Die Fisverhältnisse des Winters 1907/08 In den außerdentschen Gewässem der Ostsee usw, 395
Das Feuerschiff »London-Grund« wurde am 13. Mai ausgelegt und damit
die Schiffahrt für alle Arten von Schiffen eröffnet.
Yon Petersburg endlich kam am 16. April die Meldung, daß die Newa
aufzubrechen. anfange, und am 1. Mai, daß der Regen das Ladoga-Eis in Be-
wegung gesetzt habe, das in großen Massen die Newa hinunterziehe und den
ganzen Fluß anfülle. Am 5. Mai kamen die ersten Dampfer in Petersburg an,
womit die Schiffahrt eröffnet war. Es wird jedoch der 27, April alten Stils
als offizieller Termin der Schiffahrtseröffnung angegeben,
Nordbotten. Nachdem seit etwa 2 Monaten, von Mitte Januar bis Mitte
März, keinerlei Nachrichten über die Eisverhältnisse des Nordboitens eingegangen
waren, kam am 14. März über Stockholm die erste Nachricht, die den Zustand
des Eises an der schwedischen Seite folgendermaßen schilderte: Auf der Strecke
Gefle—Lulea ist noch kein Hafen eisfrei, Bei Sundsvall ist die See bis 3 km
von der Stadt frei von Eis und bei Hernösund liegt das Eis nur 1 km von der
Stadt entfernt. Nördlich von Sundsvall ist in diesem Jahre kein See-Eis und vom
Rödkallen Leuchtfeuer, bei Lulea, ist 2 km seewärts offenes Wasser zu schen.
Von »Gefle« wurde ebenfalls am 14, Mai gemeldet, daß an der Nordlandsküste
entlang, bis hinauf nach Örnskoldsvik. schwere Eismassen lägen, die durch
einen Oststurm von der finnischen Seite zugetrieben und zusammengepackt
worden seien, N
Der Lotsendampfer »Gefle« kam am 11, April in Öregrund an, und seit
dem 12, April war der Öregrundgrepen für die Schiffahrt offen, nachdem der
zwischen Djursten und dem Festlande gelegene KEisgürtel in der Nacht auf-
gebrochen und seewärts getrieben war,
Der schon seit einigen Tagen gemeldete Dampfer »Carolus« arbeitete im
Eise nordwärts nach Skutskär zu, er hatte sich am 25, April bereits dem Lande
ziemlich genähert; am 24. hatte sieh noch ein zweiter Dampfer zugesellt, und
beide versuchten nun, das Eis zu foreieren. Der Dampfer »Rosa« war bei
OUrskär liegen geblieben und wartete auf Besserung der Verhältnisse,
Die Feuerschiffe »Västra-Banken« und »Finngrund« wurden am 28, April
ausgelegt, während das Feuerschiff »Grepen« am 2, Mai auf Station ging,
Am 4. Mai war das Eis in der Gefler Bucht so verteilt, daß es der Schiff-
fahrt kein Hindernis mehr bereitete,
Stugsund und Söderhamn wurden am 29, April geöffnet,
In See, längs der Küste, ist viel Treibeis und noch kein offenes Wasser
zu sehen. Das Foreieren des Eises ist, wegen der starken Schneedecke, sehr
schwierig, Am 1, Mai wehte westlicher Wind, der das Eis in See trieb, Am
4. Mai hatten Eisbrecher das Eis aufgebrochen, und damit war die Schiffahrt
eröffnet.
Am 4. April wurde über Sundsvall von Bremön gemeldet, daß innerhalb
der Insel, bis nach Hernöklub noch ein gewaltiger Eisgürtel liege, außerhalb
Bremön war kein Eis vorhanden, Am 25, April eröffnete der norwegische
Dampfer »Baltike, der am 24. Fjutholmen erreicht hatte, die Schiffahrt in Sunds-
wall; ebenso sind 4 Segelschiffe dort angekommen, Am 27, April war die Schiff-
fahrt ganz eröffnet, |
In Hernösand konnte das Eis im Hafen am 30. März noch nicht gebrochen
werden, Am 21, April wurde die Schiffahrt durch den Dampfer »Eva« eröffnet,
als die See in der Nachbarschaft zum. größten Teile eisfrei war, Geöffnet wurde
der Hafen für alle Arten von Schiffen am 4, Mai,
Umean war am 12. Mai für alle Fahrzeuge geöffnet, während der Verkehr
zwischen dort und Holnisund erst am 16, eröffnet werden konnte, ebenso nach
Skellefteä, Der Dampfer »Ophalia« hat am 18. Mai den Eisgürtel zwischen Munk-
zund und Pitsund durchbrochen, und an demselben Tage kam ein Frachtdampfer
in Farugrund an. Unweit Lulea, sowie zwischen Södernäs und Gasören lag noch
sin ziemlich starkes Xisband,
Örnsköldsvik meldete am 2%. Mai, daß, nachdem das Treibeis von der Küste
abgetrieben wäre, der Verkehr wieder offen sei. Am 1. Mai kamen der Dampfer
‚Eva«, am 3, ein anderer Dampfer and mehrere Segelfahrzeuge an.