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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

Brennecke, W.: Rolf Witting: Beiträge zur Hydrogruphie des Bottnischen Meerbusene. 547 
1904 
N 
Bottensee 
Bottenwiek 
Bottn, Meerhusen 
350 250 250 
350 | 250: 200 
700 | 00. 450 
750 165011250 900 700: 450 400 350 
900 | 2450 | 1750 | 1000, 1050 ; 850 700, 350 
1650 4150 | 2000 | 1900 ! 1700 ; 1200 1 1150 | 950 
300 7650 
450 ] 10550 
30 | 38 200 
Bortensee 300 | 250 | 300 600! 1700: 1100; 830 | 1100 | 850; 800; 650| 600! 9050 
Bottenwiek 300 | 350 | 200 | 900 3200 | 1250 | 950 | 1050 | 1200 | 650 600; 450 11000 
Bottn. Mecrbusen | 650 | 500 | 500 15004830 2350 1800 2100 ! 2050 1430 | 1250 1050 20050 
1905 
Ich habe hier nur die letzten Ergebnisse angeführt, wie und mit welchem 
Arbeitsaufwand sie gewonnen sind, kann nur ein Einblick in die Untersuchung 
selbst lehren; wenn die Mengen aus oben angeführten Gründen in einzelnen 
Fällen nicht ganz exakt sind, so ist dabei zu berücksichtigen, daß sie dem Ver- 
fasser nur zu einer quantitativen Beurteilung der primären Ursache der Wasser- 
bewegungen des Bottnischen Meerbusens dienen sollen. 
Von großem Interesse sind die Berechnungen Wittings, um einen Ein- 
blick in die Süßwasserzufuhr über der Oberfläche des Bottnischen Meerbusens 
selbst zu gewinnen, also die Bilanz zwischen dem auf ‘die Meeresoberfläche 
fallenden Niederschlag und ihrer Verdunstung zu ziehen. Der Niederschlag 
wird nach den Messungen der Küstenstationen und Feuertürme ermittelt; er ist 
hiernach auf dem Meer fast durchgehends geringer wie auf dem Land, was zum 
Teil wohl dem Umstand zugeschrieben werden kann, daß das vom Meer ver- 
dunstete Wasser mit den Seewinden landeinwärts geführt wird. 
Sehr schwierig ist es, einen Überblick über die Größe der Verdunstung 
und ihren jährlichen Gang zu gewinnen, Witting bedient sich der Daltonschen 
Formel V=k(1+«aU rw (6; — 6), wo V die Wassermenge, die in der Zeit- 
einheit verdampft, e, den Dampfdruck für die Temperatur, welche die ver- 
dampfende Flüssigkeit besitzt, e den Dampfdruck in der Atmosphäre, w die Wind- 
geschwindigkeit, t die Lufttemperatur, a = */., und k eine Konstante bedeutet. 
Da der Salzgehalt der untersuchten Fläche im Maximum nur 6 %9 beträgt, SO 
kann die Verminderung der Verdunstung durch diesen Faktor vernachlässigt 
werden, Die einzelnen Glieder der Formel können aus Beobachtungen als Monats- 
mittel mit ziemlicher Genauigkeit berechnet werden, während zu der Ermittlung 
der Größe der Konstanten k die Unterlagen fehlen. Aus den vergleichenden 
Verdunstungsmessungen, welche 1880 bis 1882 von Mai bis September in 
Pawlowsk einerseits durch direkte Messung vermittels eines in einen Teich ein- 
gesenkten Verdunstungsmessers andererseits mittels Atmometer gewonnen sind, 
berechnet Witting die Konstanten für die Gleichungen WW V = ß (e,-— e) und 
DV =k(1-+ at) Yw (ce, -—e) mit den Monatsmitteln der Variabeln. Da die für 
die Konstanten in den drei Jahren erhaltenen Werte gut übereinstimmen, so 
ergibt sich eine Verwendbarkeit beider Formeln zur Darstellung des Ver- 
dunstungsganges unter Benutzung von Monatsmitteln. 
Mit Einführung dieser für Pawlowsk gefundenen Konstanten und Be- 
nutzung der Monatsmittel der Variabeln für den Bottnischen Meerbusen werden 
nun Verdunstungsmengen nach Formel (a) und (b) für den Bottnischen Busen 
berechnet, Diese Mengen sind aber, wie Witting betont, nur Minimalwerte, da 
die Wellenbewegung die Verdunstung erhöht, auch der Wind nicht genügend in 
Rechnung gezogen ist. Nach den so gefundenen Werten und den aus Abfluß 
und Niederschlag auf dem Landgebiet erhaltenen Werten gelangt Witting zu 
einer Schätzung der Verdunstung auf rund 200 mm für den Bottnischen Meer- 
busen im Jahr. Diese 200 mm werden nun entsprechend den für die einzelnen 
Monate berechneten Werten des Gliedes: (1 + at) (eg — e) Yır verteilt; es er- 
geben sich dann folgende Größen für den jährlichen Ganz der Verdunstung:
	        
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