396
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1908.
Über Sundsvall kam von Lulea am 12, April die Nachricht, daß offenes
Wasser in den Schären bei Kluntarne sei, welches sich ungefähr 1 Sm nach
außerhalb erstrecke, Nach dem Berichte vom Dampfer »Hispania« konnte der
Hafen erst am 23, Mai als eröffnet angesehen werden, als dieser Dampfer nebst
fünf anderen dort ankamen; auf dem Wege nach Lulea sei überhaupt kein Eis
gesichtet worden.
Von der finnischen Seite des Nordbottens kam am 23, März aus Äbo
die Mitteilung, daß der Dampfer »Christian Ruß« auf der Reise von Hamburg
nach dort 31/, Tage im Eise gesessen habe, dann auf der Reise von Äho nach
Hangö die Schraube verloren habe, so daß er durch einen Eisbrecher ein-
geschleppt werden mußte,
In Raumo kamen am 31. April die »Iris« und »Gallenius« an, ohne auf
See Eis angetroffen zu haben.
Von Björneborg kam am 29. April die Nachricht, daß der Fluß eisfrei und
die Schiffahrt für alle Arten von Fahrzeugen geöffnet sei, _
Der Eisbrecher »Murtaja« kam am 24, April von Äbo in Nystadt an,
ging am nächsten Tage nach Raumo, wo er durch die nördliche Fahrrinne gegen
Mittag eintraf; später dampfte er nach der südlichen Einfahrt. um diese eben-
Falls zu öffnen.
Aus Mäntyluoto wurde berichtet, daß seit 4. April das offene Wasser un-
gefähr bis Kallo Leuchtfeuer, Rafsö Südspitze und Unibuotoa reiche, Säbbskär
Feuer wurde angezündet.
Am 16. April lag bei Rafsö noch schweres Packeis und der Verkehr nach
dem Festlande fand noch über Eis statt,
Am 25. April waren die Häfen Mäntyluoto und Rafsö fast eisfrei; die
schwedischen Schooner »Ebba« und »Ingeborg« kamen hier an,
Von Kristinestad wurde am 1. Mai gemeldet, daß innerhalb der Härkmeri
Bake bis nach Östra Karlshamn und Margrund offenes Wasser vorhanden und nach
Skatan zu offenes Wasser ohne Treibeis sichtbar sei. Das Feuer von Medeklubb
wurde am 15., das von Mäntyluoto am 16, April angezündet,
Im Fahrwasser von Wass gab es am 10, Mai noch so viel Eis, daß Eis-
brecher allen kommenden und gehenden Schiffen Beistand leisten mußten. Am
16. Mai war die Einfahrt durch schweres Treibeis versperrt.
Der von Abo nach Wasa bestimmte Dampfer »Norden« stieß am 13. Mai
bei Rönneskär auf so schwere Eismassen, daß er sie nicht foreieren konnte,
sondern nach Kaskö zurückkehren mußte.
Über die Eisverhältnisse in den Quarken wird zuerst unterm 27, März
folgendes berichtet: Das ältere Eis nördlich der Valsörarna war am 21, d. Mis,
aus Sicht. Seitdem hat jedoch eine Kälte von 5 bis 12° geherrscht, wodurch
sich wieder neues Eis gebildet hat, Das junge Eis hat sich von dem festen
Eisgürtel gelöst und freibt nach Snipans Grund hinüber, wo es sich mit den
gröberen Eismassen zusammenpackt,
Dann wurde am 12. April von Valsörarna gemeldet, daß die Quarken noch
mit Treibeis angefüllt seien, das südwärts ziehe, nach Norden zu undurchdring-
liche Eismassen zu liegen schienen, der feste Eisgürtel sich 2 bis 4 Sm nörd-
lich von der Ritgrund Lotsenstation nach Storkallan und weiter nach Snipans
Grund erstrecke,
Der am 20. Mai in Yxpila angekommene Eisbrecher »Tarmö« meldete, daß
in den Quarken noch gewaltige Eismassen lägen und er einen KEisgürtel von
5 bis 6 Faden Dicke habe durchbrechen müssen,
In Nikolaistad war die Schiffahrt für Dampfer am 4. Mai offen.
Der Dampfer »Frida Horn« aus Stettin ist im Eise der finnischen. Küste
zugetrieben und am 27. Mai bei Karlso auf Tanvo, zwischen Brahestad und
Uleaborg gestrandet.