550 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1908,
lie Windverhältnisse meist durch die Lage der skandinavischen Depression, Liegt
diese hoch im Norden der Halbinsel, so haben wir vorherrschend Südwestwinde
mit hohem Wasserstande, befindet sie sich südlicher oder westlicher, so herrschen
Süd- oder Südostwinde mit niedrigem Wasserstande vor.
Zusammenfassung: Die jährliche Schwankung des Wasserstandes des
Bottnischeh Meerbusens ist verursacht durch die Windverhältnisse und die Süß-
wasserzufuhr, welche beide von annähernd der gleichen Größenordnung sind wie
lie Schwankungen des Wasserstandes. Es ist nicht notwendig, Schwellungen
aus entfernten Teilen des Weltmeeres zur Erklärung der Verhältnisse in der
Ostsee heranzuziehen, denn der allgemeine Charakter des Ganges der Wasser-
standsschwankungen kann durch die meteorologischen Faktoren, Wind und
Niederschlag, sowohl in Einzeljahren wie in längeren Zeiträumen erklärt werden;
sine Einwirkung der angrenzenden Gebiete ist aber erkennbar.
Bemerkungen zu dem Aufsatze von V. W. Ekman: „Zur Frage von der
Ablenkung der Triftströmungen‘‘.)
Von 0. E. Schiötz.
Der obenstehende Aufsatz von Herrn Ekman, worin er meine Abhandlung
;m Oktoberheft dieser Zeitschrift?) erwähnt, veranlaßt mich, folgendes zu be-
merken: Herr Ekman beschwert sich darüber, daß ich seine Arbeiten nicht
vollständig zitiert habe, indem er meint, daß diese schon die Lösungen der Auf-
zabe, welche ich zu behandeln versucht habe, enthält. In diesen Arbeiten,
welche ich auch zitiert habe, betrachtet Ekman zuerst »die Strömungen, die
von dem Winde und der Erdrotation allein erregt werden«; dies ist auch
Gegenstand meiner Abhandlung. Ekıman untersucht in diesem Abschnitt allein
die Bewegungen, welche durch die direkte Wirkung des Windes und der Erd-
votation bedingt werden, indem er ausdrücklich nicht berücksichtigt die Wirkungen,
welche hervorgebracht werden könnten durch die Änderungen, die wegen der
Bewegung die Grenzen des Windstromes und des Meeres entlang auftreten
können, Die Bewegung, welche das Wasser unter diesen Bedingungen erhält,
wird dieselbe wie die, welche auftreten würde, wenn der betrachtete Ort sich
sehr weit von den Grenzen des Windstromes und des Wassers befände; dies sagt
auch Ekman. Ich habe mir daher erlaubt, diese Untersuchungen von Ekman
dadurch zu charakterisieren, daß in diesen der Windstrom und das Meer als
anbegrenzt betrachtet wird. Im Gegensatz dazu untersuche ich den Fall, daß
jer Windstrom eine beschränkte Breite hat, übrigens aber unbegrenzt. Ich
suche dann aus den Bewegungsgleichungen abzuleiten, daß ein Druckgradient
auftreten muß, und zeige, daß ein solcher, quer zu dem Windstrom wirkend,
den betrachteten Fall befriedigen wird; endlich leite ich den Wert her, dem der
Druckgradient bei stationärem Zustand sich nähert. Soweit ich verstehe, hat
Ekman einen solchen Fall nicht behandelt; dagegen hat er außer dem oben-
arwähnten Abschnitt in seinen Arbeiten andere wertvolle Beiträge zur Er-
jeuchtung der Meeressträmungen geliefert; so auch die Bewegung untersucht,
welche durch den Einfluß eines gegebenen Druckgradienten hervorgebracht wird,
wenn man auch die Erdrotation berücksichtigt,
Ekman beschwert sich außerdem darüber, daß ich angegeben habe, daß er
die Kraft, womit der Wind das Wasser fortzuschleppen sucht, der Windstärke
proportional setzt, Damit verhält es sich so. Wo es der stationären Bewegung gilt,
wird die Treibkraft der Windgeschwindigkeit relativ zum Strom proportional gesetzt;
in der von Fredholm gegebenen Lösung der vollständigen Differentialgleichung
» »Ann, d. Hydr. usw.« 1908, S. 481.
Y Bemerkungen über die durch den Wind erzeugten Mecresströmungen, » Ann, d, Hydr. usw.«
1908 8. 429.