392 ‚Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1908,
Am 19, März meldete Norrköping, daß das Eis während der letzten Taye
zwischen Häfringe und Oxelösund in letzter Nacht seewärts getrieben sei; am
31. März habe der Eisbrecher das Eis im Fjord bis zur Stadt aufgebrochen, so
daß die Schiffahrt wieder eröffnet sei.
Stockholm meldete am 17. Februar, daß das offene Wasser jetzt bis nach
Sandhamn und Landsort hinausreiche; nur ein Teil des Fahrwassers nach dort
sei noch mit Eis bedeckt, so daß die KEisbrecher keine anstrengende Arbeit mehr
hätten, Am 28, Februar reichte das offene Wasser von der Stadt bis nach
Fjäderholmarna, während in allen Fjorden und Buchten außerhalb der Fahrrinne
3och ziemlich festes, stellenweise 30 em starkes Eis lag. Am 5, März wurde die
Stora. VYindäsens Leuchtboje im Dalarökanal ausgelegt, Das Feuerschiff »Alma-
grund« hat am 15, März seine Station verlassen und wartete. bei Sandhamn eine
Besserung der Eisverhältnisse ab, während das Feuerschiff »Syenska Björn« am
11. April seine Station einnehmen konnte.
Der Rigaische Meerhusen, Die Eisverhältnisse des Rigaischen Busens waren
andauernd recht ungünstig, Am 5, Februar kam die Meldung von Bolderas,
daß der Dampfer »Runo«, nachdem der Ejsbrecher das Seegat aufgebrochen
hatte, in den Hafen gelangen konnte, Am 11, hatte sich im Fahrwasser viel Eis
yebildet, das vom Eisbrecher wieder aufgebrochen wurde, In See war kein
»ffenes Wasser sichtbar, so daß die Schiffahrt wieder eingestellt werden mußte,
Am folgenden Tage erblickte man vom Hafen aus einen Dampfer bewegungslos
im Eise, so daß »Jermak« zur Hilfeleistung hinausging. Am 13. kehrte »Jermakı
uanrerrichteter Sache zurück, da sehr starke Eisschiebung nach der Küste zu stattfand.
Weitere Meldungen von Bolderaa am 17, Februar besagten, daß das Fahr-
wasser der Düna unverändert mit zerbrochenem Eise bedeckt, der Westhorizont
aber eisfrei sei und der »Jermak« mit dem englischen Dampfer »Finnland« in
den Hafen gekommen sei, Am 18, waren 2 Dampfer angekommen, und am 19.
war das Eis in See aus Sicht getrieben.
Am 25, Februar waren die Mündung der Düna und das Meer in Sicht-
weite eisfrei, Dagegen war am 27, wieder die See nach allen Richtungen mit
frischem Eise bedeckt, Dampfer konnten aber passieren, Am 28, war das Seeeis
wieder aus Sichtweite getrieben,
Am 2. März war das Fahrwasser der Düna eisirei, Während die See und
das Fahrwasser der Düna bis zum 12, März eisfrei waren, hatte sich am 13. hier
wieder junges zwei- bis dreizölliges Eis gebildet (seewärts nur Schlammeis), das
nach Meldung vom 17, die Passage auch für starke Dampfer zweifelhaft machte,
Am 21. war die Düna wieder größtenteils eisfrei, in See war alles Eis aus
Sicht getrieben, Nachdem sich dam nochmal am 26, März auf der Düna und
in See junges Eis gebildet hatte, war am 1, April dort wieder alles frei von Eis.
Am 12, April endlich hatte der Eisgang auf der Düna seinen Anfang ge-
nommen, jedoch war die Abströmung, trotzdem die See offen war, äußerst gering,
Die Eisnachrichten wurden am 1, Mai eingestellt, nachdem am 21. April
See und Düna eisfrei waren.
Am 20. März wurde von Riga gemeldet, daß der Meerbusen ungefähr 80 See-
meilen weit mit dickem Eise bedeckt sei und, da die Durchführung der Dampfer
vermittels der Eisbrecher mit großer Gefahr für diese verbunden und außerdem
äußerst kostspielig wäre, die Schiffahrt bis auf weiteres geschlossen worden sei. Der
»Jermak«, welcher am 21, hier ankam, berichtete, daß die Eisverhältnisse draußen
schr schwierige seien. Aus Libau kam dann am 24. die Nachricht, daß der
Zugang zum Hafen von Riga nunmehr endgültig durch Eis gesperrt sei, 9 dort
liegende Dampfer seien schon beladen, könnten jedoch nicht ausgehen, trotzdem
einige schon seit mehr als einer Woche seefertig seien, Auch mit »dermaksı
Hilfe, der am 23. nach Reval abgegangen war, sei es den Dampfern nicht mög-
lich gewesen, sich durchzuarbeiten; obgleich Jetzterer schon am 23, früh in See
ging, habe er Domesnäs noch nicht erreichen können; die nach Riga bestimmten
Dampfer löschten ihre Ladung in Windau; der Eisbrecher »Ledokol II« habe
Ördre erhalten, nach Riga zu gehen, um den dort eingeschlossenen Dampfern
Hilfe zu bringen.