accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 64 (1936)

Kleinere Mitteilungen, 
117 
d) Iringa-Hochland, In Dabaga und Mufindi, 9. und 17. März. Die jungen 
deutschen Siedlungsgebiete im Hochland von Iringa liegen. zum Teil in den 
nebelfeuchten, niederschlagsreichen Wäldern am Rande des Steilabfalls, zum Teil 
in den westlich anschließenden Grasländern, im denen die Niederschläge zum 
Anbau von Getreide noch ausreichend sind, während Kaffee und Tee nur in den 
anmittelbar am Rande des Abfalls gelegenen Gebieten gepflanzt werden können, 
Die Witterung In Dabaga (8°4’5S, 35° 40’ E, etwa. 1900 m) wird durch einen 
ständigen Wechsel zwischen den Wirkungen der östlichen Winde und den lokalen 
Windverhältnissen bestimmt. Dabaga ist um eine Stufe trockener als das eigent: 
liche Waldland von Mufindi und entspricht etwa den dort befindlichen Grasgebieten. 
Vorherrschend ist N- und NW-Wind, der viel Regen bringt, und. zwar meistens in 
Form von Gewittern. Der typische Witterungsverlauf eines Tages ist folgender: 
Morgens bedeckt, schwacher E-Wind, mit steigender Sonne klart es auf, der Wind 
dreht nach N oder W, Himmelsbedeckung (Cu) 5. Gegen 11% fällt der erste 
Strichregen. Nachmittags verdichten sich die Strichregen zu einem größeren Ört- 
lichen Gewitter bei veränderlichen Windverhältnissen, Gegen Abend klart es 
wieder auf, wobei der Wind. fast ganz nachläßt. Die ersten Nachtstunden sind 
vollständig klar, doch setzt um Mitternacht wieder Bewölkung ein. — Temperatur- 
and Feuchtemessuhgen : 
9, März: 
5 8 | 100 | 116 | _18_ 130 | 13% | 16% 20. 
Temp. © ©... | 240 | 160 | 218 | 20.8 | 280 | 285 / 17.6 207 | 160 | 2834 | 17,3 
Feuchte % -. a 68 | Lo — — 86 , Tä | — 100 | 90 
Strahlungs-Max, (12%) 1,94 geal/min. 
Im Waldland von Mufindi befinden wir uns in einem außerordentlich nieder- 
schlagsreichen Gebiet (1000 bis 1500 mm Regen im Jahr). Unter dem Einfluß der 
E-Winde einerseits und der in. der Regenzeit auch feuchten Westwinde anderer- 
seits fallen hier Niederschläge das ganze Jahr, und die kühle und feuchte Witte- 
rung, die fast immer vorherrscht, bestimmt das Klima. Ein typischer Tages- 
verlauf auf der Humani-Pflanzung (8° 40’ S, 35° 10’ E, 2000 m) in der Regenzeit ist 
folgender: Morgens klar. Die durch eine dünne Ci- und Ast-Schicht verdeckte 
Sonne kommt spät heraus, doch ist. die Einstrahlung zeitweise sehr stark. Über der 
Ebene im E liegt morgens ein Nebelmeer, das später aufgelockert wird und in 
Cu übergeht. Der Wind weht am Vormittag beständig aus NW. Von 14%%h bis 
{5%bt geht ein starkes aus E_ heranrückendes Gewitter nieder, Dieses bildet an 
und für sich eine Ausnahme, weil wir es hier in den feuchten Waldgebieten 
[ringas nahe dem Rande des Steilabfalls hauptsächlich mit Steigungsregen zu 
tun haben, obwohl auch hier im allgemeinen jetzt noch W-Winde wehen, die 
morgens von Nebeln begleitet sind. Im westlich gelegenen Grasland dagegen 
sind im allgemeinen die Vormittage bei einer Cu-Bewölkung von 4 bis 6 schön 
and sonnig. Nachmittags setzen dann Regen, oft in Begleitung‘ von Gewittern, 
ein. die als zenitale Strichregen anzusehen sind. 
Am 20. März haben wir etwas weiter südlich Gelegenheit, den für diese 
Landschaft charakteristischen. Vorgang zu beobachten, daß ein starker SE-Wind 
die Nebel über den Rand des Steilabfalls herauftreibt, Die Vernebelung‘ hält 
die ganze Nacht an, und auch am Morgen befinden wir uns in diechtem Nebel, 
der von einem kalten, scharfen E-Wind über das Land gejagt wird. — Temmpe- 
ratur- und Feuchtemessungen am 17, und 18, März: 
a 17 Märt: 16. März: 
1050 122 | 18® | 140 | 196 | 92% * nm 177 Rs | 80 
219 | 225 | 275 | 207 | 149 | 150 | 0 | 142 | 15.6 
1 ll 1 y [wo | ® | 97 100
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.