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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1908.
Der Kompaß wird auch hier am besten in den feststehenden Bügel ein-
gehängt. Man drehe wieder den Tisch mit der Polanordnung langsam herum,
Bleibt dabei die Rose ruhig liegen, so gibt die Nadelanordnung nicht zu
sextantalen Störungen Veranlassung, Liegt vor dem Kompaß ein Südpol und
schlägt die Rose, wenn man von N ausgeht, auf N 30°C nach O, darauf auf
O-Kurs nach W, auf S 30°0 wieder nach 0 aus usw., so sind die Nadeln zu nahe
beieinander, Im entgegengesetizten Falle sind sie zu weit voneinander entfernt
angeordnet. Um exakte Resultate zu erhalten, besonders im YTalle einiger
Ungleichheit in der Stärke der sechs Pole, lese man die Ablenkungen auf
N 30°0Q, 0, 8 30°0, 830°W, W und N 30°W ab und berechne den Koeffizienten E
der erzeugten sextantalen Ablenkung F-sin 3% nach der Formel:
F = 4 [(88 90 + dw30°0 4 Aw) — (80 + 08 pw + dx spw)]-
Hat die Polanordnung vor dem Kompaß einen Südpol (blau), so bedeutet
ein positiver Wert des F, daß die Nadeln zu dicht beieinander, ein negativer,
Haß sie zu weit voneinander angeordnet sind. Die unter I genannte Rose z. B.
gab mit der hier beschriebenen Polanordnung F =— —=5.4°1 Ferner sei hier als
Beispiel angeführt:
IV. Zweinadelrose, Nadellänge 195 mm, Nadelabstand von der Nord-
südlinie 47,2 mm:
N309°0 +0,59 ;
Ö — 0.29
x 30°0 12°
5 309W 40,99
W410
NOW 0°
4347 40,7?
TE
27°: 6 = -L0450
Nach den nebenstehend mitgeteilten Beobachtungen
ist der Nadelabstand etwas zu klein, Nachdem der Ab-
stand von der Nordsüdlinie auf 47,8 mm erhöht war,
wurde F° = 0.0° gefunden, (Es ist daher der Pol.
Abstand der Nadeln gleich
21 = 247,5 001g 30° — 165,6 num
anzunehmen, Daraus ergibt sich als Verhältnis des
Polabstandes zur Nadellänge für diese Nadeln 0.849,
während man gewöhnlich $= 0,833 rechnet.)
Es ist nicht erforderlich, bei jeder zu untersuchenden Rose die Prüfung
mit Hilfe der beschriebenen »sextantalen Polanordnung« durchzuführen,
für die praktische Untersuchung wird man sich meist auf den »Vierkugel-
versuch« als die wichtigste Probe für das gute Verhalten des Kompasses an
Bord beschränken können. Wohl aber wird man zur Entscheidung theoretischer
Fragen unter Umständen mit Vorteil auf die beschriebene sehr scharfe Probe
zurückgreifen, )}
Zu exakten Untersuchungen können bei dem beschriebenen Drehtische
die zu prüfenden Magnetsysteme oder Kompaßrosen an einem feinen Draht
oder an. Kokonfäden über der Mitte des Drehzapfens aufgehängt werden. Für
schwere Systeme ist ein 0.1 mm starker Metalldraht an einer unter die Decke
des Beobachtungsraumes geschraubten Zentriervorrichtung befestigt, An ihm
hängen die Magnete oder Magnetsysteme in einem über dem Drehzäpfen in den
iesten Bügel eingehängten Kompaßkessel, für Schwingungsbeobachtungen frei,
für Ablenkungen mit einer geeigneten Wasserdämpfung versehen, Sehr leichte
Systeme können in einem gegen Luftzug abgeschlossenen Gehäuse, an einem
Kokonfaden aufgehängt, über dem Drehzapfen zentriert werden.
Der erwähnte Metalldraht dient auch zum Aufhängen der Magnetstäbe,
mittels derer von Zeit zu Zeit die Horizontalintensität des Beobachtungsraumes
nach absolutem Maß bestimmt wird.
S&, Ann. d. Hrdr, usw. 1907 8, 20.