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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

Schott, G.: Die Bedeutung einer internationalen Erforschung des Atlantischen Ozeans usw. 409 
IY. Organisation, allgemein. 
17. Die Einrichtung eines besonderen gemeinsamen Geschäftsbureaus er- 
scheint nicht erforderlich, Jedem teilnehmenden Lande sollte es freistehen, durch 
eigene Spezialisten und auf eigene Kosten die ihm zunächstliegenden Arbeitsfelder 
zu untersuchen. Es dürfte, um doppelte Untersuchungen zu vermeiden, genügen, 
wenn durch eine vom Geographenkongreß zu ernennende Kommission die Ver- 
teilung der einzelnen Schnittlinien auf die einzelnen Nationen in gemeinsamem 
Einvernehmen geregelt wird. 
18. Auch die Bearbeitung und Herausgabe der auf den einzelnen Schnitt- 
linien gewonnenen Beobachtungstatsachen ist den KEinzelstaaten zu überlassen, 
doch wird eine tunlichst gleichartige Veröffentlichungsform anzustreben sein. 
19. Die Untersuchungsmethoden müssen unter allen Umständen, um strenge 
Vergleichbarkeit zu erreichen, international verabredet und gemeinsam Sein 
(s. oben III. Methodisehes). 
20. Neben dem Interesse der Regierungen der atlantischen Staaten Europa- 
Afrikas und Amerikas sollte auch das Interesse der Privatleute, der Polarforscher 
und der Besitzer größerer Dampfyachten an solchen atlantischen Forschungen 
geweckt werden, Hauptsächlich aber ist es nötig, das Interesse und den mächtigen 
Beistand der größeren Dampfschiffahrts-Gesellschaften zu gewinnen. 
V. Organisatorische Schritte im Anschluß an den IX, Internationalen 
Geographenkongreß, 
Der Kongreß hat nun folgende Resolution angenommen: 
‚Der IX. Internationale Geographenkongreß zu Genf erklärt die physika- 
lische und biologische Erforschung des Atlantischen Ozeans für eine der 
Aringendsten auf dem Gebiete der Meereskunde zu leistenden Aufgaben. Diese 
Aufgabe in Angriff zu nehmen, erscheint als eine Ehrenpflicht der atlantischen 
Kulturstaaten Europa-Afrikas und Amerikas; diese Aufgabe ist um so dringlicher, 
als neben dem unmittelbaren Interesse der atlantischen Schiffahrt mittelbar die 
bedeutendsten Interessen der Fischerei und der Witterungskunde hieran ge- 
knüpft sind,« 
Der Kongreß hat ferner in seiner letzten Sitzung behufs Weiterführung 
der Angelegenheit folgenden Maßnahmen zugestimmt. Der Vorsitzende der Sektion 
‚Ozeanographie« hat den Auftrag erhalten, die nachstehenden Persönlichkeiten 
zum Eintritt in eine »Kommission zur Erforschung des Atlantischen Ozeans« 
oder kürzer: in die »Atlantische Kommission« aufzufordern: 
i. den Fürsten Albert von Monaco, der den Vorsitz zu übernehmen ge- 
beten werden soll; 2. Prof. Pettersson-Stockholm und 3. Prof. Schott-Hamburg 
als die beiden Antragsteller; 4. Commandeur Drechsel-Kopenhagen, derzeitigen 
Generalsekretär der internationalen Meeresforschung für die westeuropäischen 
Meere; 5, Lecointe, Direktor des Observatoriums in Ucele (Belgien); 6. Prof. 
Chaves- Ponta Delgada, Azoren; 7. Hon. Ch. Walcott, Sekretär der Smithon. 
Institution-Washington; 8. Prof. Gilchrist-Kapstadt; 9. einen Vertreter von Groß- 
britannien, 10. von Rußland, 11. von Österreich, 12. von Argentinien, 13. von 
Holland, 14. von Norwegen, 15. von Frankreich; 16. Prof, Vinciguerra-Rom; 
17. Dawson, Chief Engineer of the Tidal Survey - Ottawa, Kanada; 18. Prof. 
Krümmel-Kiel als Vorsitzenden der ozeanographischen Sektion des Kongresses 
in Genf. 
Es konnte die Kommission nicht sofort als solche gewählt werden, weil 
eine große Reihe der in der vorstehenden Liste aufgeführten Persönlichkeiten 
nicht anwesend war; es soll aber, sobald die Zustimmung der Herren schriftlich 
oder mündlich vorliegt, die Kommission als ernannt gelten und tunlichst bald 
einmal zusammentreten, Es wird noch besonders darauf aufmerksam gemacht, 
daß eine Erweiterung durch den Beitritt der Vertreter noch anderer Staaten aus- 
Adrücklich vorgesehen ist.
	        
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