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Annalen der Hydrographie and Maritimen Meteorologie, November 1908,
Der Einfluß des anderen Fehlers wird aus folgender Überlegung erkannt,
die allerdings nicht so vollkommen und erschöpfend ist wie die von Herrn Pro-
fessor Schmidt ausgeführte Entwicklung (vel. Deutsche Südpolar-Expedition
1901-—1908, Erdmagnetische Ergebnisse der Kerguelen-Station von Dr. Karl
Luyken, 5. 161}.
Nehmen wir an, die Richtung der Kraftlinien des Erdfeldes schneiden die
Rotationsachse des Induktors unter einem beliebigen Winkel; wir zerlegen die
Kraftlinien in zwei Komponenten, von denen die einen parallel der Achse, die
anderen senkrecht zu ihr stehen. Nur diese letzteren kommen dann für die Er-
zeugung eines Stromes beim Drehen der Spule in Betracht. Bei Drehung des
Induktors wird nun kein Strom im Galvanometer zu bemerken sein, wenn ent-
weder die letztere Komponente Null ist, oder wenn der Kommutator so steht,
daß die Stromwendung stattfindet, wenn die Windungsnormale senk-
vecht auf der Richtung dieser Komponente steht, In diesem Falle ist
ler Induktor zwar nicht stromlos, es folgen sich jedoch fortwährend
zleich starke Stromstöße in entgegengesetzter Richtung, die sich
gegenseitig in ihrer Wirkung auf das Galvanometer aufheben, In
beistehender Figur sei auf der KEinheitskugel Z der Zenitpunkt, ZA
der magnetische Meridian, ZB die Hauptvertikalebene des Induktors,
die mit dem Meridiane ZA das Azimut @ einschließt, «a sel, wie es
wohl immer der Fall sein wird, so klein, daß man statt des Sinus
den Winkel selbst setzen kann. Die Richtung der Kraftlinien liege
auf ZA in L Die Windungsnormale falle im Augenblicke der Kom-
mutation nicht in die Ebene Z B, sondern. bilde den kleinen Winkel £
mit dieser. Dann wird man bei der Beobachtung die Achse in die
Richtung I’ auf ZB einstellen, so daß I I’ senkrecht steht auf der
Windungsnormalen I’N im Augenblicke der Kommutation, wenn also I’N den
Winkel £ mit ZB bildet, da in dieser Stellung die durch die Drehung erzeugten
Stromstöße in rascher Folge mit gleicher Stärke, aber in entgegengesetztem Sinne
durch das Galvanometer geschickt werden. A und B seien Punkte der Hori-
zontalebene, also IA «= 1 == der wahren Inklination, IB = i‘ = dem beob-
achteten Inklinationswinkel. Da DI = &@ - cos, Lund X DIT’ = £, so ist
DI = Ai= 44-008. 1-80. &
Hieraus läßt sich bei bekanntem & der Einfluß einer falschen Stellung
des Kommutators auf die Beobachtung leicht feststellen, Der Winkel @# wird
sich nie ganz auf Null halten lassen wegen der täglichen Variation der Dekli-
nation. Er wird aber immer sehr klein gehalten werden können, Man bestimmt
bzw. korrigiert ihn, indem man die Rotationsachse horizontal legt, wieder den
Spiegel senkrecht zu ihr daran befestigt und in der Verlängerung der Achse ein
Deklinatorium aufstellt, An diesem bestimmt man die dem magnetischen Meri-
diane entsprechende Kreisablesung (eventuell reduziert auf das Tagesmittel),
stellt dann das Fernrohr durch Autokollimation senkrecht auf den Spiegel des
[nduktors und liest den Kreis ab, dreht die Spule um 180°, wiederholt die
Ablesung und findet so aus dem Mittel dieser beiden Werte die der Richtung
der Rotationsachse entsprechende Ablesung auf dem Horizontalkreise des Dekli-
natoriums und damit das magnetische Azimut des Induktors, Auch der Winkel £
Jäßt sich leicht bestimmen und korrigieren, Bei horizontaler Lage der Rotations-
achse dreht man die Spule langsam hin und her und mißt im Augenblick des
Stromschlusses bzw. der Unterbrechung den Abstand der Spulenkanten von der
horizontalen Unterlage, woraus sich der Winkel £ leicht mit hinreichender Sicher-
heit ableiten läßt,
Ist & =— 10’, & = 05°, so wird für Wilhelmsharen Ai erst 0.03,
Der mittlere Fehler einer einzelnen Inklinationseinstellung ist im Mittel
etwa 0.4‘. Wie aus allem zu ersehen ist, gibt das so umgebaute Instrument sehr
zuverlässige Werte für die Inklination, die auch hiernach kleiner zu sein scheint
als der mit dem Nadelinklinatorium gefundene Wert,
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