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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

Schiötz, 0. E.: Bemerkungen zu dem Aufsatze von V. W. Ekman usw. 551 
wird jedoch die Kraft als konstant in Größe und Richtung, unabhängig von der 
Zeit, angenommen, das heißt, die Kraft wird implicite der Windstärke proportional 
gesetzt. Da ich die vollständige Differentialgleichung zuerst behandle, habe ich 
dieses Verhältnis übersehen, Ich habe mich auch dadurch irre leiten lassen, daß 
die Ablenkung der Strömung von der Windrichtung ganz allgemein 45° wird, 
wenn die Kraft der Windstärke proportional ist; dies habe ich daher auch da 
angenommen, wo ich die Ablenkung der Strömung erwähne.!) 
Die letzte Hälfte des Artikels von Ekman enthält eine Kritik von meiner 
Arbeit, Er erwähnt zuerst die Lösungen, die ich für den Fall gegeben habe, daß 
das Meer als bodenlos betrachtet wird. Er meint, daß diese unbrauchbar sind, 
da sie keinem wirklichen Fall entsprechen, und ergeben werden, daß das Meer 
zuletzt in derselben Richtung und mit derselben Geschwindigkeit wie der Wind 
strömen wird, Ich kann natürlich zugeben, daß die gefundenen Lösungen keinem 
wirklichen Fall entsprechen, indem sie nur als Grenzfälle zu betrachten sind. 
Diese haben indessen ihre Berechtigung darin, daß man sie vollständiger lösen 
kann. Außerdem werden diese Lösungen eine Andeutung geben, wie es sich 
verhalten wird, wenn die Tiefe endlich ist, und folglich Reibung an dem Boden 
auftritt; da die Reibung klein ist, kann man nämlich nicht annehmen, daß diese 
die Verhältnisse im großen und ganzen in bedeutendem Grade ändern kann. 
Hiervon mache ich auch Anwendung bei der Behandlung des Falles, daß die 
Tiefe des Meeres endlich ist. Um die Rechnung zu vereinfachen, setze ich daher 
für den Druckgradienten den Wert, der unter der Annahme, daß die Tiefe un- 
begrenzt war, gefunden wurde; eine Voraussetzung, welche, wie die Gleichungen 
für die Konstanten zeigen, nahe richtig sein muß, In betreff dieses Falles macht 
Ekman darauf aufmerksam, daß meine Annahme nicht zureichend ist; das 
Wasser in der Bodenschicht wird nämlich überwiegend nach der einen Seite 
abgelenkt, und zwar so, daß die vorausgesetzte Neigung der Meeresoberfläche 
vermindert werden muß, weshalb die gefundene Bewegung nicht stationär sein 
kann, Wie man finden wird, siehe meine Abhandlung Seite 444, ergibt die letzte 
Formel, daß die tiefsten Schichten in der von Ekman angegebenen Richtung 
abgelenkt werden; dies gilt aber nur für eine ganz dünne Schicht gleich am 
Boden, wo die Geschwindigkeit am kleinsten ist, und gerade darüber kommt 
eine gleich hohe Schicht, wo das Wasser, obgleich weniger, nach der anderen 
Seite abgelenkt wird. Wie oben schon angedeutet, ist doch der angenommene 
Druckgradient nicht ganz genau; mit einem genaueren Wert zweifle ich nicht, 
Aaß man eine Lösung bekommen wird, welche alle nötigen Bedingungen einer 
stationären Bewegung befriedigen wird. Die von Ekman erhobenen Einwände 
scheinen mir daher nicht hinreichend zu sein, um das Resultat meiner Abhandlung 
widerlegen zu können, 
1) In meiner obenerwähnten. Abhandlung, »Ann, d. Hydr. asw.« 1908, sollen daher auf S. 442 
folgende Änderungen gemacht werden: Im letzten Absatz dieser Seite soll in der 11. und 10. Zeile von 
anten »jedoch usw. nämlich« gestrichen werden, in der 7. Zeile von unten soll nach »Anderung« ein- 
zeschoben werden „dieses Winkels«, in der 6, Zeile von unten soll gestrichen werden »außerdem«, 
Zwischen die 7, und 6. Zeile von unten der Satz eingeschoben werden Der Winkel zwischen. der Strom- 
N and der Windrichtung, relativ zum Strom, ist dagegen, wie Ekmayu gezeigt hat, konstant 
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