Neuere Veröffentlichungen,
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Universität Kdinburg faßt den Begriff »Thysikalische Geographie« erheblich weiter als die deutschen
Geographen, die im wesentlichen die Erscheinungen der Erdoberfläche beschreiben und ihre genetischen
Zusammenhänge zu erklären sich bemühen; Geikie betrachtet «die Erde als Ganzes, als Weltkörper,
seht von ihrer Stellung im Sonnensystem ans und behandelt zunächst die Atmosphäre, dann das Meer,
dann das Festland und endlich das Leben auf der Enle (die Verbreitung: der Pflanzen und Pierc),
and zwar stets von der hohen Warte einer allgemeinen Naturhetrachtung aus, nicht ron dem Stand-
punkte eines »Fachgrographene, Daher greift Geikie, wo es ihm nützlich eischeint, ohne Skrupel
weit in Fragen, %z. DB, der (tcologie, der Astronomie, der Geophysik, hinein und kennt überhaupt keine
geographische Begrenzung seiner Anfgabe, Die schönen Schlußworte des Buches mögen selbst darüher
aufklären, sie lauten: »Die große Aufgabe der Naturwissenschaften besteht in der Verbindung der
Gegewwart mit der Vergangenheit — im Nachweise, daß die gegenwärtige Beschaffenheit der Erde das
Ergebnis früherer Veränderungen ist. Sie wollen die Veränderungen In der Gestalt der Festläuder
Yin zu Ihren ersten Anfängen zurück verfolgen, das reiche Leben, cas jetzt Luft, Wasser ua Land
orfülle, mit den Kingst ausgestorbenen Formen vergleichen, deren jede Hırea Anteil hat an der großen
Entwicklung des Lebeus bis zum Menschen hinauf: sie wollen mit einem Worte den winderbaren
Plan offenharen, nach dem diese Welt erschaffen ist, ans einen immer fieferen Kinblick in die Harmonie
amd Schönheit der Schöpfung gewähren, und uns dadurch mit immer tieferer Ehrfurcht erfüllen vor
(hm, der sie schuf and sie erhält.
Wenn wir die uns hier besonders interessierenden Kapitel über das Moer durchlesen — 8, 100
bis 8. 171 —, so begegnen wir einer yroßzügigen. Darstellung der physischen Verhältnisse des Welt-
meereca, Nur schen geht Geikic dabei in die Detaik ein, und wo € doch geschieht, da entsprechen
diese Detail häufig nicht ganz dem heutigen Stand feststchender Tatsachen, decken sie sich nicht
mit den, gerade gültigen Theorien. Und dieselhe Beobachtung machen wir anch bei den anderen
Kapiteln; freilich ist. manchmal — z.B. durch eine in den Zusammenhang des Textes kaum passende
Fußnote. — ein Versuch gemacht, der überwältigenden Fülle neuester Beobachtungen und Auf-
fassungen gerecht zu werden. Es wäre an sicherlich unangebracht und würde nur von Kleinlichkeit
zehgen, wenn man einem solchen aus einem Ousse hervorgegangenen Werke «derartiges erpstlich an-
rechnen. wollte; Geikies physikalische Geographie will nicht cin hochgelehrtes Handbuch sein, sondern
in Leschuch, das die ich zur Erforschung der Erde weckt, und daß diese Absicht erfüllt ist, zeigt
ja schon der &ußere Erfole,
Dem Übersetzer, Prof, Weigand, darf das Verdienst zugesprochen werden, daß os ihm
wie er es wünscht — gelungen ist, das papierne Deutsch zu vermeiden. Besonderes Lols aber
verdienen. die beigefügten 13 Weltkarten zur Verauschanlichung der zeasraphischen Verteilung der
änzelnen physikalischen. Verhältnisse, Sind sie schon. in technischer Hinsicht yut, so ist auch
inhaltlich das Kartenbild durchwer — #oweit Keferent es bearteilen kann — auf der Höhe der
Forschung, Mus hat den Eindruck, als ob diese Karten vielfach dem Standpunkte, der im Texte
zum Ausdruck kommt, weit voraus sind! Jedenfalls erhöhen die Karten den Wert des Buches ganz
außerordentlich. { Sch.
B. Neueste Erscheinungen im Bereich der Seefahrt- und der Meereskunde
sowie auf verwandten Gebieten.
a. Werke,
Witterungskunde,
Hann, J.: Handbuch der Klimätologte. 3. wesentlich umgearbeitete und vermehrte Aufl, Bd. 1:
Allgemeine Klimatologie, 5°. XIV. 394 8. m. 22 Abbild. 1 Text, Rtnttgart 1908.
J. Engelmann. . 13.00
van Rijekevorsel: Konslant auftretende scekundüre Maxima und Minima in dem {1
HKehen Verlauf der meteorologischen Erscheinungen, 5. Abtlyx, Foh 145. m. 3 Taf
Rotterdam 1908. W. J. van Hengel, BO
Meeres- und Gewässerkunde.
Resultate der wissenschaftlichen. Untersuchungen des Balaton, Hrsg, vom Balaton-Ausschusse
der ung, geogr. Gesellschaft, 8% Wien, E. Hölzel, I, Ba.: Physische Geographie des
Balatonsees’ u. seiner Umgebung, 3. Teil. Ihe Geomorpholweie des Balatonsees u, seiner
Umgeby. Geophrsikal. Anh. L-—4(1. Sektion. 1. Storneck, BD. v.: Untersuchungen üb. d,
Schwerkraft, — 2. Eötrös, L.: Die Niverulläche des Balatonseces u. d, Verändern, auf diesem,
— 3. Steiner, L: Erdmagnetische Messungen im Sommer 1901. Mit 1 Karte, 43 Fig. 1
Text u. vielen Tabellen, 30, 64 u, 308, 20
Reisen und Expeditionen,
Wissenschaftl, Ergebnisse der deutschen Tiefsee-FErpedition auf dem Dampfer » Valdivias
1898— 1899, Im Aufträge des Reichsamtes des Innern hernusgegeh, v, CO, Chun. X, Bd, 3, Lig.
Reinisch, R.: A Ca 11. Gesteine v. der Bouvet-Insel, v. Kerguelen, St, Paul ı. Neu
Amsterdam mit Tafel XI—XV u. 20 Abbilde, im Text (S. 45—75 m. 5 Bl. Erklärungen), Fol.
Jens 1908. G, Fischer. Sn Suhbskr, Pr. 10.50 46, Einzelpr. 15.00
Südpotar-Fxpedition, deutsche, 1901—1903, Im Auftrage d, Reichsamtes des Innern Irgb. von
E, v, Drygalski. Kol, Berlin. . &. Reimer. VIIL Ba, 2. Hft, Botanik, 1. Reinhold, Th.:
Die Meeresalgen, — 2, Foslie. M.: Die Lithothamnpien, Mit Taf, XX u, 6 Abbild,
Subekr, Pr. 4,50 #6, Einzelpr, 6.4