die Entwicklung einer empirischen Beziehung zwi-
schen einem historischen großräumigen Atmosphärenzustand (z. B. Zirkulation) und lokalen Klimabedin-
gungen. Damit können zukünftige großräumige Bedingungen, dargestellt von einem GCM (predictor), für die
Projektion auf das zukünftige lokale Klima (predictand) verwendet werden (Trzaska und Schnarr 2014).
Abbildung 3-5: COSMO-DE-plus Modellgebiet.
Im BMVI-Expertennetzwerk wird ein Ansatz verfolgt, der die Vorteile beider Verfahren nutzt: zunächst
wird mit Hilfe des dynamischen Downscalings ein Globalmodell auf 2,8 km verfeinert und anschließend
mit statistischem Downscaling die Verfeinerung auch für die anderen Globalmodelle durchgeführt. Somit
hat man die ganze Bandbreite der möglichen Klimaänderungssignale auch auf lokaler Ebene mit 2,8 km
Gitterweite verfügbar. Für das statistische Downscaling wird das in Abschnitt 3.3.3 beschriebene Verfahren
verwendet.