Kleinere Mitteilungen.
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Tages. Die fortschreitende Geschwindigkeit der Mitte war vom 6. bis 10. August
in Knoten: 11, 13, 21 und 11.
Der Dampfer »Spezia« machte den Taifun an der Nordküste von Kiushu
am 8, August durch in 33.7° N-Br., 129.9° O-Lg,, 11° nördlicher als die »Henriette«,
Die Dauer des ganzen Sturmes (B. 8) betrug auf der »Henriette« 44 Stunden, auf
der »Spezia« 16 Stunden, die Dauer des eigentlichen Orkans (B. 12) dort 8, hier
nur 3 Stunden. Außerdem waren die Richtungen, aus denen der Sturm wehte, auf
der »Spezia« sehr beschränkt, nur auf die Striche ONO und Öst, während es an
Bord des Seglers erst von NNO, dann Ost und schließlich Süd 12 wehte, Der
niedrigste Luftdruck (Aneroid 714 mm) wurde auf dem Dampfer um 64 N.
beobachtet. N
Im nördlichen Teil des Japanischen Meeres und beim Übergang über Nord-
Nippon nahm mit der Verflachung des Wirbels auch die Geschwindigkeit be-
trächtlich ab. E. K.
ı1. Feuerkugel. Über eine eigenartige Erscheinung berichtet der 1. Offizier
Jes Segelschiffes »Bertha« auf der Reise von Hamburg nach Sydney: „Am
17, Juli 1906 um 10% 5”in abends in 39° S-Br. und 2° W-Lg. sahen wir in der Nähe
von »Wega« etwa 5° weiter nach Norden eine helle Feuerkugel plötzlich auf-
leuchten und nach kaum einer Minute wieder an derselben Stelle verschwinden.
Dieselbe leuchtete so stark wie die »Venus« an sternklaren Abenden; der Himmel
war zur Zeit wolkenlos. Die Peilung war etwa rw. N!/,O.“ d.
12. Taifun von kurzem Bestehen am 28. Mai 1906 100 Sm südöstlich
von Hongkong. Nach einem Bericht des Kapitäns J. Sanders vom D. »Helene
Rickmers« und dem meteorologischen Tagebuch,
Der Dampfer verließ mit der Bestimmung nach Singapore am 24, Mai 1906
[rühmorgens Kutshinotsu in Japan und erreichte am 27. mittags den Nordeingang
der Formosa-Straße in 25° N-Br., 119.8° O-Lg. Der Wind war bis dahin meist
leicht östlich gewesen bei stetig fallendem Barometer, 764, 762, 758 und 755 mm
um 8b V. an diesen vier Tagen, Am 28, mittags bei mäßigem Nordost wurde
22.4° N-Br., 116.7° O-Lg. erreicht, bei 755 mm, und weiter SW gesteuert, Regen
war schon um Mitternacht gefallen; um Mittag wurde er stärker; von 2l4 bis
2h 30min N, fiel eine Gewitterbö ein mit äußerst heftigem Regen, und um 4% N.
wurde S 2 mit 753 mm notiert. Um 8”N. wehte es SO 5-—6 bei 749 mm, 07 g,
hoher Südwestdünung und grober See, Bald nach 8% wehte es SSO 8, bis
9b 45min zunehmend bis SSO 11—12; dann um 9% 50min flaute der Wind bis auf
SW 8 ab. Der Luftdruck erreichte gleichzeitig mit 738 mm den tiefsten Stand.
Schwärme von großen Libellen und Vögel fielen nun auf das Schiff, das sich
etwa in 21,5° N-Br., 115,5° O-Lg. befand. Um 10r 10" N, ging der Wind auf W,
zunehmend, und war um 10% 25” schon wieder NW 11—12 mit entsprechender
See. Um 11% 20mia nahm die Windstärke aber schon wieder ab, und um Mitter-
nacht wehte es nur noch N 9 bei 752 mm. Um 2bk 30m» V, am 29, Mai konnte
schon. wieder Kurs gesteuert werden. Mittags befand sich der Dampfer in
20.6° N-Br., 114.6° O-Lg. bei NO 2—3 und 756 mm.
Der Sturm dauerte also nur 6, der Orkan 1!/, Stunden. Der Dampfer
befand sich 20 Minuten lang in der windstillen Mitte des Taifuns, der sich hier
etwa nach Ostnordost bewegte, nach den japanischen Wetterkarten sich aber
sehr bald auflöste; denn Süd-Formosa erreichte er nur als flache Depression,
nicht als Taifun. Eine schnelle Auflösung scheint überhaupt das Los der meisten
in niedriger Breite nach NO gehenden Taifune zu sein, E. K.
13. Echo bei Nebel. Herr Kapt. W. Schwinghammer, D. »Ambria«, be-
richtet über folgende Beobachtung auf der Reise nach Ostasien: Am 26. Mai 1907
beobachteten wir bei dichtem Nebel im Kanal, daß jedesmal, wenn sich der Nebel
auf ungefähr Mastenhöhe senkte, in der Richtung des zur Zeit herrschenden
Vollmondes ein sehr starkes wohl zehnfaches Echo, welches ungefähr 1” anhielt.
[m Anfang hielten wir es für das Nebelsignal eines in der Nähe befindlichen
Dampfers. Das Echo hörte sofort auf, wenn der Nebel wieder höher wurde, so
daß der Himmel bedeckt war, Als sich nach einigen Stunden der Nebel wieder
senkte, kam auch das Echo wieder,