524 Annalen der Hydrographie und Maritinen Meteorologie, November 1906,
zyklonale vom 18. bis zum Schluß des Monats, welch letztere vom 24, bis 27,
eine kurze Unterbrechung erfuhr, wo ein Teilminimum schnell über das Küsten-
gebiet hinzog.
Äm 1. lag eine Depression über Nordwesteuropa mit ihrem Kern Über
England, Sie verlagerte sich nach Finnland verursachte und verbreitete, recht.
Arehende, stürmische Winde aus dem Westquadranten, am 1, an der Nordsee, am
2. an der ganzen Küste und am 3. und 4. im Osten, Ein am Morgen des 5, über
Nordwestrußland erschienenes Minimum rief in Verbindung mit einem über den
Finrnischen Busen in östlicher Richtung Iortsehreitenden Teilminimum am 6
and 7, besonders im Östen wieder stürmische westliche Winde hervor,
Ein neues Tiefdruckgebiet nahte am 5, von Nordwesten her. Es verdrängte
Jas den Westen Europas bedeckende Hochdruckgebiet, das sich anfangs nach
Süden, später über den Kontinent ausbreitete und am 8. über Südosteuropa lag,
Die genannte neue Depression entsandte zunächst einen Ausläufer nach Osten,
Jer sich zu dem genannten Teilminimum entwickelte; sie zog späterhin mit ihrem
Kern etwas nördlich der deutschen Küste vorüber und erzeugte namentlich am
%& und 10, stürmische südwestliche Winde. Die Temperaturen, die bis zum 6.
nur wenig Änderung erfahren hatten, stiegen bis zum 9. allmählich höher und
arreichten an dem letzteren Tage sogar die höchsten Werte des ganzen Monats,
Die Maxima Jagen mit Ausnahme der Station Memel etwas über 20°. Neufahr-
wasser meldete 25%, Während die Depressionen noch bis zum 13, über Skandinavien
liegen blieb, nahte eine neue von Nordwesten her und gewann dadurch für das
deutsche Küstengebiet Bedeutung, daß ein am 15. nach Nordfrankreich hin ent-
wickelter Ausläufer sich abtrennte und nach Osten abzog. Stürmisehe Winde
‚us Nordwest verursachte er jedoch nur im äußersten Osten am 17% September,
Am folgenden Tage erfuhr die Wetterlage alsdann eine durchgreifende Änderung.
Die ozeanische Depression wurde durch ein Hochädruckgebiet zurückgedrängt, das
sich am 18. von Skandinavien südwärts erstreckte und den größten Teil des
auropäischen Kontinents bedeckte, Damit trat an die Stelle der vorherrschenden
Westwinde nunmehr eine kontinentale, seewärts gerichtete Luftströmung, die zu-
nächst bis zum 25, meist heiteres, ruhiges und trockenes Wetter mit verhältnis-
mäßig hohen Tagestemperaturen im Gefolge hatte, Am 27, erfuhren diese
Witterungsverhältnisse vorübergehend eine Änderung, indem ein Teilminimum
von England her über das Küstengebiet hin nach Osten zog und Trübuneg mit
Niederschlägen im Gefolge hatte. Zu erwähnen ist auch besonders das Auftreten
verbreiteter Gewitter am 26, und 27, die fast immer entstehen, wenn in eine
relativ warme Luftströmung kältere Luft aus anderer Richtung eindringt. In
diesem Falle waren es kalte Westwinde, die nach vorangehenden warmen Süd-
winden die Gewitterbildung hervorriefen. Nach dem Vorübergang des Teil-
mMinimums am 28. stellte sich wieder eine antizyklonale Wetterlage her, indem
ron Südwesten her über Kontinentaleuropa ein Hochdruckgebiet vordrang, das
mit dem Südrußland bedeckenden hohen Luftdruck in Verbindung trat, bei meist
inlandigen Winden abgesehen von häufigem Nebel wieder trockenes Wetter im
Gefolge hatte und bis zum Monatsschluß anhielt.
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