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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

Meyermann,B.: Neue Inklinationsbestimmungen mit dem abgeänderten Weberschen Erdinduktor. 511 
bei gleichmäßigem Drehen des Induktors in dem einen Sinne und häufigem Um- 
schalten. des Kommutators eine Nullstellung gesucht, hierauf bei ebenso raschem 
Umdrehen des Induktors im anderen Sinne in gleicher Weise die andere Null- 
stellung gesucht wird. Zwischen beiden liegt dann die wahre Nullstellung, An 
diese Gleichmäßigkeit der Drehungen des Induktors rechts- bzw. linksherum sind 
alle Induktoren gebunden, sobald die Stromabnehmer nicht mit genau gleichem 
Drucke am Koömmutator schleifen, 
Zum Schluß wird der Zylinder wieder entfernt, die Fußschraube in ihre 
Anfangsstellung gebracht und mit dem Niveau nochmals die Abweichungen der 
Achse von der Vertikalen gemessen. Die Auswertung der Beobachtung ist nun 
eine sehr einfache: a sei der Winkel, den nach Untersetzen des Messingzylinders 
die Achse mit der Horizontalen bildet, wenn sie vorher vertikal stand; n die 
durch das Niveau bestimmte Abweichung der Achse von der Vertikalen bei der 
Anfangsstellung R der Fußschraube; r die Stellung der Schraube, wenn die Achse 
mit der Inklinationsrichtung zusammenfällt; p der Parswert der Fußschraube, 
dann ist i=a2-+n + (R—rr) Xp. 
Ob (R-—rr) oder (r— R) zu setzen ist, ergibt sich aus dem Sinne, in. dem 
die Bezifferung der Schraubenkopfteilung wächst. Das Vorzeichen von n ergibt 
sich aus der Nivellierung, indem man bei von der Mitte aus beziffertem Niveau 
stets das Südende positiv, bei durchgeteiltem Niveau stets beide Blasenenden 
positiv bzw, negativ nimmt, wenn der Nullpunkt der Teilung nach Norden bzw. 
nach Süden liegt. Denn wenn in der Anfangsstellung die Kotationsachse etwas 
nach Norden geneigt ist, so ist der Winkel, den die Achse nach Untersetzen des 
Messingzylinders mit der Horizontalen bildet, größer als a; n muß also positives 
Vorzeichen haben, 
Aus nachfolgendem kurzen Beispiel ist zu ersehen, wie einfach sich die 
Beobachtung und Rechnung gestaltet, und welchen Grad der Genauigkeit die 
Messungen besitzen: 
Beispiel: 
Nircau 
Nordende Südende 
11.0 157 
27.5 19.9 
11.0 15.6 
1 DO 
1908 Mai 15, 
Pußschraube 
R + 1485 — 23,70 
025 14.80 — 24.60 
"IS 
— 9.32 
A065 OP = Od sn 
Mulistellurne 
Fußschraube 
Tr FR 
4.50 — 0.25 
AB + 0,30 
0.52 A 027 
05 AA (30 
WI 2a 
(= 
BR} pdp = 8009 
70 
2.43 
270 
X 
= 
4 
10 
{ik Ga 
a = 670 OST 
ir— Rıp= 4 252 
= — 0 
1 :— 79 3LAÄ7* 
Ih 6 min a 
Nireau 
Nordende Südende 
11.4 TO 
20.0 22.0 
9,5 12.0 
26,7 2313 
Fußschranhe 
GR 
4. 15.30 9575 
A 13.95 — 200 
a 128 ET 
— 11.20 
330 A OU = — 058 = 
Die Beobachtungen können nun noch mit Fehlern behaftet sein, die ihren 
Ursprung haben in einer fehlerhaften Orientierung des Instrumentes bezüglich 
des magnetischen Meridianes und des Kommutators. Dem Azimutfehler wird 
Rechnung getragen durch den bekannten Ausdruck tang. 1 =— cos, @ X tang. I”
	        
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