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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

Kleinere. Mitteilungen. 
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verhältinissen, auf anscheinend sicheren, schon mehrfach gesteuerten Kursen, und 
selbst auf kurzen Distanzen, bei sicher bestimmten Abfahrtspunkten im Mittel- 
ineer, bei der Ansteuerung von Gibraltar ganz besondere Vorsicht walten 
zu lassen. Kapitän Frhr. v, Schrötter. 
3. Orkan bei Kap St. Lukas im Nördlichen Stillen Ozean am 14. Ok- 
tober 1907. Am 13. Oktober 1907 befand sich S, »Artemis«, Kapt, E. v. Büschen, 
auf 22° 15’ N-Br, und 110° 54’ W-Lg., Nachdem es am vorhergehenden Tage fast 
windstill gewesen war, herrschte in der Nacht Gewitterlhuft mit Blitzen und 
Donnern, und es machte sich eine rasch zunehmende Dünung aus SO bemerkbar, 
so daß das Schiff häufig stark schlingerte, 
Am 14, Oktober 0b V. ging der Wind dann auf NO mit Stärke 5 bis 6, 
wobei es leicht, aber anhaltend regnete. Später wurde der Wind böigz aus NO, 
während die Südost—Süddünung noch immer zunahm und so hoch wurde, daß sie 
zeitweilig in Lee über die Reeling lief. Das Schliff war auf B-B-Halsen gelegt 
worden. Das Barometer, welches um 0 Y, 759.2 mm (auf 0°C. Ted.) zeigte, war 
bis 8 V. auf 757.6 mm gefallen und der Wind und Regen hatten zu dieser Zeit 
schon sehr zugenommen, Von 84 ab fiel das Barometer schnell und hatte um 
20 N, seinen tiefsten Stand mit 746.6 mm erreicht, Inzwischen war der Wind zu 
einem Orkanartigen Sturm ausgeartet und wehte um 12% mittags aus NzO, Stärke 11, 
fortwährend von wolkenbruchartigem Regen und Gewitter begleitet. 
Yon 12% mittags bis 1 N, wurde es dann fast windstill mit Unterbrechungen 
von Böen, NW 6—7, um sodann wieder mit voller Hefiigkeit um 1% aus NNO 11 
zu stürmen. Der Orkan wehte mit solcher Gewalt, daB das Schiff fast zum 
Kentern lag. Die Südostsee, welche zu Zeiten die Höhe der Unterraaen erreichte 
und sich dann über das Schiff stürzte, beerub dasselbe fast unter sich, 
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Nach 2b N, flaute es allmählich ab, und das Barometer fing wieder an zu 
steigen. Um 4% war der Stand 753.2 mm, Der Wind drehte nun stetig durch 
N nach NW, W bis WSW und war auf Stärke 4 abgeflaut. Die See hatte sich 
mit dem Winde gelegt, und von dem nur wenige Stunden wehenden Orkan war 
nur noch die Südostdünung zu bemerken, 
Nach diesen Angaben ist zu schließen, daß das Schiff von 12 bis 1* mittags 
am 14, Oktober sich unmittelbar bei und im westlichen Teil der Orkanmitte be- 
funden hat, Der Wind NNO 12 flaute nämlich bis auf Stille und XW 6—7 ab, 
um später wieder auf NNO 12 zuzunehmen, Dann ging der Wind endgültiz 
herum nach NW, W usw, Die Ausdehnung des Orkans war gering, wie oft in 
den. mexikanischen Gewässern, Er ist vermutlich von SSO oder SO herauf- 
gekommen, wanderte beim Schiff etwa nach NNO und später mehr nordöstlich. 
Berücksichtigt man die Versetzung, so lag die Orkanmitte am 14, mittags in 
22.5° N-Br. und 110.4° O-Leg, Kn. 
#4 Starke Stromkabbelung auf der Little Phare- (Hoyo-) Bank. Dem 
meteorologischen Tagebuch des Bremer Dampfers »Arkadirz« ist folgende Notiz 
des Kapitäns G. Koopmann über außergewöhnlich hohe Stromkabbelung auf 
der Little Phare- (Horo-) Bank entnommen, »Am 3, Mai 1908, als der Dampfer
	        
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