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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

Neuere Veröffentlichungen, 
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Da es hier nicht möglich ist, auf jede der einzelnen inhaltreichen Abhandlungen einzugehen, 
welche zum Teil auch rein praktische Fragen behaudeln, so seien nur kurz die Ergebnisse der Unter- 
suchungen von Keller und Fischer mitgeteilt. | . 
Kellers Arbeit »Niederschlag, Abfluß und Verdunstung« behandelt die Beziehungen, welche 
im ‚Jahresmittel zwischen diesen Faktoren in den einzelnen Peulkzebinren des Flachlandes, Gebires- 
landes und Hochgebirges hestehen, Unter kritischer Berücksichtigung der sich mit dem wleichen 
Problem beschäftigenden Arbeiten von Penek, Ule, Schreiber, N CE, Brückner usw. zo unter 
Zugründelegung der Tatsache, daß im Jahresmittel (die Xieterschlagshöhbe der Summe der Meereazufuhr 
üm Jangjährigen Mittel gleich dem Abfluß zu setzen) und «ler Landverdunstung {Differenz zwischen 
Niederschlägssumme und Abfluß) entspricht, entwickelt der Verfasser die im Durchschnitteverhalten 
ür die mitteleuropäischen Flußgebiete gültigen Abfinßgesetze, Die gegebenen Formeln und graphischen 
Dasstellungen gestatten, ohne Anspruch auf mathematische Gevauigkeit zu machen, die einer bekannten 
Niederschlausgröße «urchschnittlich entsprechende Abflußgröße zı ermitteln, and geben die Grenzen 
an, bis zu welchen sich die Abweichungen der Sondergebiete bewegen können, Von den allgemeinere 
Bedeutung habenden Schlußfolgerungen, zu denen der Verfasser gelangt, seien nur die folgenden hier 
Aannt: Mit der warhsenden Mecreszufuhr aimmt die Niclerschlurshöhe in großem, die Verdunstung 
.n. geringem Maße zu, der mit wachsender Nicderschlagshöhe findet eine starke Zanahme des Ahflusses 
and eine geringe Zunahme der Verdunstung statt. Beim Durchschnittsverhalten der mittelenropfischen 
AMtromgebiete jet ein mittlerer Jahremiederschlag von 916 mm zu gleichen Teilen aus Mecreszufuhr und 
Landverdunstung zusammengesetzt. Bei Gebieten mit kleinerer Nieclerschlagshöhe vergrößert sich der 
Anteil der Landverdunstung mit abnehmender Niederschlasshöhe msch und ebenso wächst bei Gebieten 
mit größerer Nioderschlagshöhe rasch der Anteil der Mecreszufuhr mit zunehmendem Niederschlag. 
Zu ersteren Gebieten gehören namentlich die (Gebiete des Flachlandes, zu letzteren die Hochgebiete des 
Gebirgslandes und die Alpenflußzebiete. — Hingewiesen sei besonders noch auf die Ableitung der 
jahreszeitlichen Unterschiede in den Beziehungen der einzelnen Faktoren, 
Die Abhandlung von K. Fischer über die Sommerhachwasser der Oder yon 1813 bie 1003 
ist zum größten Teile dem Stadium des Verlaufe der Hochwasser von Juni/Juli 1902 und Job 1908, 
er diese verursachenden Niederschläge und ihrer Abflußmengen gewidmet, Der erste allgemeine Ab- 
schnitt, welcher die Gesamtheit der Hochwasser van 1813 bis 1907 bebandelt, enthält einige Ergebnisse. 
welche weitergchendes Interesse beanspruchen. 
. Die Hochwasser des erwähnten, 90 Jahre umfassenden Zeitraumes lassen sich in drei Gruppen 
zliedern: 1813 bis 1855, 1856 bis 1879 und 1880 his 1903, Die mittlere Gruppe 1856 bis 1879 scheidet 
äch merklich von den anderen Grnppen, da während dieses Zeitraumes kein bedeutenderes Hoch- 
wasser im Odergebiet aufgetreten ist. Daß dieses auf die Niederschlazsverhältnisse des betreffenden 
Zeitraumes mn der Hauptsache zariickzuführei ist, zeigen die Verhältnisse in den benachbarten Gebieten 
der Elbe und Weichsel an, welche in diesen Jahren gleichfalls weniger Hochwasser aufweisen. Weiterhin 
läßt aber die Betrachtung der ersten Gruppe (1813 bis 1855} und der letzten Gruppe (1850 bis 1903) 
erkennen, daß eine Zunahme der Hochwasser in letzterem Zeitraum durch Veränderungen am Strom oder an 
den allgemeinen Abflußverbältnissen im Stromgebiet erfolgt ist. Einerseits ist die Häufigkeit der Hoch- 
wasser vor 1855 etwa halb s6 proß wie nach 1880, anderseits sind bei den lTeizteren Hochfluten die 
Entstehungsgebiete von geringerer Ausdehnung wie «Biejenigen von vor 1855, 86 daß, falls die Ent- 
stehungsgebiete der Hochwasser in Zukunft wieder eine größere Ausdehnung annehmen sollten. die 
seit 1880 beobachteten Hochfluten mm Stärke noch überhoten werden könnten. 
Den Zusammenhang der Hochwasserhitufigkeit mit Witterungsvorgängen zeigen in erster Linie 
die Untersuchungen Kremsers über die Schwankungen der Lufttemperatur in Norddeutschland; aus 
Jiesen geht hervor, da@ die Lufttemperatur In Ostdentschlam von der Mitte der 50er bis zur Mitte 
der 70er Jahre vorwiegend unter dem langjährigen Mittelwert Jay, daß also zu der Zeit geringer Hoch- 
rasserhäufigkeit in Ostdeutschland die Temperatur negative Abweichung vom Mittelwert zeigte, während 
Westdeutschland zu dieser Zeit positive Aknlehnas harte, die Temperaturdifferenz zwischen Westen 
und Osten also verstärkt war. Kine Zusammenstellung Fischers über die Abweichung vom normalen 
Temperaturunterschied zwischen Westen und Osten ergibt, daß diese durchwerz über der Normalen von 
der Mitte der fünfziger Jahre bis 1880 liegt und von 1881 an dauernd unter der Normalen sich be- 
Ändet, Auch zeigen die Hochwassererscheinngen, wie schon Kassner nachgewiesen Bat, einen gewissen 
Zusammenhang mit den Maxima und Minina der Sonnenfleckenhäufigkeit, jedoch ist dieser vorläufie 
noch nicht «urchrängig nachzuweisen. 
Bezüglich der weiteren, meist auf die Abwehr der Hochwasser hinzielenden Untersuchungen 
des Verfassers sei auf die Arbeit selbet. verwiesen. WW. Brennecke. 
B. Neueste Erscheinungen im Bereich der Seefahrt- und der Meereskunde 
sowie auf verwandten Gebieten. 
a. Werke, 
Witterungskunde. 
Hann, Ja Zur Meteorologie der Adria. 8%. 368, Wien 1008, A. Hölder. 30H 
Meeres- und Gewässerkunde. 
Hochkwasser-Meideordnung fd. Oder tw. ihre Nebenflüsse, 2. vollständ. umgearb. Ausgabe. 
: V, Nachtrag, 8°, 168. Breslau 1908, W, GG, Korn. 025.06 
Defant, A: Über die stehenden 2 A ra (Seiches) in Riva am Gardasee. 
, 48, m. 7 Fig. Wien 1908, A. Hölder, 985 dr
	        
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