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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1908, 
die Staaten-Insel wieder von Wolken verhüllt, dagegen war die Küste von 
Feuerland mit den hohen Bergen dort klar zu sehen. 
Außerhalb der Straße segelten wir mit anfangs noch nordwestlichem, 
später bei immer fallendem Barometer westlich holendem Winde nach Süden. 
Am 17, Januar mittags standen wir auf 57° 18’ S5-Br. und 66° 54’ W-Lg. Die 
weitere Umsegelung von Kap Horn wurde bei fast immer stürmischen westlichen 
Winden ausgeführt, indem wir jedes Krimpen und Holen des Windes ausnutzten. 
War der Wind bei fallendem Barometer nördlicher als West, so segelten wir auf 
Steuerbord-, war er südlicher als West bei steigendem Barometer, so segelten 
wir auf Backbord-Halsen, Erst vom 30. Januar in 497° S-Br., und 78.4° O-Le. 
an gestattete uns der Wind, ununterbrochen nach Norden zu segeln. Rk. 
10. Der Taifun vom 6, bis 10. August 1905 in den japanischen Ge- 
wässern. Nach Berichten von Kapt. D. Dinkela, Führer des Schiffes »Henriette« 
und von Kapt, J. Ehlers, Führer des Dampfers »Spezia«, sowie nach den täg- 
lichen japanischen Wetterkarten. 
Die ersten Beobachtungen über den Taifun liefert der Bericht von 
Kapt. Dinkela, Die »Henriefte« verließ Portland Or, am 8. Juni 1905, nach 
Fsingtau bestimmt, passierte am 29, Juli die nördlichste Insel der Marianen, 
21° N-Br., 145° O-Lg., und erreichte mit sehr flauem Passat am 3. August 
21.7” N-Br., 137° O-Lg, Hier frischte der Passat aus NNO auf und wurde steif 
bis stürmisch, so daß am 3. und 4. August 230 und 210 Sm zurückgelegt werden 
konnten. Am 5. mußte vormittags eine Zeitlang, nachmittags endgültig wegen 
Wind und See beigedreht werden, was bei einem großen Schiff wie bei der 
‚Henriette« wenigstens auf Windstärke 10 B. schließen läßt. Die letzte Beob- 
achtung hatte als Schiffsort 22.7° N-Br., 129° O-Lg. ergeben. 
Der Sturm nahm nun schnell zu, wehte vom 6. August 43 V, an als Orkan, 
NNO 12 und drehte über NO nach Ost 12. Bei dieser Richtung des Orkans er- 
reichte das Barometer um 9% V, mit 713 mm seinen tiefsten Stand. Mit steigendem 
Barometer ging der Wind bis 10% nach SO 12, bis 83 N. auf Süd 12 und wehte 
als Orkan bis 8 N, Aus der schnellen Drehung der Windrichtung von 9 bis 101 Y, 
O bis SO in 1 Stunde, d.h, 4 Strich in einer Stunde, geht hervor, daß die Mitte 
des Taifuns in großer Nähe südwestlich vom Schiff auf NW-Kurs vorbeigegangen 
ist. Da das Schiff platt auf die Seite geworfen wurde, mußte ein Teil der 
Takelage gekappt werden. Erst am 7. August, wo sich das Schiff nach astro- 
nomischen Beobachtungen in 24,5° N-Br., 128.7° O-Lg, befand, konnte der Schaden 
einigermaßen ausgebessert und die 
Reise nach Tsingtau fortgesetzt werden. 
Die Ankunft erfolgte am 28. August, 
Aus der ganzen Darstellung 
geht mit ziemlicher Sicherheit hervor, 
daß die Entwicklung des Taifuns am 
3. bis 5, August südlich vom Weg des 
Seglers stattgefunden hat. Auf der 
nächsten meteorologischen Landsta- 
tion, Naha auf den Liukiu-Inseln, fie] 
das Barometer seit dem 2, August lang- 
sam und stetig; die Windrichtung dort 
wurde aber erst nördlich und nordöst- 
lich, d.h. abhängig vom Taifun, vom 
Nachmittag des 5. August an, Am 
7, um 6b V, geben die Wetterkarten 
das Barometerminimum in Naha zu 
742 mm an mit schwerem SO-Sturm. 
Da die Karten aber nur 3 Beob- 
achtungen am Tage geben, ist es wahr- 
scheinlich, daß der Luftdruck in Naha vor oder nach 6% V. beträchtlich niedriger war. 
Der Weg der Taifunmitte, erst NW, dann N und NO, ist auf der Skizze 
angegeben. Die kleinen Kreise gelten für den Mittag des danebenstehenden 
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