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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

104 Annalen. der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1008. 
Messung hoher Temperaturen in selbsterhitzten Kohlenmassen mit Erfolg erprobt 
hat, Man klebt sich aus Pack- oder Schreibpapier zwei Schirme von der Form 
a und b in nebenstehender Figur 2 zusammen, Die Schirme haben den Zweck, 
das Thermometer vor Strahlung und plötzlichem Regen zu schützen und. doch 
immer die Luft aus der Umgebung herangelangen zu lassen. Der Schirm b ist 
auf die Papierhülsec aufgeklebt, 
die wieder auf ein gebogenes 
Metallrchr ce} aus Kupfer oder 
Messing aufgeklebt ist. Die 
Hülse 6 ist an ihrem unteren 
Endedurchumgewickeltes Platt- 
lot beschwert, das mit Papier 
überklebt und gehalten wird, 
der Schirm a ist durch 2 oder 
3 Holz- oder Rohrstreben a! 
und a? an der Hülse 6 befestigt, 
damit nach oben freie Luft- 
zirkulation unter Schirm b be- 
steht, Der eigentliche in die 
Hülse € vollkommen hinein- 
sehiebbare Thermometerhalter 
hesteht aus den beiden dicken, 
runden Holzscheiben d und 4}, 
die durch Holz- oder Rohr- 
stöckehen £ und f* zusammen- 
gehalten werden, Unter dem 
Boden des Thermometerhalters 
ist ein Bleigewicht d* (siehe 
Figur 2) aus Plattlotscheiben 
untergenagelt. In diesem Halter wird das Thermometer mit Segelgarn zwischen die 
Stützen f und fl angebändselt, Durch das obere Brettchen des Thermometerhalters 
ist ein kleiner Stropp durch zwei Löcher gezogen, eingespleißt und oben zu einem 
Auge zusammengebändselt; an seinem unteren Teil kann der Kopf des Thermometers 
befestigt werden, durch das Auge s über dem Bretichen d wird die untere Part 
der durch das Metallrohr e! geschorenen Flaggleine angesteckt, Der obere Tamp 
der Flaggleine wird derartig um das Metallrohr el! festyosteckt, daß das ganze 
Instrument und die herunterhängende untere Part der Flaggleine sich das Gleich- 
yewicht halten. Der Thermometerhalter muß willig und vollkommen, auch mit 
dem Gewicht d% in die Schutzhülse hineinpassen. Nachdem der Apparat zurecht- 
yeklebt und das Thermometer eingepaßt ist, werden alle Teile, am besten durch 
Eintauchen in ein Gefäß mit Leinöl, ordentlich durchgeölt und dann trocknen 
gelassen, worauf es des besseren Aussehens wegen mit einer Bordfarbe braun oder 
marinegrau übermalt wird. Diese Schutzvrorrichtung des Thermometers hat vor 
Holz und Metall den Vorzug der größeren Leichtigkeit, ist ebenso dauerhaft wie 
aus Holz oder Metall, kann aber leicht mit Bordmitteln billig hergestellt und 
repariert werden. Einwandsfreie Resultate wird man mit diesem Apparat natürlich 
nur unter gewissen Vorbedingungen erlangen, nämlich nur auf Schiffen, die vor 
Anker liegen oder in Stillten und in Mallung treiben. Dampfer in Fahrt wirbeln 
die Luftmassen derartig durcheinander, daß man nur sehr grobe Mittelwerte der 
Temperaturen aller möglicher Luftschichten, die über eine Fläche von 2 bis 3 Sm 
verteilt waren, günstigenfalls erhalten kann, Bei Windstärke 3 haben. Temperatur- 
messungen in verschiedenen Höhenlagen nur dann noch einen Wert, wenn über 
dem Wasser die Windstärke gering ist, oder noch Stille herrscht, was auch des 
öfteren vorkommt, (Vgl. den Bericht der Hamburger Viermastbark »Lisbethe« 
vom 28. Jali 19038 in dieser Zeitschrift vom Jahre 1905 5, 165 u. 166.) 
Zum Gebrauch bindet man das Thermometer in dem Halter fest, zieht den 
Tamp der Flaggleine durch das Metallrohr © und steckt ihn in das Auges fest, 
holt das Gestell so weit in die Hülse hinein, daß der Boden d* verschwindet, 
ze
	        
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