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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

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Amnıalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1908, 
Diese Werte sind gruppenweise unter sich in recht leidlicher Über- 
einstimmung; man erkennt aber, daß die Kanalwelle in der Nordsee eine kleinere 
Amplitude hat als im Kanal und daß ebenso die Nordseewelle in der Nordsee 
größer ist als im Kanal. Dies Ergebnis kann nicht überraschen, wenn man 
bedenkt, daß beiderseits doch nur ein Teil der Welle aus einem Gebiet in das 
andere übertritt und überdies die Wellen beim Fortschreiten durch Reibung an 
Höhe etwas einbüßen müssen. Auch daß die Nordseewelle beim Übertritt in den 
Kanal wesentlich mehr an Amplitude verliert als die Kanalwelle beim Übertritt in 
die Nordsee, dürfte leicht verständlich sein durch die Erwägung, daß die Kanalwelle 
pur eine geringe Richtungsänderung erfährt (von 70° auf 40°), während die 
Nordseewelle durch seitliche Ausbreitung ihre Richtung von 130° in 220° ver- 
ändert. Demselben Umstande, der seitlichen Ausbreitung der Welle nach SW, 
kann auch zugeschrieben werden, daß die Kombination der beiden Kanalstationen 
mit Yarmouth größere Werte für die Nordseewelle ergeben als diejenige mit 
Texel, nämlich im Mittel 3.02 bzw. 2,54 Meter, während die Kanalwelle für alle 
4 Kombinationen recht gut übereinstimmend herauskommt, denn bei Yarmouth 
ist die Nordseewelle noch ungeschwächt, während sich bei Texel die Wirkung 
Jer seitlichen Ausbreitung bemerklich macht, 
Mit den soeben gefundenen Werten kann man nun auch die oben für die 
Änderung der Hafenzeiten in verschiedenen Gebieten aufgestellten Formeln 
aumerisch berechnen und das Ergebnis mit dem der Beobachtung vergleichen, 
Als erstes Beispiel möge die Änderung der Hafenzeiten für das Gebiet zwischen 
Portland-Bill und Needles-Point berechnet werden, Es wurde der Ausdruck gefunden: 
dt „m HH, Hr aa? Hy HH, — 700m H, + H, 
da MO » HH, 5 0.940 N 
Da es sich hier um die Differenz der Hafenzeiten zweier Küstenpunkte 
handelt, so wird man AZ der zwischen diesen Orten längs der Küste sich vor- 
findenden. Wassertiefe entsprechend annehmen müssen, Nehmen wir k = 25 Meter, 
so wird 2 = 7561 IK = 378 Seemeilen, ferner ist, wie soeben. ermittelt, 
H, = 3,57 Meter, H, = 1,60 Meter zu setzen, womit sich Ce = 4 48700 pro 
Soemeile oder + 161 für 33 Seemeilen ergibt; k = 16 Meter würde 33 on =— 200in 
ergeben — beobachtet wird + 1876 
Noch ein zweites Beispiel möge berechnet werden, nämlich die Differenz der 
Hafenzeiten zwischen Dungeness and Beacher Head, die oben. == — 38" gefunden 
wurde, Da wir es hier aber mit 3 Wellen zu tun haben, nämlich mit der Kanal- 
welle (Index 1), der Nordseewelle (Index 2) und der reflektierten Kanalwelle (Index 3), 
so muß die Formel (16), welche nur zwei Wellen berücksichtigt, ergänzt werden, 
Man erhält für drei Wellen leicht den Ausdruck: 
oo din _ 2 Ha, + Hotn,- Hay Hy Maftyt-anleosp-E 4, Ha (a, Aal eosp HE, Haft, ay)rosp” 
dx Un ML HA U 2 H, Hop +32 H, HKcosp -L3 H, EL, cos p" 
worin b = Phasenunterschied zwischen Kanal- und Nordseewelle, p’ = Phasen- 
anterschied zwischen Kanal- und refl, Kanalwelle und p“ = Phasenunterschied 
zwischen Nordsee- und refl, Kanahwelle bedeutet, Wir haben hier zu setzen: 
H, = 357, Ho = 277, I, = 8,57, ferner ist!) a, = 55°, &, = 235°, a = 290°, 
3= 90° und p= 0% = 60°, p” = 60°, womit man erhält: 
din 2101730 — _ HS Ga, 
dd A al A 
Wird entsprechend einer Wassertiefe von k = 16 Meter, 4 = 302 Seemeilen gesetzt, 
so wird © = — 0.506” pro Seemeile und für 29 Seemeijlen 29 NE = — 164% 
während — 38%" beobachtet werden. 
1 Die Werte für «, und &, sind die Mittel aus den Fortpflanzungsrichtungen der Wellen Im 
Kanal und in der Straße von Dover, entsprechend der Bemerkung zu dem für die Linie gleichen 
Phasenunterschiedes Hastings—Treport abgeleiteten Wert. Für die reflektierte Kanalwelle a, ist der 
sich aus der Fortnflagzunesrichtung der Welle im Kanal [70°} erecbende Wert angesetzt:
	        
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