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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1908.
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Die Witterungsverhältnisse im Monat Oktober gestalteten sich abnorm, da
— infolge einer seltenen Konstanz der Luftdruckverteilung — bei weit zu hohem
durchschnittlichen Barometerstande die Himmelsbedeckung von sehr geringem Grade
und die Trockenheit eine ganz außerordentlich große war. Borkum x, B. hatte statt
der normalen Niederschlagsmenge von 86 mm nur 3, Swinemünde statt 61 nur 4,
Memel statt 81 nur 19 mm, Am größten ist die Differenz in Keitum, wo statt 104 nur
4 mm Niederschlag gemessen wurden, Die Temperaturverhältnisse waren im Mittel
nahezu normal; dagegen traten der ruhigen Wetterlage entsprechend nur gelten
steife und stürmische Winde auf, nämlich am 5, an der östlichen Ostseeküste aus
nordwestlichen Kichtungen und am 19. sowie 20, vereinzelt an der Nordsee- und
westlichen Ostsecküste meist aus Südost. Die vorherrschende Windrichtung war
die südöstliche, Nebel trat ziemlich häufig auf, namentlich gegen Mitte des Monats,
Das deutsche Küstengebiet befand sich mit Ausnahme des 5, sowie der
Tage vom 22, bis 28, Oktober andauernd im Bereich von Hochdruckgebieten,
Am 1. des Monats lag der Kern des hohen Druckes über Zentraleuropa, wo er
bis zum 3. ohne wesentliche Änderung an Höhe und Umfang verharrte, Das
Wetter war demgemäß ruhig, meist heiter, mild und trocken. Am 4. änderte
sich die Lage vorübergehend insofern, als von Nordskandinavien her ein Minimum
südostwärts zog und das Hochdruckgebiet westwärts drängte, Sein Kern ver-
lagerte sich dadurch nach Frankreich und stellte sich am nächsten Tage über
der Nordsee ein, während das genannte Minimum nach. Westrußland vorgerückt
war. Es hatte an der ganzen Küste Auffrischen, an der ostdeutschen Küste aber
am 5, starkes Auffrischen der Winde aus Nordwest, teilweise bis zur Stärke 10
der Beaufortskala im Gefolge, Das Tiefdruckgebiet entfernte sich jedoch schnell
nach Osten, und das Hochdruckgebiet verlagerte sich mit seinem Kern wieder
nach dem Kontinent, wo er zunächst bis zum 14. Oktober mit einigen geringen
Ortsveränderungen legen blieb und langsam ostwärts weiterzog, Während dieser
Zeit herrschte wieder meist rühiges, ziemlich mildes, trockenes und vielfach
heiteres Wetter, Häufig stellte sich Nebel ein, namentlich vom 10. ab. Am 15,
zerfiel das Hochdruckgebiet in mehrere Teile; ein Zentrum bildete sich über
Skandinavien aus, Dieses gewann für vie Witterung in Europa im den nächsten
Tagen Bedeutung, da es an Höhe stark zunahm, sich allmählich südostwärts ver-
lagerte und bis zum 28. über Osteuropa liegen blieb, Es verursachte vom 18.
ab insofern eine wesentliche Veränderung in der Witterung, als nunmehr bei
einer lebhafteren Ostströmung starke Abkühlung herbeigeführt wurde. Vielfach
trat Frost ein, namentlich im Osten, Vom 21. ab stellten sich auch Trübung
und leichte Niederschläge ein, da Ausläufer einer über dem Mittelmeer gelegenen
Depression auf ihrem ost-westlichen. Zuge das deutsche Küstengebiet berührten.
Erwärmung trat jedoch erst wieder am 22, im Westen bei Ostseewinden und am
25. auch im Osten ein, als lebhaftere Südostwinde warme Luft vom Süden herbei-
führten, Vom 26, ab leßen jedoch die Niederschläge wieder nach, da sich das
Hochdruckgebiet ostwärts ausbreitete, so daß die Bewölkung abnahm. Es nahm
Allmählich an Höhe ab und brachte über dem Alpengebiet ein sekundäres Maximum
zur Entwickelung, Dieses blieb bis zum Schluß des Monats fast unverändert legen.
Zugleich stellte sich über Skandinavien ein neues Hochdruckgebiet ein, so daß am
Schluß des Monats wieder fast ganz Europa von hohem Druck bedeckt war.
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