196 Annalen der Hydrographie und Mariimen Meteorologie, November 1908,
daher folgende Methode zur Erlangung möglichst unbeeinflußter Ablesungen vor.
Der eben beschriebene Apparat wird, wie Fig, 3 erläutert, in ein aus drei Brettern
zusammengenageltes Dreieck aufgehängt und auf einem Rettungsringe fest-
gebunden, Eine dünne Leine wird, wie beschrieben, zur Arretierung des Thermo-
meterhalters vor dem Einholen dureh Röhre c* geschoren, am Auge des Thermo-
meterhalters. festgesteckt und der Kuoten geschlagen. An einer Lot- oder
Fig. 3
Zur Temperaturmessung: der dünnen Luftschicht über dem Wasser,
Flaggleine, die an dem Rettungsringe angesteckt ist, wird letzterer über Bord
yesetzt und dann vom Schiffe frei treiben gelassen. Wenn die Arretierleine
schleck bleibt, hängt das Thermometer dicht über der Wasseroberfläche, ohne sie
zu berühren und wird dann eine Temperatur anzeigen, die unabhängig ist von
den durch die Bewegungen des Schiffes in dessen Nähe nachteilig beeinflußten
Temperaturen. Will man das Thermometer ablesen, so holt man die Arretier-
jeine zuerst steif und dann beide Leinen gleichmäßig ein, Die Ablesung erfolgt
wie oben beschrieben wurde, An den Rettungsring kann auch zugleich noch
ein Thermometer zur Feststellung der Wassertemperatur angebunden werden,
dann. hat man gleich zwei sehr wichtige Faktoren, die bei den Refraktions-
erscheinungen die ausschlaggebende Rolle spielen, möglichst fehlerfrei festgestellt,
Zusammenfassung, worauf bei der Beobachtung von Luftspiegelungen und
in der Berichterstattung, neben den Angaben im Meteorologischen Tage-
buche, besonders zu achten ist,
1. Bei jeder Temperaturangabe muß die Höhe über Wasser, wo sie ge
messen. wurde, angegeben sein,
2%, Temperatur dicht über dem Wasser,
% Wassertemperatur,
Temperatur in Deckshöhe im Schatten, frei von der Bordwand,
# auf der Brücke * # .0+*
< in der Mars % eo.
, in der möglichst größten Masthöhe im Schatten,
8. Fortlaufende Angaben über Windrichtung und -stärke während der
Dauer der Erscheinung; ob die Wasseroberfläche gleichmäßig oder streifig und
stellenweise entweder glatt oder gekräuselt, oder durch Wellen bewegt erschien;
ob der Wind in der Höhe stärker als auf Deck und über dem Wasser zu
[ühlen war.
9. Feststellung der anormal brechenden Schicht durch Beobachtung des
Phänomens in verschiedenen Augeshöhen,
10, Beschreibung der Erscheinung, wenn möglich mit Beigabe von Zeichnungen
oder Photographien.
11. Messungen von Sonnen- oder Sternhöhen über der sichtbaren Kimm,
zugleich mit etwaigen Angaben von Landpeilungen zur Kontrolle des Schiffs-
oörtes.‘ Auch eingesandte, unausgerechnete Beobachtungen sind von gleichem Wert.