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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

404 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1908, 
Nordwestwinde Frost über Skandinavien und Nordosteuropa herbeiführte, der 
aber nur von kurzer Dauer war, 
Im Dezember brachte zunächst jenes weiter nach Rußland ziehende 
Hochdruckgebiet bei westlichen Winden Tatuwetter über Skandinavien, während 
über Kontinentaleuropa bei inlandigen Winden Frost eintrat; doch schon am 8. 
ließ ein von Island heranziehendes Minimum, das seinen Einfluß bis nach den 
Alpen ausdehnte und in der Folge Ausläufer über den Süden der Ostsee bis 
aach Westrußland entsandte, die Frostgrenze wieder nach Osten zurückweichen; 
bis auf den Nordosten war Kontinentaleuropa vom 4. bis zum 14. fast frostfrei, 
Über Rußland aber verlagerte sich das Hochdruckgebiet nach Lappland, und es 
stellte sich bei anhaltenden östlichen. Winden strenge Kälte über Nordosteuropa 
ein, die seit dem 9, schnell zunahm; am Weißen Meere herrschten morgens vom 
12, bis 15, Temperaturen unter — 30° und in Finnland. weit verbreitet Tempera- 
turen unter — 20%. Interesse verdient die Ausbreitung des Frostes über die 
Ostsee bei den anhaltenden östlichen Winden; morgens am 10. erreichte der 
Frost Hernösand, am 11. Stockholm, am 13. Visby und erst am 17. Bornholm 
und die Pommersche Küste, 
Eine vorübergehende Ausdehnung des Frostgebietes über Kontinental- 
europa trat am 17, und 18. bis Mittelfrankreich und Italien im Rücken eines 
vom 13, bis 16, von den Britischen Inseln nach dem Schwarzen Meer ziehenden 
tiefen Minimums ein, als sich ein von Nordost- nach Südwesteuropa reichender 
Rücken hohen Druckes entwickelte, Das am 18. Dezember fast ganz Europa um- 
fassende Hochdruckgebiet zerfiel aber, indem sich eine breite, über Jütland 
reichende Furche niedrigen Drucks ausbildete, die eine Verbindung zwischen der 
anhaltend über Nordwesteuropa beobachteten Depression und der nach Rußland 
verlagerten. Depression herstellte, und unter der Einwirkung westlicher Winde 
war Kontinentaleuropa bereits am 19, Dezember wieder bis Ostdeutschland hin 
frostfrei. Nachdem zwei Teilminima längs jener Rinne niedrigen Drucks nach 
Rußland gezogen waren und vom 23, bis 25. ein Minimum vom norwegischen 
Meer südostwärts über Polen geschritten war, breitete sich im Rücken des 
letzteren. das Hochdruckgebiet von Nordosteuropa unter starker Zunahme west- 
wärts über Nordeuropa und zugleich südwärts drängend auch über Mitteleuropa 
aus. Vom 27. bis Ende des Monats verlief die Frostgrenze ziemlich gleichmäßig 
von Südrußland längs des Nordfußes der Alpen, der niederländischen und der 
norwegischen Küste nach dem Nordmeer, 
Der Januar brachte den Ansturm von ostwärts ziehenden Depressionen 
im hohen Norden Europas und den höchsten Druck meist über Kontinental- 
guropa; südwärts reichende Ausläufer bewirkten eine große Veränderlichkeit der 
Temperatur über Nord- und Mitteleuropa, Nachdem am 1, und 2, das Frost- 
gebiet wenig verändert fortbestanden hatte, trat im Gefolge eines ersten Aus- 
Jäufers am 4. über Norwegen, Südschweden und an der deutschen Küste Tauwetter 
ein (Memel am 2. morgens noch -— 21°, dagegen schon am 3. Januar + 1°, und 
nach erneutem Frost am 6. brachte ein in der Nacht zum 7, längs der Küste 
vorbeiziehender Sturmwirbel abermals Tauwetter, 
Während aber die Erwärmung am 3, und 4. in Deutschland auf das 
Küstengebiet beschränkt geblieben war, machte dieser Sturmwirbel durch seine 
starken Westwinde dem Frost, der in Kontinentaleuropa seit dem 27, Dezember 
yeherrscht hatte und der sich bei südöstlichen Winden am 3, bis 5. sogar bis 
pach den Britischen Inseln ausgebreitet hatte, ein schnelles Ende; nachdem die 
Kälte in. den mittleren Teilen des südwärts verlagerten Hochdruckgebiets stark 
zugenommen hatte und in Deutschland am 3. und 4. Januar weit verbreitet Tem- 
peraturen unter — 15° und noch am 5, unter — 10° beobachtet worden waren, 
arwiesen sich Frankreich und Deutschland am Morgen des 7, frostfrei. 
Eine baldige Wandlung aber führte ein nachfolgender tiefer Sturmwirbel 
herbei, der vom 8, bis 10. vom Osteingang des Kanals nach Nordösterreich fort- 
schritt und in Verbindung mit einem von den Britischen Inseln nachdrängenden 
Hochdruckgebiet, das sein Maximum vom 4. bis 11. Januar von Island bis nach 
Ader Mitte Kontinentaleuropas verlagerte, zunächst starke Nordostwinde im Gefolge
	        
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