504 Annalen der Hydrographie- und Maritimen Meteorologie, November 1908,
Unterschiede in der Transparenz verschiedener Gewässer wesentlich verschiedene
Kurven ergaben. Zur Auswertung der Resultate empfehle ich die Formel
J= 0: z = worin 0 der mit einem käuflichen »Wynne Infallible Exposure-
Meter« erhaltene Öberflächenwert in Sekunden,) N die Opazität des letzten
axponierten Sektors und T die Expositionszeit im Wasser ist, Man erhält auf
diese Weise keine absoluten Werte, sondern nur Vergleichszahlen, wie man sie
zum Aufstellen einer Absorptionskurve braucht, Das System hat aber den Vorzug,
die verschiedenen Wirkungsgrade absolut verschiedener Lichtintensitäten sowie
die Schwärzungskurven der photographischen Emulsionen aus der Berechnung
auszuschalten. Absolute Werte können nur unter Berücksichtigung dieser kom-
plizierten Faktoren erhalten werden. — Das »Infallible« Photometer beruht auf
dem Prinzip, daß ein besonders präpariertes Bromsilberpapier nach Einwirkung
einer gewissen Menge aktinischen. Lichtes einen bestimmten Farbenton. annimmt.
Man vergleicht die Farbe des Papiers mit der eines bemalten Streifens von der
betreffenden Farbe und bestimmt die Zeit, die es braucht, um die Farbe anzu-
nehmen, Die Genauigkeit ist bei einiger Übung ausreichend, besonders wem
man bei Erreichung und bei Überschreitung der Normalfarbe die Zeit nimmt
und dann interpoliert, Der ÖOberflächenwert muß je nach der Gleichmäßigkeit
der Beleuchtung mehr oder weniger oft bestimmt werden, Am besten wäre
natürlich ein selbstregistrierender Apparat, — Die Werte für N werden ein für
allemal, etwa mittels eines optischen Photometers, ermittelt. Ich habe mich dazu
vorläufig eines einfachen Fettfleckphotometers bedient. — Die Belichtungszeit
hängt von der Transparenz des Wassers und dem Oberflächenwert ab, Es wird
später wahrscheinlich möglich sein, unter Berücksichtigung dieser beiden Faktoren
eine Expositionstabelle aufzustellen. Dabei wird die Transparenz ungefähr be
stimmt werden können durch die Tiefe, in der der Apparat dem Auge entschwindet,
Ich möchte schließlich darauf hinweisen, daß es noch ein für diese Zwecke
brauchbares System photometrischer Messung gibt, nämlich das Röhrenphoteo-
meter nach Eder, Es sollen sogar nach diesem System die genauesten Resultate
erhalten werden, In meinem Instrument würde an Stelle des Lichtfilters
ein 2 em hoher Ebonitblock treten, der 9 Durchbohrungen von etwa 1 cm
Weite erhält, Auf die eine Seite dieses Blockes wird eine Metallplatte geschraubt,
die, entsprechend jeder Durchbohrung des Ebonits, eine Blendenöffnung von ver-
schiedener Weite enthält, Auf diese Blendenplatte kommt noch eine Mattglas-
scheibe zu liegen, um das Licht diffus zu machen. Die andere Seite des Ebonit-
blockes wird von der Ziffernscheibe bedeckt, auf der das lichtempfindliche Papier
liegt. Es ist anzunehmen, daß sich für dieses Photometer nur Bromsilberpapier
verwenden 1&ßt, da bei der geschilderten Anordnung sehr viel Licht verloren
zehen. dürfte. Jceh bin leider einstweilen nicht in der Lage, das Edersche
System für diese Zwecke zu prüfen, doch wollte ich es im allgemeinen Interesse
nicht unerwähnt lassen.
Das neue Kipp-Photometer wird vom Mechaniker Joh, Magnussen,
München, Türkenstraße 63, zum Preise von 50.4 geliefert, Die Anfertigung
dauert höchstens 14 Tage, Künftige Instrumente werden wesentlich kürzer gebaut
als das abgebildete und enthalten im Innenraum nur eine ganz unbedeutende
Luftmenge, so daß die Druckfestigkeit für große Tiefen ausreicht,
München, Zoolog, Institut, Oktober 1908.
1) Dieser Wert bedarf einer noch genauer festzngtellenden Reduktion, da je nach Wassertiefe,
Transparenz und Farbe nur ein bestimmter Prozentsatz der Veränderungen des Öberflächenlichtes
wirksam wird.