30 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1908,
nach Santos in 144 Tagen ausgeführt, während die kürzeste von Singapur nach
New York 92, die längste 143 Tage dauerte, 2% Nach dem Stillen Ozean,
Im Stillen Ozean ist es Newcastle N, S, W., wo sich fast der ganze Verkehr vom
[Indischen Ozean aus vereinigt. Von Kapstadt, von den Häfen OÖstafrikas, von
der West- und Südküste Australiens segeln die meisten Schiffe nach diesem
Hafen, um dann von hier aus, mit Kohlen beladen, ihre Reise nach der West-
küste von Amerika fortzusetzen. Selten werden von Afrika oder auch von der
Südküste Australiens aus direkte Reisen nach der Westküste von Amerika unter-
aommen. Von Kapstadt nach Newcastle wurden die Reisen durchschnittlich in
i3 Tagen, die kürzeste Reise in 33, die längste in 54 Tagen ausgeführt, Nach
der Westküste von Südamerika beanspruchten die Reisen im Mittel 75.5 Tage.
Die kürzeste Reise wurde in 63, die längste in 87 Tagen gemacht. Von Port
Pirie und von Port Adelaide wurde Newcastle durchschnittlich in 12, von Mel-
bourne schon in 7 Tagen erreicht, während die kürzeste Reise von ersteren
Plätzen 5, die längste 23, von Melbourne 2 und 16 Tage dauerte.
A. Paulus.
Über Schnittpunkte auf Segelschiffsreisen vom Nordatlantischen zum
Südatlantischen Ozean,
Von M. Prager, Assistent der Deutschen Seewarte.
Nach den im »Segelhandbuch für den Atlantischen Ozean« auf Seite 419
yegebenen Anweisungen werden, entsprechend den meteorologischen Verhältnissen,
für Segelschiffe, die nach Südamerika oder nach dem Kap Horn bestimmt sind,
für jeden Monat bestimmte Wege in Vorschlag gebracht, Im allgemeinen lauten
die Vorschriften dahin, daß ein Segelschiff, das Gelegenheit hatte, die Kap
Verdeschen Inseln östlich zu passieren, von 15° N-Br. an möglichst südlichen
Kurs halten soll, um 5° N-Br. nicht westlicher als 26° W-Lg. zu schneiden; das-
selbe gilt für Schiffe, die westlich von den Kap Verden vorbeigehen, auch sie
sollen den angegebenen Schnittpunkt nach Möglichkeit zu erreichen suchen,
Diesen Schnittpunkt anzuholen empfiehlt sich aus dem Grunde, weil südlich von
5° N-Br., namentlich in den Monaten März und April, der Südostpassat zwischen
29 und 3° N-Br. einzusetzen pflegt. Um nach dem Einsetzen des Südostpassats
möglichst Süd zu machen, sind die Schiffe genötigt, auf B-B.-Halsen beim Winde
zu segeln. Für die genannten Monate wird noch besonders empfohlen, den
Äquator ja nicht westlicher als in 29° W-Lg. zu schneiden, weil erstens mit der
zwischen 0° bis 10° S-Br, nach Westen setzenden Strömung zu rechnen ist, ander-
seits der Südostpassat auf der angegebenen Strecke unter Umständen eine sehr
südliche Richtung einzuhalten pflegt. Das mögliche Zusammenwirken beider
Einflüsse kann zur Folge haben, daß dann ein Schiff auf stark westlichem Kurse
der Küste von Brasilien, noch ehe es 10° 5-Br. schneidet, zugeführt und sich
anter der Küste zum Wenden genötigt sehen wird. Abgesehen von dem. Zeit-
verlust, versetzt das Freikreuzen von der Küste einen mittelmäßigen Segler in
eine unangenehme Lage, aus der er nur durch einen bald aufraumenden Südost-
passat befreit werden kann. Die genaue Befolgung der im »Segelhandbuch für
den Atlantischen Ozean« gegebenen und begründeten Vorschriften wird wohl in
den meisten Fällen das Freisegeln der Küste von Brasilien zur Folge haben,
indes kommen doch Ausnahmen vor,
So z. B. konnte die Bark »Marco Polos, Kapt. Schönwandt, im Anfang
April 1898, trotzdem sie 5° N-Br. noch etwas Östlicher als in 26° W-Le. ge-
schnitten hatte, doch nicht die Küste von Brasilien freisegeln, Der für Anfang
April ungewöhnlich weit nördlich reichende Südostpassat setzte schon auf 3° N-Br,
ein und hatte fortdauernd eine so südliche Richtung, nämlich SzO bis 8SO, daß
das Schiff immer westlicher als SW anlag. Am 7, April, als »Marco Polo« den
Äquator kreuzte, war die Länge 28.5° W.. Obgleich nun für April dieser Schnitt-
punkt nicht sehr westlich lag, so würde doch »Marco Polo« durch den sehr süd-