Meyermann, B.2 Neue Inklinationsbestimmungen mit jem a bycänderten Weberschen Erdinduktor. 513
Vielleicht veranlassen diese Zeilen den einen Oder anderen Besitzer eines
Weberschen Erdinduktors, einen glejchen Versuch damit zu machen, Sicher
wird derselbe mit dem Umbau ebenfalls gute Resultate erzielen und mit dem-
selben zufrieden sein, zumal, was allerdings nie ausschlaggebend sein kann, die
Beobachtungsarbeit eine viel geringere als bei den anderen Beobachtungsarten
mit dem Weberschen Erdinduktor oder gar einem Nadelinklinatorium ist,
B. Meyermann, Dr. phil,
Über einen neuen Apparat für die Registrierung der Windgeschwindigkeit
(Normalanemograph).
Von Dr. 0, Steffens, Hamburg, Secewarte,
Wie bekannt, unterhalten die meteorologischen Zentralinstitute an ihren
Stationen vielfach selbstregistrierende Anemometer, Die Prüfung und Kontrolle
dieser Apparate, die von Zeit zu Zeit unerläßlich ist, bereitet mangels eines ge-
eigneten Vergleichsapparates nicht unerhebliche Schwierigkeiten, besonders in den
Fällen, wo die Stationen vom Zentralinstitut weit entfernt und geschulte Beob-
achter nicht vorhanden sind, Erfahrungsgemäß unterbleibt dann die Prüfung
bäufig ganz. Diesem Bedürfnis suchte ich durch die Konstruktion eines neuen
Apparats abzuhelfen, der — von Saß & Co, Berlin, angefertigt -— seit nunmehr
zwei Jahren in mehreren Exemplaren ausprobiert worden ist und den gestellten
Anforderungen entspricht. Verlangt wurde 1. eine einfache und betriebssichere
Konstruktion, 2, mühelose Aufstellung, Instandhaltung und Bedienung, 3, kleine
Dimensionen und leichte Transportfähigkeit und 4. einwandsfreie Aufzeichnungen
der Windgeschwindigkeit in Kurvenform. Um diese letztere Forderung zu er-
füllen, wurde ein neues Prinzip angewendet, das sich ausgezeichnet bewährt hat
and die Bezeichnung des Apparats als »Normalanemograph« rechtfertigen dürfte,
Der Apparat gehört zu der Klasse der Robinsonschen Schalen-Anemometer,
die ich mit Herrn A, Sprung als die besten bisher konstrujerten anemo-
metrischen Instrumente betrachte, obgleich sie einer strengen Theorie ermangeln,
Die Dimensionen des Schalenkreuzes wurden möglichst klein gehalten, einmal aus
Gründen der Transportfähigkeit, besonders aber deshalb, weil das Trägheits-
moment so klein wie möglich sein muß, da sonst die Werte, namentlich bei böigem
Winde, nicht unerheblich gefälscht werden. Deshalb wurde auch als Metall für
die Schalen Aluminium verwendet, Der Radius von der Achse bis zum Schalen-
mittelpunkt wurde auf 4 cm, der Schalenradius auf 2 em festgesetzt, Kin so
kleines Schalenkreuz besitzt nun aber naturgemäß nur eine kleine Kraft, die für
die Überwindung der Reibungswiderstände des Registriermechanismus nicht in
Anspruch genommen werden darf, da sonst die freie Beweglichkeit gestört wird.
Um trotzdem eine große und klare Kurrenaufzeichnung zu erhalten, verwendete
ich eine Vorrichtung, die prinzipiell als das Wesentliche des Apparats bezeichnet
werden kann und darin besteht, daß zur Überwindung der unvermeidlichen
Reibungswiderstände im Registriermechanismus ein Federkraftwerk benutzt wird,
[ür dessen Auslösung nur winzige Kräfte nötig sind, Dieses Auslösen besorgt
das kleine Schalenrädchen und bewegt sich deshalb nahezu ebenso leicht, als
wenn es überhaupt keine Arbeit zu. leisten hätte. Eine Windgeschwindigkeit
von etwa 0,2 m p,. Sek, genügt, um den Apparat in Tätigkeit zu setzen, Das
Federkraftwerk hat noch den weiteren Vorzug, daß Störungen der Aufzeichnungen
durch Verstauben des Übertragungsteils nicht eintreten können, da es sehr große
Widerstände zu überwinden vermag. Die Konstanten des Instruments bleiben
deshalb unverändert, solange nicht mechanische Eingriffe in den Mechanismus
stattfinden,