Wegemann: Über sekundäre Gezeitenwellen,
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oder mehrerer interferierender Wellen ist. Besonders eingehend ist die Diskussion
der Erscheinung in Hakodate, Osaka, Straße von Naruto, Susaki und Nagasakjl.
Der folgende Paragraph enthält eine Beschreibung der Experimente mit
Modellen der wichtigsten Buchten, Die Anregung dazu bot Endrös’ Experiment
bei Gelegenheit des Studiums der Seichesperioden der oberbayerischen Seen,
Die Reliefmodelle der Buchten wurden bis zur Wasserlinie in einen Wasser-
behälter getaucht, in dem mit einem Pendel Wellen erzeugt wurden, Das Wasser
in der Bucht führte dann stehende Schwingungen aus wie in der Natur, aller-
dings von geringer Amplitude, aber konstanter Periode, Je größer indes die
Übereinstimmung zwischen der Periode des Pendels und der der Bucht war,
desto größer wurde die Amplitude, die ein Maximum erreichte, wenn beide genau
zusammenfielen. Der Schwingungsknoten. lag an der Mündung der Bucht, der
Bauch am Ende, Doch ließen sich leicht zwei- bis dreiknotige, stehende Wellen
in länglichen Buchten erzeugen. Um die Bewegung der Wasserteile zu studieren,
wurde die Oberfläche mit feinem Alumiphumpulver bedeckt und Öltropfen zu-
gesetzt, um den Einfluß der Oberflächenspannung auf das Pulver zu vermindern.
Es wurde dann vertikal über dem Modell eine Photographenkamera angebracht,
und die Trockenplatte während der Dauer einer halben Schwingungsperiode
exponier£; dann zeichnete jedes bewegte Aluminiumteilchen eine feine Spur auf
die Platte, und deren Gesamtheit gab ein vorzügliches Bild der horizontalen Be-
wegung. Es wurden Versuche an sieben Modellen unternommen, Die Tiefe der
Modelle war beträchtlich überhöht im Verhältnis zur Länge, um überhaupt
brauchbare Ervzebnisse zu liefern. Die beobachtete Periode ist dann mit einem
Faktor zu multiplizieren, um die Verhältnisse der Wirklichkeit zu erhalten.
Wenngleich die Ableitung dieser Faktoren elementar ist, so hätte sie doch kurz
berührt werden können; z, B. für das Modell der Bucht von San Francisko ist
das Längenverhältnis 1:40000, das Tiefenvyerhältmnis 1: 8366 gewählt, Daraus
ergibt sich der Korrektionsfaktor r = 40000 : 7506 == 2091 statt 2076, wie in der
Abhandlung angegeben, Auch die übrigen weichen um Kleinigkeiten ab, ohne
daß dadurch allerdings das Endergebnis wesentlich beeinträchtigt wird, Es ließen
sich Schwankungen von 0,8, 1.1 bis 1.4 und 3.1 bis 3.5 Sekunden Periode be-
obachten, Multipliziert man sie mit r, so erhält man 28, 838 bis 48 und 107 bis
122 Minuten, wie es der Wirklichkeit entspricht. Wo eine strengmathematische
Behandlung des Problems unmöglich ist wegen der meist sehr unregelmäßigen
Form und Tiefe der Buchten, muß die Möglichkeit experimenteller Erforschung
als eine wichtige Tatsache betrachtet werden. Man ist also imstande, an der
Hand eines Modelles die sekundären Schwingungen einer Bucht oder Meeresstraße
oder eines Sees im Studierzimmer festzustellen, ohne fortlaufende Beobachtungen
an Ört und Stelle vorzunehmen. In dem Bericht im. Philosophical Magazine sind
auch einige Versuche dieser Art mit kreisförmigen Gefäßen gleicher Tiefe aus-
geführt, deren theoretische Behandlung in Lambs »*Hydrodynamics« gegeben
ist, Dieser Abschnitt des Werkes darf deshalb auch als einer der wichtigsten
angesehen werden, da er den Weg weist, schwierige hydrodynamische Probleme
zu lösen, deren rein mathematische Behandlung nicht möglich ist,
Der folgende Abschnitt enthält letztere für das vorliegende Problem. Die
vorliegenden Schwingungen sind die gleichen wie die Seiches in einem See, der
aus Zwei symmetrischen Hälften besteht von der Form der Bucht. Da jedoch
die hydrodynamischen Bedingungen an der Mündung der Bucht andere sind wie
in der Mitte des Sees, so ist eine Korrektion notwendig, Wie mir Herr Prof,
Krümmel mitteilte, stimmt die Formel nicht mit der im Vorbericht überein;
außerdem sind die Werte der Tabelle für das Verhältnis der korrigierten zur
nicht verbesserten Periode ungenau, Die unkorrigierte Periode ist
VYg
wo ] die Länge, h die mittlere Tiefe Ar Bucht Sn, Die verbesserte Formel Jautet:
AL biz
Te = 7 (1+4P 7)
wo PP = ns (* —7—1 zu)
7 Sxz ME 7 08 A}