138 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1908.
aber doch immer annehmen, daß — ein. echter Bruch ist. Nimmt man also
= 0.01 + an, so wird mit dem oben gegebenen Wert für £
>» 43,
# yon
Welchen Wert der Quotient auch hat, so sieht man, daß das Wasser unter-
halb einer verhältnismäßig kleinen Tiefe mit einer konstanten Geschwindigkeit
in einer Richtung, die gerade entgegengesetzt derjenigen des Windes ist, strömen
wird. Für alle Werte von z, die größer sind als ein verhältnismäßig kleiner
Wert, werden nämlich die Ausdrücke für die Komponenten der Geschwindigkeit
sich reduzieren zu respektive
V *
ü =— — und y, = ges
Für kleine Tiefen wird dagegen die Richtung und Größe der Geschwindigkeit
etwas von der Tiefe abhängen, An der Oberfläche findet man also aus der
Gleichung (17b)
—_ Yin fa A % a. %
WE EL HU
Y fe 4
a HEY
Das Wasser strömt mithin auch an der Oberfläche gegen den Wind; da
aber 2 verschieden von Null ist, so wird die Bewegungsrichtung nicht gerade
entgegengesetzt derjenigen des Windes, Für den Winkel {&) zwischen diesen
beiden Richtungen findet man
T£& — »
WE SR
.» 0% 8
18)
Dieser Bruch liegt zwischen — 0 und — 1, welchen letzten Wert er er-
halten würde, wenn 7 als unendlich groß im Verhältnis zu x betrachtet werden
kann; wie wir gesehen haben, kann doch dieses nicht stattfinden, Für igr=—1
ist £= im; € muß deshalb zwischen z und 4x liegen. Je größer die Reibung
zwischen der Luft und dem Wasser ist, desto mehr wird die Strömungsrichtung
des Wassers an der Oberfläche von der entgegengesetzten der Windrichtung
abweichen. Da die Reibung sehr klein ist, muß der besprochene Winkel immer
näher x als 4m liegen, Selbst wenn man # = } x sefizt, so wird doch
s = etira 170°,
Aus der oben stehenden Entwicklung sieht man, daß, wenn ein Luftstrom
son. konstanter Breite über das Meer hinweht, so muß auch das Wasser auf
beiden Seiten der Luftströmung sich in Bewegung setzen und in einer Richtung
fortströmen, die ein wenig unterhalb der Oberfläche des Wassers derjenigen der
Luftströmung gerade entgegengesetzt werden wird. In den oberen Wasser-
schichten wird der Winkel zwischen den erwähnten Richtungen etwas von 180°
abweichen; selbst an der Oberfläche wird aber die Abweichung von 180° gering
sein. Die Geschwindigkeit in den oberen Schichten wird etwas mit der Tiefe
varlieren; unterhalb einer gewissen, kleinen Tiefe wird aber das Wasser mit
derselben Geschwindigkeit in allen Schichten fortströmen, Der von dem Winde
direkt beeinflußte Teil des Meeres wird also im großen und ganzen zwischen
zwei Wasserströmungen eingeschlossen werden, welche von der Oberfläche nach
anten sich erstrecken und die einander ungefähr parallel, dem Winde entgegen-
gesetzt, laufen, Hieraus wird man schon einsehen können, daß die vom Winde
direkt beeinflußte Wassermasse nach dem Verlauf genügender Zeit im großen
and ganzen in der Richtung des Windes fortströmen müssen wird ohne eine
merkbare Ablenkung zu erleiden, Man kann außerdem bemerken, daß diese
Strömungen wegen der Rotation der Erde eine Druckwirkung auf das umgebende
Wasser ausüben müssen, welche die Niveauänderungen an der Oberfläche des
Meeres, die bei der Wirkung des Windes auftreten müssen, zu erhalten suchen