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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

5492 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1908, 
Genauigkeit des Beobachtungsmaterials, wird dieses in eine für die Unter- 
suchungen brauchbare Form gebracht, und seine Eigenheiten werden diskutiert, 
Im allgemeinen beschränkt sich Witting auf die Jahre 1904 und 1905 sowie 
auf das Gebiet des Bottnischen Meerbusens, geht jedoch zuweilen auch auf 
längere Reihen und auf die angrenzenden Gebiete über, 
Der Verfasser hat eine erstaunliche Literatur zu diesen Untersuchungen 
herangezogen und mit großer Sorgfalt aus dem oft heterogenen Material exakte 
Werte zu gewinnen versucht, hierbei häufig mit vielem Arbeitsaufwand die ver- 
schiedensten Wege einschlagend und mehrere Methoden versuchend, um zu 
sicheren Ergebnissen zu kommen, Vorarbeiten für das zu untersuchende Gebiet 
tagen nur selten vor. Die Ergebnisse sind meist graphisch dargestellt; der 
Umfang der Tafeln hat leider zuweilen einen zu kleinen Maßstab veranlaßt, so 
daß eine Orientierung erschwert ist; namentlich die Ermittlung einzelner Stationen 
ist häufig schwierig, jedoch ist die Verkleinerung wohl auf die zur Veröffent- 
lichung zur Verfügung stehenden Mittel zurückzuführen. 
Auf die Darlegung der einzelnen Untersuchungsmethoden habe ich weniger 
eingehen können und muß in dieser Beziehung auf die betreffenden Kapitel des 
Werkes selbst verweisen; einige Methoden werden mit vielem Nutzen auch zu 
späteren Untersuchungen angewandt werden können, Aus der Fülle des Ge- 
botenen wurden die Hauptpunkte der Arbeit kurz wiederzugeben versucht, 
I. Die Größen- und Tiefenverhältnisse, 
Über die Größen- und Tiefenverhältnisse des Bottnischen Meerbusens hat 
Witting schon in dieser Zeitschrift’) eine allgemeine Übersicht gegeben, welcher 
auch eine Tiefenkarte beigefügt ist, so daß hierauf verwiesen werden kann. 
Neu berechnet worden sind die Werte für die mittlere Tiefe, das Areal 
und Volumen der einzelnen Gebiete des Bottnischen Busens nach der von 
Peschel, Krümmel u, a. schon angewandten »Feldermethode«,?) Hierzu wurden 
die deutschen Admiralitätskarten Nr. 80 und 81 benutzt, welche in Felder von 
1° in der Breite und !/,° in der Länge zerlegt wurden; auf Grund der Lotungen 
und des Verlaufs der Isobathen wurde alsdann die Mitteltiefe der einzelnen 
Felder geschätzt und Areal und Volumen berechnet, Die erhaltenen Werte sind 
folgende: 
Areal 
ın akm 
Volumen 
in ckm 
Mitteltiefe 
in a 
Die Bottenwiek. . oo. 0. + 37 000 41.6 
Die Bottensec , . 2 0x 4 66 600 69,0 
Der Bottnische Meerbusen. 108 600 59.2 
Das Schärenmeer +. . + 4 8300 23 
Das ÄAlandsmeer £ . 3650 S4.2 
Das Älandsmeer I... 1 580 _ AZ 
Das ganze Gebiet . | 11710 | 63 | 57.5 
Die südliche Abgrenzung verläuft über Hangö-—- Utö— Föglöudd nach 
Röderskären—Rädmansö, also etwa auf 59° 45 N-Br., wegen der Abgrenzungen 
der Einzelgebiete sei auf den Text selbst verwiesen, Zum Vergleich der neuen 
Werte führe ich die früher von Krümmel erhaltenen Werte für den Bottnischen 
Busen nördlich einer Linie von 59° 50’ an: Areal 113486 qkm, Volumen 6327 ckm 
und mittlere Tiefe 55 m.*) Da die Abgrenzung nicht ganz gleich gewählt worden 
ist — das von Witting berücksichtigte Gebiet ist etwas größer — so ist die 
Übereinstimmung recht gut, Außerdem sind von Witting auch die Areale der 
von den einzelnen Isobathen umschlossenen Flächen und die Volumina der 
zwischen diesen liegenden Lamellen berechnet worden; die Hauptwerte der Tiefen- 
stufenareale in qkm sind folgende: 
ar 
ıy Ann. d. Hydr. 1906 8. 392. 
z) Siehe Krümmel: Handbuch der Ozennographic Bd, I 2. Aufl. S. 140, 
2) Versuch einer vergleichenden Morphologie der Meeresräume, Leipzig 1879.
	        
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