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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

Die Witterung an der deutschen Küste im Juli 1908, 
127 
Stat. 
Niederschlag, mm 
Zahl der Tayre 
Windgeschwindigkeit 
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25, 45 70— 3 MM 
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Die Witterung an der deutschen Küste war im Durchschnitt bei etwas zu 
hohem Barometerstande um ein Geringes zu warm (im Mittel der 10 Beob- 
achtungsstationen um 0,6°). Auch herrschte etwas mehr Sonnenschein als dem 
Monat Juli zukommt, besonders an der ostpreußischen Küste, und die Nieder- 
schlagsmengen erreichten im Mittel den Normalbetrag nicht völlig. Auch 
stürmische Winde waren selten (sie traten nur an vereinzelten Stellen des Küsten- 
gebiets auf) und auch die registrierten Windgeschwindigkeiten waren bei meist 
nordwestlichen Richtungen durchschnittlich ziemlich klein, Demnach erweist sich 
das Wetter des Juli als verhältnismäßig günstig. Allerdings traten sehr häufig 
Gewitter auf, die z. T. von ergiebigen Regenfällen begleitet waren. Am gewitter- 
reichsten war die Zeit vom 12. bis 15, des Monats, Tage mit Nebel waren sehr 
selten; sie traten in größerer Verbreitung nur am 27, Juli auf. Fast alle übrigen 
Tage des Monats waren nebelfrei. Als Periode anhaltender Trockenheit und 
heiteren Wetters des ganzen Küstengebiets sind die Tage vom 21. bis 27, hervor- 
zuheben; für die Nordseeküste trifft dies auch für die Zeit vom 1. bis 6. des 
Monats zu, 
Was die Luftdruckverteilung und Wetterlage im einzelnen betrifft, so lag 
das deutsche Küstengebiet am 1. und 2. Juli an der Südostseite eines Nordwest- 
europa bedeckenden Hochdruckgebiets einem. Tiefdruckgebiet im Osten gegen- 
über, das sich erst am 11, Juli entfernte. Deshalb war an den beiden genannten 
Tagen das Wetter an der deutschen Küste ruhig, heiter und ziemlich warm und 
trocken, Vom 3. Juli ab breitete sich das genannte Tiefdruckgebiet allmählich 
westwärts aus und brachte dadurch der Ostsecküste vom 83. bis zum 5, bei ver- 
breiteten Gewittern ergiebige Niederschläge. Die Nordseeküste, die noch im 
Wirkungsbereich des Hochdruckgebiets lag, hatte in diesen Tagen, wenn auch 
eine stärkere Bewölkung, so doch nur ganz geringe Niederschläge. Da während- 
dessen die Winde lebhafter und von der See her landeinwärts wehten, so trat 
eine merkliche Abkühlung ein, die sich längere Zeit erhielt. Am 6. war die 
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