Ann. d. Hydr, usw., XXXWVTI. Jahrg, (1908), Heft XIT.
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Vom Englischen Kanal um Kap Horn.
Vergleich der Dauer von zwölf im Sommer 1907 angetretenen Reisen deutscher
Seyelschiffe.
Stellt man die 12 Schiffe untereinander, wie sie der Reihe nach den Aus-
gang des Englischen Kanals verließen, so ergibt sich die folgende Tabelle.
Schiff
J.- | AT.
Nr. rd
Potosi. . 673 402€
Alsterthal. „ G60S1777
Henriette... 667013072
Vidar . . . 6692| 712
Pampa. . . 6678/1777
Prompt . . 66941446
Petschili . . 56593087
Pamir . . +. 3693/3020.
Marie Hackfekd . A
Magdalene . , 6663/2809
Peiho . . . 56952116
A "5607 [285°
Parchim *. . . 166991180‘
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Metecoroloagisches Tagebuch nachträglich eingekommen.
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3. Vom Englischen Kanal bis zur Linie.
In derselben Reihenfolge, wie die Schiffe den Englischen Kanal verlassen
hatten, haben sie auch die Linie geschnitten, Das deutet auf eine gewisse
Gleichmäßigkeit der Reisen; allein in bezug auf die Reisedauer lassen sich doch
drei Gruppen unterscheiden, Die erste Gruppe aus 3 Schiffen, »Potosi«, »Alster-
thal« und »Henriette«, erreichte die Linie in 26 Tagern, zur durchschnittlichen
Reisedauer aller 13 Schiffe von 29 Tagen, vergleichsweise also schnell. Alle
3 Schiffe der ersten Gruppe erfaßten nämlich den Nordostpassat — oder doch
nordöstlichen Wind — schon in der Nähe von 40° N-Br, und wurden auch im
äquatorialen Stillengürtel nicht besonders lange aufgehalten, obgleich sie der
Nordostpassat schon ungefähr auf der Breite von Brava, der südlichsten der
Kap Verdeschen Inseln, im Stiche ließ; sie erhielten dafür den Südostpassat
schon zwischen 6 und 7° N-Br.,
Die 5 Schiffe der zweiten Gruppe, »Vidar« bis »Pamir« in der vorstehenden
Tabelle mit einer mittleren Reisedauer von 29.4 Tagen erhielten den Nordost-
passat durchschnittlich erst in .32° N-Br. Dadurch verloren sie gegen die Schiffe
der ersten Gruppe im Mittel 3 Tage, die sie nicht wieder einholen konnten.
Allerdings brachte sie der Nordostpassat durchschnittlich bis nach 11° N-Br,
allein mit der inzwischen fortgeschrittenen Jahreszeit hatte sich der Südwest-
monsun mehr oder weniger entwickelt und zwang die Schiffe zu einem Umwege,
infolgedessen sie von der Südgrenze des Nordostpassates, obwohl diese durch-
schnittlich 4° südlicher lag als vorher, ein wenig länger bis zu Linie brauchten
als die Schiffe der ersten Gruppe.
Bei den Schiffen der dritten Gruppe fallen die Sprünge in der Reisedauer
auf, Wenn die Reisen in Zwischenzeiten von vielen Tagen oder von Wochen
angetreten werden, wie beispielsweise die Reise des Schiffes »Peiho«, das den
Englischen Kanal 3 Wochen vor der »Pisagua« verließ, so erklären sich die
Unterschiede in der Reisedauer meistens durch andere Wind- und Wetter-
verhältnisse. So hatte »Peiho« sowohl an der Nordgrenze des Nordostpassates
wie an dessen Südgrenze langen Aufenthalt durch Windstillen, während »Pisagua«
die beiden Stillengürtel schnell überschritt. Wenn indessen Schiffe dicht hinter-
einander hersegeln, so müssen wir oft nach anderen Ursachen des Unterschiedes
Ann. d. Hydı. usw. 1908, Meft XIL