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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

Börgen, CL: Ableit, d. Ausdrücke £ «L bei Kreuzung zweier Gezeitenwellen auftretend, Erscheinumgen. 455 
und da @&, = 70°, &, = 220% a, = 40% 0, = 130° und p’— p = 180°, so erhält 
man nach Formel (14): 
Treport—Yarmouth:; 4 Ä— 222,5 Seemeilen, 
Hastings—Texel: 3 Ä=— 220,0 * 
Z = 442.5 Seemeilen, 
Die mittiere Tiefe kann zu 30 bis 35 m angenommen werden, woraus sich 
folgende Wellenlängen ergeben: 
k= 30m: 4 =— 75.61 7X =— 414 Seemeilen, 
k— 35m: 4 =— 75,61 Ik — 448 # 
in guter Übereinstimmung mit der aus dem Abstand der Linien gleichen Phasen- 
unterschiedes berechneten Wellenlänge, Diese letzten Werte für die Wellenlänge 
stimmen besser überein als die für den Kanal gefundenen, was darin seinen 
Grund hat, daß einesteils die Wassertiefen in diesem Teile der Nordsees wiel 
yleichmäßiger sind als dort, anderenteils die Lage der Linie für den Phasen- 
unterschied 180° im Kanal sehr viel unbestimmter, die Amahmen für dieselbe 
daher viel. willkürlicher sind als für die andern Linien. 
Wenn auch nicht zu vyerkennen ist, daß in den gemachten Annahmen eine 
vewisse, aber unvermeidliche Willkür liegt, so wird man doch aus dem Vorher- 
gehenden entnehmen dürfen, daß die Annahme zweier Wellen den beobachteten 
Erscheinungen venügt, 
Demnächst möge auf Grund der Formel (16) das Fortschreiten der Hoch- 
wasserzeiten in verschiedenen Teilen des Kanals und der Nordsee untersucht 
werden. Wie bereits bei Ableitung der Formel erwähnt, lassen sich keine all- 
gemeinen. Schlüsse aus der Formel ziehen, wir müssen daher außer über die 
Fortpflanzungsrichtungen für bestimmte Gebiete bestimmte Annahmen über 
die relative Höhe der beiden Wellen machen, Außerdem haben wir uns zu 
erinnern, daß a, = m 008 (&, — ß), 8, = m cos (&, — ß) ist, wenn # den Winkel 
bezeichnet, welchen die Richtung, in der wir die Änderung der Hochwasserzeit 
kennen lernen wollen, mit der Abszissenachse bildet, Dies vorausgeschickt sei: 
A & = 70° 4, = 250° und f = 90° was den Verhältnissen an der 
englischen Südküste bis etwa Hastings entspricht, dann ist a, = -+m-0,940, 
a = — Mm - 0,040, a, + 8, = 0 und 
dim _ , m — H*- HS 
Wa Hp 
Hieraus folgt zunächst, daß längs der englischen Südküste ein Wachsen 
der Hafenzeiten von West nach Ost stattfindet, daß dies aber in rerschiedenen 
Gegenden verschieden sein wird, je nach dem Verhältnis von I, und H, und dem 
Phasenunterschied der Wellen. So ist: , 
ür D == 0° ; ‚ Aim _ MM _ggsoHı— H. 
a) Für p= 0° (ganz im Westen des Kanals) : ag + 5 090 HB 
Da hier H, und H, ziemlich verschieden sein werden, so ist in dieser 
Gegend ein mäßig rasches Fortschreiten der Hochwasser- (Hafen-) Zeiten von 
W nach O zu erwarten, 
b) Für p = 180° (Portland bis Insel Wight): 4% = + 2.0040 HL, 
ı 2 
woraus für diese Gegend auf ein sehr rasches Wachsen der Hafenzeiten ge- 
schlossen werden darf, 
ir D=— 0° (bei Hastings): 4 _ u Mg90 HH 
e) Für p = 0° (bei Hastings): “Fi A 0 HEIL 
Je nachdem H, > oder <H, ist, ist hier ein langsames Wachsen oder 
Abnehmen der Hafenzeiten von West nach Ost zu erwarten.) 
Vergleichen wir dies mit den fatsächlichen Verhältnissen. so finden wir: 
‘) Vgl, weiter unten die Formel 29) beim Vorhandensein dreier Wellen, die in dieser Gegend 
aAngenNamINeN werden müssen.
	        
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