176 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1908,
Luftdrucks im Westen und niedrigen Drucks im Norden bis Osten, so daß die
vorherrschende Luftströmung eine ozeanische war und dementsprechend kühles
und feuchtes Wetter herbeiführte.
Vom 1. bis zum 20. Tage des Monats blieb die Lufidruckverteilung in
ihren großen Zügen nahezu unverändert: Ein Hochdruckgebiet im Westen lag
Gebieten tfiefern Druckes im Norden bis Osten gegenüber, Vom 1, bis zum 4,
wo das Maximum des Luftdrucks über den britischen Inseln gelegen war, hatten
die Winde meist nordwestliche Richtung und frischten am 2 an der Nordsee-
küste sowie am 3, und 4, im äußersten Osten stark auf, während die Depression
ostwärts abzog. Das Wetter war im übrigen veränderlich oder trübe und kühl
mit verbreiteten Regenfällen. Am 5. trat eine Veränderung in der Witterung
dadurch ein, daß ein flacher Ausläufer der Depression südwärts durch die Nordsee
nach Frankreich zog, der ruhiges Wetter ohne nennenswerte Niederschläge im
Gefolge hatte. Am 6. wurde eine bis zum 9, im äußersten Osten bis zum 10.
reichende Periode trockenen, vielfach heiteren und meist wärmeren Wetters ein-
geleitet durch einen von Skandinavien südwärts vordringenden Keil hohen
Druckes, Am 10. kam das deutsche Küstengebiet wieder in den Bereich einer
Depression, die aus dem hohen Nordwesten allmählich südwärts herangezogen
war, so daß an diesem Tage im Westen bereits wieder Trübung mit Nieder-
schlägen und Abkühlung eintrat. Sie brachte einen Ausläufer zur Entwicklung,
der sich vertiefte und zu einem Teilminimum abtrennte, dessen Kern bis zum
14. in der Nähe Dänemarks liegen blieb und am 12. und 13, von stürmischen
Winden begleitet war. Am 15. hatte sich beim Abzuge der Depression das
Hochdruckgebiet nach Nordwest verlagert; das deutsche Küstengebiet blieb aber
bis zum 17, im Bereich der abziehenden Zyklone und hatte bei nördlichen
Winden zwar etwas wärmeres, aber noch regnerisches Wetter, Am folgenden
Tage bildete sich an der Südostseite des noch immer den Nordwesten bedeckenden
Hochdruckgebiets ein Keil aus, der sich bis nach dem Balkan erstreckte und bis
zum 20, ruhiges, vielfach heiteres und trockenes, aber wegen des Vorherrschens
nordwestlicher Winde noch meist kühles Wetter im Gefolge hatte,
Am 21, trat nun eine andere, aber ebenfalls längere Zeit, nämlich bis zum
Schluß des Monats, anhaltende Wetterlage auf, indem das Hochdruckgebiet im
Nordwesten zurücktrat und der nach dem Balkan vorgeschobene Keil ostwärts
abzog., Der höchste Druck lag nunmehr bis zum 31. Augüst im Südwesten von
Europa, während eine Reihe von Depressionen im Norden vorüberzogen und bei
südwestlichen Winden anhaltend trübes Wetter mit ergiebigen Niederschlägen im
Gefolge hatten, Von größerem Interesse sind während dieser Witterungsperiode
nur die Tage vom 27, bis zum 29, wo die vom hohen Norden bis nach den Alpen
reichende Depression größere Tiefe besaß und im Gefolge von zyklonalen Rand-
bildungen verbreitete Südweststürme mit zahlreichen Gewittern auftraten.
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