100 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Septeinber 1908,
war die Eisstärke im vergangenen Winter geringfügig. Da die Hauptverkehrs
wege eisfrei waren, so gelangte der Eissignaldienst nicht zur Tätigkeit, Feuer-
schiffe sind nicht eingezogen worden, wie dies in den letzten 30 Jahren in etwa
der Hälfte der Fälle (17) auch nicht erforderlich gewesen ist, während die
mittlere Dauer für die Entfernung der Leuchtschiffe von ihren Stationen ungefähr
sechs Wochen beträgt, wobel sich als die äußersten Daten für die Verlegung der
Feuerschiffe unter dem Zwang der Eisverhältnisse der 4, Dezember (1879) und
der 4. Mai (1888, Lappen und Gedser) verzeichnet finden,
Die obige Abhandlung enthält in Tabellen für jeden Tag der Monate
Dezember bis März und zusammenfassend für diesen Zeitraum, also den ver-
gyangenen Winter, von 118 Eisbeobachtungsstationen Angaben. über die Beschaffen-
heit des etwa vorhandenen Eises nach einer zehnteiligen Skala und über den
Grad der Erschwerung der Schiffahrt, wo, ebenso wie in Deutschland, unbehinderte
Schiffahrt, Erschwerung und Schluß der Segelschiffahrt, Erschwerung der Dampfer-
fahrt und Schluß der Schiffahrt unterschieden werden, Da diese Tabellen an der
angegebenen Stelle zugängig sind, so kann von ihrer Wiedergabe hier abgesehen
werden, doch soll nachstehend noch eine Übersetzung der den Tabellen bei-
gegebenen kurzen Übersicht über die Eisverhältnisse der verschiedenen Gewässer
hier yeboten werden:
Die Westküste Jütlands. Die Küste selbst war eisfrei. In Graadyb gab
68 an. etwa 14 Tagen etwas Treibeis, Im Ringköbing-Fjord wurde Eis im ganzen
an 51 Tagen beobachtet, festes Eis aber nur Anfang Januar,
Der Limfjord, Im Thyborön-Kanal und in Nissum Bredning herrschie zwei
Wochen lang Treibeis. Auch Oddesund und Sallingsund hatten ungefähr 14 Tage
mit Eis, doch begann sich in diesen Gewässern festes Eis, wenn auch zur für
wenige Tage, einzustellen. Von Lögstör bis hinter Nibe gab es ungefähr sechs
Wochen lang Eis; bei Lögstör handelte es sich meist um Treib- und Packeis,
hinter Nibe aber gab es festes Eis, das während zwei Wochen sogar jede Schiff-
fahrt unmöglich machte, In Aalborg wurde nur wenig Kis beobachtet, zwischen
Aalborg und Hals aber Treibeis und festes Eis während etwa zwei Wochen,
Das Kattegat war vollständig frei von Eis, In den Fjorden der Ostküste
Jütlands fand sich etwas Eis, im Mariager Fjord während ungefähr acht Wochen
(festes Eis während sechs Wochen), im Randers-Fjord während ungefähr sechs
Wochen (festes Eis ungefähr zwei Wochen), Ebeltoft Vik, die Bucht von Aarhus
und die Meeresteile um Samsö waren eisfrei, Horsefs-Fjord, der Hafen und
Kanal von Odense hatten ungefähr vier Wochen lang Eis. Der Sund und seine
Häfen waren eisfrei bis auf den Hafen von Kopenhagen, der an drei Tagen
Schlammeis führte (+Brash ice«, a maß consisting of snow and water or of very
small pieces of ice not yet frozen together).
Der Große Belt war eisfrei. Der Hafen von Nyborg beobachtete nur sehr
wenig Eis, während derjenige von Nakskov etwa vier Wochen lang Eis hatte
und die Segelschiffahrt dabei an 17 Tagen geschlossen blieb,
Der Kleine Belt blieb eisfrei, Im Vejle-Fjord und Kolding-Fjord fand sich
Eis während vier bis fünf Wochen,
Die Ostsee und Bornholm beobachteten kein Eis, Der Praestö-Fjord hatte
ungefähr sechs Wochen Eis.
Der Isefjord war eisfrei, Der Holbackfjord und der Roskildefjord hinter
Frederiksyaerk hatten vier Wochen lang Eis, während der Hafen von Roskilde
71, Wochen Eis beobachtete und für ungefähr sechs Wochen der Schiffahrt ver-
schlossen war,
Die Gewässer von Smaaland nebst Storströmmen und dem Grönsund waren
eisfrei, aber die Häfen und inneren Gewässer hatten etwas Eis, Vordingborg
beobachtete 51, Wochen und Skelskör ungefähr 1’/, Wochen Eis, Zwischen den
[nseln nördlich von Lolland und in dem Staaltief gab es 2*/, Wochen, in Band-
holm ungefähr drei Wochen, im Guldborgsund ungefähr vier Wochen mit Eis,
Bögestrommen hatte nur während etwa drei Wochen Eis, ausgenommen zwischen
Kallehaye und Stege, wo sich das Eis während fünf Wochen hielt.