08 Annalen der Hydrographie und Maritinen Meteorologie, September 1908,
lieses Meergebietes sagen könnten. und müßten; Rosira res agilur, bestätigt die
Geschichte der Meeresforschung auch hier wieder die Erfahrungstatsache, daß
so oft das Nächstliegende über dem Fernerliegenden vernachlässigt wird.
7%, Eine Schmittlinie zwischen einem Punkte an der marokkanischen und
der amerikanischen Küste, etwa bei Kap Hatteras, Auf dieser Strecke scheinen
höchst wichtige in die Zirkulation des Ozeans tief eingreifendea dynamische
Faktoren. wirksam Zu sein, Es würde von dieser Sektion der sogenannte »Cold
wall«, der Golfstrom, der nördlichste Teil des Sargasso-Meeres und die kalte
Auftriebregion an der afrikanischen Küste getroffen werden,
8, Entsprechende Lotreihen in Nord-Süd- oder Nordost-Südwest-Richtung
nach Parä& hin, tunlichst den Guinea-Strom anschneidend, würden das Bild der
nordatlantischen Zirkulation ergänzen und Material für die quantitative Dar-
stellung und Berechnung der in diesem Teil des Ozeans existierenden hydro-
dynamischen Kraftfelder ergeben.
9. Hinsichtlich einer Hineinziehung des Südatlantischen Ozeans genügt es,
daran zu erinnern, daß in Argentinien sowie in der Kapkolonie für die Erfor-
schung der angrenzenden Meeresgebiete ein reges, ja tatkräftiges Interesse sich
gezeigt hat, welches als mitwirkender Faktor in einer künftigen internationalen
Vereinigung zu berücksichtigen ist, Auch ist für das Jahr 1910 und die folgenden
Jahre eine Erneuerung der verdienstvollen schottischen Expedition nach dem
Weddell-Meere in Aussicht gestellt.
1. Methodisches.
10. In regelmäßigen Zeiträumen nach dem Muster der in Nord- und Ostsee
üblichen internationalen Terminfahrten wiederholte Reisen auf den vorgenannten
verschiedenen Schnittlinien des Atlantischen Ozeans versprechen den weitaus
größten und einen vollkommenen Erfolg, Doch jst sogleich zu bemerken, daß
zunächst nur während eines Jahres eine solche synoptische o0zeano0-
graphische Aufnahme empfohlen wird; es handelt sich um eine erst-
malige Rekognoszierung‘ der tieferen Wasserschichten,
11. Obligatorisch für die international an den Tiefseestationen Beteiligten
müßten folgende Beobachtungen gelten:
a) Salzgehalt in bestimmten Tiefen,
b) Temperatur in bestimmten Tiefen,
6) Planktonentnahme,
d)} Bodenprobenentnahme.
13. Obligatorisch sollte fernerhin sein die Benutzung der internationalen
Normen und Konstanten, metrisches Maß, Celsius-Grade, Standard-Methoden
bei Analysen,
13. Höchst wünschenswert wären Strombeobachtungen von verankerten
Schiffen oder Bojen in bestimmten Gegenden, z, B. in der Florida-Straße, im
Bereich der Neufundlandbank, auf dem Wywille Thomson-Rücken, in der
GCibraltar-Straße usf,
14. Fakultatiy wären:
a} Bestimmungen der Gase,
b) Bestimmung der Alkalinität,
e) Bestimmung der Radioaktivität
dA) Aussetzung von Treibkörpern,
15. Wünschenswert ist auch die tunlichste Aufarbeitung wenigstens der
obligatorischen Beobachtungen gleich an Bord.
16, Neben den atlantischen Terminfahrten für Untersuchung der Tiefsee-
schichten sollten Öberflächenbeobachtungen in ununterbrochener Reihenfolge,
jedoch hauptsächlich nur auf den oben empfohlenen Schnitten, durch Schiffs-
führer erlangt werden, und zwar:
a) Entnahme von Wasserproben für Salzgehalt und Dichtebestimmung,
b) Entnahme von Oberflächen-Plankton,
2) direkte Messung der Oberflächentemperatur,