Bidlingmaier, Fr.: Schwingungsbeobachtungen mit der Horizontalnadel auf sec, 463
die mittleren Amplituden erheblich verschieden sein, Danach läge der
Grund unserer Differenz lediglich in der unvollkommenen Elimination
des Einflusses der Schwingungsweite auf die Schwingungsdauer. (Daß
die geringe Verschiedenheit des Dämpfungsverhältnisses nicht in Betracht kommt,
mag man leicht aus den mitgeteilten Daten nachweisen.)
Bezeichnen wir mit © die beobachtete, mit 7, die auf unendlich kleinen
Bogen reduzierte Schwingungsdauer und mit @& bzw. &' den Ausschlag von der
Mittellage aus an Land bzw. an Bord, so ist bekanntlich:
= © (14 41sin? 3 «+ ZA sint a new.)
Wir können also setzen:
H’ (+ 1sin?} «+ A7rsint} a)
HH rd Leint te A,6ht;ay
72 1 + 1ein?le' + }34sint} @
31 4A }einzka 11 Sinti a
Wenn wir den Korrektionsfaktor gar nicht berücksichtigen, wie bei unseren
obigen Berechnungen, dann muß (H’;H) natürlich zu klein ausfallen, da
jedenfalls > &« ist.
Der obige Betrag von 2%, wird vollkommen erklärt, wenn wir die mittlere
Amplitude an Bord zu 30°, diejenige an Land zu 20° annehmen. Man wird
künftig außer den Durchgangszeiten auch die Umkehrpunkte beob-
achten müssen,
Zur Vergleichung der Schwingungen auf den verschiedenen Kursen an
Bord untereinander verwenden wir am besten diejenigen Größen, welche im
wesentlichen den Beobachtungsdifferenzen der verschiedenen Kurse ihre Ent.
stehung verdanken, nämlich die Drehungskoeffizienten %, ©, D, & indem wir
wieder die aus unseren Schwingungsbeobachtungen ermittelten Werte mit den
normalen, nach andern Methoden bestimmten und durch Rechnung ausgeglichenen
Werten zusammenstellen: die Werte sind sämtlich in 10-*% Einheiten angegeben;
die Angabe »Instr.« bezieht sich auf das Instrument, welches die normalen Werte
geliefert hat,
Ort
Instr. !
3
«ce normal: Diff
€
Sce normal Diff.
D
sec Inormal| Diff
€
sec normal! Diff.
Kiel 1900 —15 — 2 — 61+ 545
Sao Vicente 1 —18 + 3
auf See 7. X. 4 — 10 +14) —?5
« 24, X, 1— 1 — He
.‚ « 30. X. Yy— 6'116
Kapstadt ; ü A
Kerguelen DM. 21 9
Mittlere Differenz algebraisch + —
absoluter Betrag 10, 40] 3 13
Man sieht, daß die Abweichungen im Mittel sich auf einige Promille be-
schränken, im einzelnen jedoch zum Teil erhebliche Beträge erreichen, Die Ab-
weichungen der Drehungskoeffizienten von den normalen sind wohl dadurch
verursacht, daß der systematische Fehler der Schwingungsdauer auf den ver-
schiedenen Kursen verschieden ausfällt, daß nämlich die mittlere Amplitude bei
gleichen Grenzamplituden vom Kurse abhängig ist. Aus dem absoluten Betrag
der Abweichungen, den wir als Maß der Unsicherheit ansehen können, scheint
hervorzugehen, daß die Schwingungsbeobachtungen auf den Hauptkursen
N, O, S und W weniger gestört sind als auf den Zwischenkursen NO,
SO, SW, NW. Die geringste mittlere Abweichung hat ©, das nur aus Haupt-
kursen, die größte & das nur aus Zwischenkursen abgeleitet ist; dazwischen
liegen die gleich stark gestörten Werte 3 und 6, die zum Teil von Hauptkursen,
zum Teil von Zwischenkursen herrühren,
Überblicken wir das Ganze, so können wir sagen, daß die zum Teil erheb-
lichen Störungen der Schwingungsbeobachtungen an Bord der Nichtberücksichtigung
> +26
Ka Zen „— 4
A211 426 MA
+41 +26 TA 16
1397 11.26 — 39
6 PR — 10
Dt DA ®