Ozeanographische Arbeiten S. M. &. „Planet. im Biemmarck-Archipel 1907 usw. 481
Werte überschreiten den Beobachtungsfehler, so daß hieraus der Schluß zu ziehen
ist, daß die Aräometer, welche von der Physikalisch-technischen Reichsanstalt
zeprüft sind, stetig höhere Werte liefern wie die Chlorbestimmungen. Zu dem
vleichen Resultat kommt auch v, Drygalski bei der Diskussion der auf dem
‚Gauß« angestellten Vergleichungen.') Schott hat Vergleiche der spezifischen
Gewichte des Meerwassers nach Pyknometer- und Aräometerbeobachtungen an-
gestellt“) unter Berücksichtigung der Wassertemperatur während der Aräometer-
beobachtung und fand, daß bei vergleichsweise niedriger Wassertemperatur
(unter 10°) die Aräometerangaben fast durchweg niedriger als die Pyknometer-
angaben, bei hohen Temperaturen (20 bis 30°) dagegen bedeutend höher waren,
Letzteres steht gleichfalls in Übereinstimmung mit den »Planet«-Beobachtungen,
auch ist der Betrag der Abweichung der gleiche,
Die in dem Beobachtungsgebiet auftretenden Schwankungen des Salz-
yehaltes erreichen 0,6°/ und sind zum Teil wohl auf regionale Unterschiede,
Landnähe usw. zurückzuführen, doch treten in den Monaten Oktober bis Dezember
niedrigere Werte auf wie in den Sommermonaten, wahrscheinlich eine Folge der
größeren Niederschläge zur Zeit des Nordwestmonsuns, D. 8.
Zur Frage von der Ablenkung der Triftströmungen.
Von Yı Walfrid Ekman,
Im Oktoberheft dieser Zeitschrift hat Herr O0, E. Sehiötz Einwände gegen
meine theoretischen Untersuchungen über Meeresströmungen erhoben) und auch
selbst theoretische Resultate mitgeteilt, die nach seiner Meinung die meinigen
widerlegen. Die Hauptfrage ist, ob die Winde im allgemeinen Meeresströmungen
in ihrer eigenen Richtung erregen, wie es Herr Schiötz meint, oder ob die
Erdrotation, wie ich glaube gezeigt zu haben, die Wirkung haben muß, die Trift-
ströme auf der nördlichen Hemisphäre nach rechts, auf der südlichen nach links
von der Windrichtung abzulenken. In einer unmittelbar darauffolgenden Ab-
handlung kritisiert dann Herr H. Molın die von anderen Verfassern angestellten
statistischen Untersuchungen, die ebenfalls eine solche Ablenkung des Triftstromes
ergeben. Da es sich hier um Fragen handelt, die für die dynamische Behandlung
der Özeanographie grundlegend sind, so darf ich für folgende Erwiderung um
Platz bitten.
Als einen Haupteinwand gegen meine Berechnungen hebt Herr Schiötz
hervor, daß ich das Meer sowie die Windströmung als in allen Richtungen un-
begrenzt vorausgesetzt habe, Diesen Fall, bei weichem die Bildung von Niveau-
unterschieden ausgeschlossen ist, bezeichnet er als »den von Ekman behandelten
Falle, Er bemerkt, daß die Bewegungen, die in diesem Falle entstehen würden,
nit einem Wassertransport in einer gewissen Richtung verbunden sind, und da
das Stromgebiet in Wirklichkeit begrenzt ist, so müssen Anstauungen von Wasser
und dadurch Druckunterschiede entstehen, die den Bewegungszustand wesentlich
verändern.
Dieser Einwand muß auf einem Irrtum beruhen. Denn die Hauptaufgabe
meiner Abh, II und III, die auch von Herrn Schiötz richtig erwähnt sind, ist gerade,
die Wirkung der von Herrn Schiötz jetzt hervorgehobenen Druckunterschiede
unter verschiedenen Umständen zu untersuchen, Um. den Platz der Zeitschrift
nicht unnötigerweise in Anspruch zu nehmen, werde ich diese meine von
'} Veröff, d, Inst, f, Mecreskunde Berlin, Heft 3, 8. 37,
”) Valdivia-Werk, Bd, I Ozeanographie, S, 55.
ı Die drei Abhandlungen, die hier in Betracht kommen, nämlich:
Om jordrotationens inverkan pä vindströämmar i hafrete, Nyt Mag, for Naturvidenskab, Bd, 40
| +On the Influence of the Earth’s Rotation on Qeean-Currents«, Arkiv f. Math. Astron. och
Fre, Bl, 2. Kgl. Svenska Vet, Akad. 1905, und
»Beiträge zur Theorie der Meeresströmungen«, Ann. d, Hydr. sw. 1906,
sollen im folgenden kurzweg als Abh. I, II, III bezeichnet werden,