Kleinere Mitteilungen.
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Kapt. 0. Borgwardt vom Segelschiff »Melete« auf der Reise von Iquique
nach Falmouth berichtet: »Am 26. Dezember 1906 um 1% morgens in 20° 31’ S-Br.
und 72° ’ W-Lg. war ein heftiges Seebeben, welches 15 Sekunden andauerte.
Es herrschte zur Zeit Windstille,«
Der Führer der Bremer Viermastbark »Nomia«, Kapt. W. Himme, beob-
achtete am 4, Mai 1907 ein Seebeben im Atlantischen Ozean, Das Schiff befand
sich auf einer Reise von Sydney nach dem Englischen Kanal um 7!4bV, des
4, Mai in etwa 1° 10 N-Br. und 29° 20’ W-Le. als ein heftiges Secbeben verspürt
wurde, das 15% anhielt und von dröhnendem Donnern begleitet war, In Luft-
druck, Luft- und Wassertemperatur wurden keine wesentlichen Veränderungen
bemerkt.
7. Seeheben. und neuentstandene Insel im Tonga-Archipel. Nach einer
Mitteilung aus Sydney vom 17, September 1907 an die »Shipping Gazette« vom
22, Oktober 1907 war der der Union Steamship C* gehörende Dampfer »Manapouri«
Zeuge einer interessanten vulkanischen Eruption auf See. Das Schiff befand sich
auf einer Reise von Neuseeland nach den Tonga-Inseln nahe Tongatäbu und
bemerkte in etwa 21° 10’S-Br.,, 175° 44’ W-Lg. oder annähernd 25 Sm 8 62°W mw.
ron den Duff-Klippen einen unterseeischen Ausbruch, der von sehr hohen Dampf-
und Bimssteinsäulen begleitet war. Gleichzeitig wurde die Hebung von Land
um das Zentrum der Erscheinung beobachtet, Weitere Einzelheiten fehlen zur
Zeit noch. v. ad. BR
8. Hörweite von Nebelsignalen (Kanonenschüssen). Herr J. Dittmann,
II. Offizier des Norddeutschen Lloyd, berichtet an die Deutsche Seewarte wie
folgt: „Auf der Reise von Shanghai nach Honzkong hatten wir am 17. De-
zember 1906 an Bord des D. »Prinzregent Luitpold«, Kapt, H. Kirchner, den
yanzen Tag dichten Nebel, Wir mußten uns abends nach Loggebesteck in der
Nähe der Hoöngkong-Nordeinfahrt bei Waglan-Feuer!) befinden. Gegen 84N,
hörten wir das Kanonensignal von Waglan-Feuer (2 Schuß alle 12P} in der
Richtung WNW, Wir ankerten, weil wir annahmen, die Kanonenschüsse wären
nicht weiter zu hören als 8 bis 12 Sm gegen dicke Luft und eine Windstärke
von 3 bis 3. Am andern Morgen klarte es langsam ab, und wir bemerkten, daß
wir uns noch volle 26 Sm vom Feuer befanden, Ein Irrtum ist ausgeschlossen,
da wir das Signal genau in den angegebenen Zeiträumen die ganze Nacht beob-
achteten.“ FF K
9. Eine Durchsegelung der Straße Le Maire, ausgeführt von der
Hamburger Bark »Prompt«, Kapt. R. Miethe, im Januar 1906, Bericht des
[. Offiziers, Gust, Thiel, Bei einem hohen Barometerstande von 769,5 mm und
Windstille stand +Prompt« am 15, Januar mittags auf 53° 51’ S-Br, und
565° 27’ W-Lg., gegen 44 N. wurde die Küste von Feuerland gesichtet, Unter
diesen günstigen Umständen wurde beschlossen, durch die Straße Le Maire zu
segeln, Gegen 7b N, kam der erwartete nördliche Wind zuerst als leiser Zug
lurch, und das Barometer fing an zu fallen. In der Nacht lagen wir beigedreht,
Als wir dann mit Tagesanbruch am 16, Januar Segel gesetzt und bei dem auf-
{irischenden Nordwinde eine Zeitlang Kurs gesteuert hatten, kam auch die
Staaten-Insel in Sicht, deren scharfgezackte Umrisse wir yegen 6% V, deutlich
ausmachten, Um 10% 15° V, peilten wir Kap San Diego rır. N 74°W 6 Sm. Die
Stromkabbelung bei Kap San Diego war, wohl infolge des ruhigen Wetters, ganz
unbedeutend, das Wasser in der Straße war auch ganz ruhig, der Wind war
Nord, Stärke 4 bis 5,
Um 11% 50° V. standen wir 7 Sm von Kap Good Success auf der Linie
Kap Good Sucees—Kap Bartolomeo, Der Wind hatte jetzt bei einem Barometer-
stande von 764,7 mm die Stärke 5 angenommen, und wir hatten 4 Stunden zum
Durchsegeln der Straße gebraucht. Zwischen 8 und 9ı V. war Hochwasser, den
entgegenlaufenden Strom überwanden wir aber mit Leichtigkeit. Nach 12% war
Leuchtfeuerverzeichnis d, BR. M. A, Berlin: 1907, Heft YIIL De XL Nr Sr