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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

Die Fisverhältnisse des Winters 1907/08 in den außerdeutschen Gewässern der Ostsee usw. 403 
hatte, so daß das Frostgebiet wieder yordrängend am Morgen des 10, von Ruß- 
land bis nach der norwegischen Küste und Mittelfrankreich reichte; über Nord- 
osteuropa herrschien zu dieser Zeit Temperaturen von -— 25° bis — 36°, Eine 
neue, über Nordeuropa vordringende Depression brachte schon am 12, Tauwetter 
vom norwegischen Meere bis nach Westrußland, während erst eine zweite vom 
Ozean heranziehende Depression am 16, die Frostgrenze über Kontinentaleuropa 
ostwärts zurückdrängte, Am Morgen des 17, hatten nur Lappland und ein von 
[nnerrußland nach den Alpen und Öberitalien reichendes Gebiet Frost, am 
folgenden Morgen war ganz Europa frostfrei; aber, der Jahreszeit entsprechend, 
stellte sich an den nächsten Tagen bei Nachlassen von Wärme zuführenden 
Winden alsbald wieder Frost ein, 
£in vom 20. bis 24, von Westen her Kontinentaleuropa durchquerendes 
Hochdruckgebiet hatte ausgebreiteten Frost, teilweise auch an der deutschen 
Küste, im. Gefolge, während ein tiefes, über Nordwestrußland fortziehendes Mi- 
nimum am 22, wieder fast ganz Skandinavien und Westrußland Tauwetter zu- 
führte, Jenem Hochdruckgebiet nachfolgende, vom hohen Norden südwärts 
reichende Depressionen. ließen an der westdeutschen Küste dann bis Ende des 
Monats anhaltend. Tauwetter bestehen, und auch die ostdeutsche Küste beobachtete 
am Morgen nur vereinzelt Frost, während Mittel- und Nordschweden sowie Finn- 
land. seit dem 25. andauernd Frost und an den beiden letzten Tagen wieder 
strenge Kälte zu verzeichnen hatten. 
Dieselbe, durch tiefe, über Nordeuropa fortschreitende und weit nach 
Süden ausgebreitete Depressionen gekennzeichnete Wetterlage erhielt sich auch 
im Februar, bis sich nach Mitte des Monats über Innerrußland. ein andauerndes 
Hochdruckgebiet einstellte, das dem Vordringen der Depressionen nach Osten 
ein Hindernis entgegenstellte und andauernde südöstliche Winde über dem Osten 
Europas zur Folge hatte, 
Nachdem eine vom 31. Januar bis 2, Februar vom norwegischen Meere 
nach Westrußland vordringende Depression durch nördliche Winde auf ihrer 
Rückseite leichten Frost an der deutschen Küste und am Morgen des 2. vorüber- 
yehend wieder ein von Rußland bis nach der norwegischen Küste und Mittel- 
frankreich reichendes Frostgebiet herbeigeführt hatte, brachten die nachfolgenden 
Depressionen bei Winden aus westlichen Richtungen unserer Küste wieder Tau- 
wetter, das mit vereinzelten und kurzen Unterbrechungen (besonders am 10, an 
der Ostseeküste) ostwärts bis Pommern bis Monatsende anbielt, indessen die 
preußische Küste meist leichten Frost beobachtete, Während Westrußland sehr 
wechselnde Verhältnisse im Februar aufwies, hatten Finnland und der Bottnische 
Busen fast durchweg Frost. 
Die durch ein Hochdruckgebiet über Rußland gegenüber tiefen, meist ganz 
West- und Mitteleuropa bedeckenden Depressionen gekennzeichnete Luftdruck- 
verteilung mit überwiegenden Winden aus südlichen Richtungen über Mittel- 
and Östeuropa erhielt sich wenig verändert noch bis zum 8, März. Während 
Nord- und Nordosteuropa meist mäßigen Frost beobachteten, herrschte eine 
Temperatur um 0° an der deutschen Küste, und im Gefolge eines langsam nach 
der Nordsee vordringenden und dort zunächst verweilenden tiefen Teilminimums 
stieg‘ die Temperatur noch weiter, Eine durchgreifende Wandlung der Wetter- 
lage erfolgte in den Tagen vom 9, bis 15, März, indem sich eine sehr tiefe 
Depression unter schneller Verflachung von Schottland (725 mm) südostwärts 
über Polen. hinaus verlagerte und gleichzeitig das Hochdruckgebiet von Rußland 
über Lappland nach Nordskandinavien zog, um dann im Rücken der abziehenden 
Depression südwärts vorzudringen, Nachdem sich bei östlichen und nordöstlichen 
Winden zunächst über dem Norden Europas strenge Kälte eingestellt hatte, 
breitete sich der Frost bei nordöstlichen Winden südwärts aus, und bereits am 
13. reichte das Frostgebiet wieder von Rußland bis nach der Küste Norwegens 
and Frankreich. Das Hochdruckgebiet bedeckte am 14. März fast ganz Europa; 
es schritt mit seinem Kern ostwärts nach Westrußland und blieb bis zum 28, 
westwärts bis nach dem norwegischen Meer und bis Monatsschluß bis über die 
Ostsee ausgebreitet, während sich der Kern über Rußland zunächst nordwärts
	        
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