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Annalen der Hydrographir und Maritihien Meteorologie, September 1908,
In Narwa, im südlichen finnischen Busen gelegen, war am 3% Dezember
der Fluß voller Treibeis, die Reede von Hungerburg jedoch noch vollkommen
eisfrei; am 23. Dezember war das Fahrwasser von Eis blockiert.
Yon Reval wurde am 26, Dezember gemeldet, daß der südliche Teil des
Äinnischen Busens, mitsamt der Revaler Reede, trotz der herrschenden Kälte
eisfrei sei und noch täglich Dampfer olıme jegliche Hindernisse verkehren. Am
22, Januar kehrte der Eisbrecher »Carlos« von einer Dienstreise nach Nargen
in den Bevaler Hafen zurück; auf dem Wege waren ihm im Eise mehrere
Spanten gebrochen worden, Der Eisbrecher »Jermak« ging am 23. Januar in
See, um Dampfern Hilfe zu bringen, »Nekman-Grund-Feuerschiff« wurde am
16. Januar eingezogen, jedoch am 27. schon wieder ausgelegt, Die Schiffahrt
scheint in Reval nach den vorliegenden Nachrichten überhaupt nicht ganz ge-
schlossen gewesen zu sein, und die Eisverhälfnisse im südwestlichen Teile des
Ännischen Busens. dürften überhaupt keine allzu großen Schwierigkeiten be-
reitet haben,
Rigalscher Busen. Die Schiffahrt im Rigaischen Busen gestaltete sich
angleich schwieriger als im südlichen Teile des finnischen Busens, Die hier
gtationierten Eisbrecher, besonders der starke »dermalk« konnten nicht verhindern,
daß der Verkehr für kürzere oder längere Zeit gänzlich lahm gelegt wurde,
Am 23, November schon wurde von Riga starker Frost und baldiger Schluß
der Schiffahrt angekündigt, Die »Astarte« und andere Dampfer waren am
30. Dezember im Eise festgeraten, jedoch ans eigener Kraft wieder Irei geworden,
Außer der »Astartee, die (mit Hilfe von zwei Dampfern) aus dem Eise befreit
werden mußte, war auf dem Wege nach Rigyx der Dampfer »Theodor« aus Stettin
am 3% außerhalb Arensburg im KEise festgeraten, jedoch wieder freigekommen
and dann in Windau eingelaufen, Domesnäs konnte am diesem Tage nur von
kräftigen Dampfern passiert werden. Der »Jermak« lag zur Hilfeleistung bereit;
von Reval kommend, hatte er den schwedischen Dampfer «Kamma« freigemacht
and in den Hafen von Domesnäs gebracht, Am 4. Januar war der Rigaische Busen
und die Passage bei Domesnäs voll von starkem Treibeise, während Domesnäs von
starkem festen Eise auf eine Entfernung von ungefähr 10 Sm blockiert war,
Vier Dampfer und ein Dreimastschoner waren hier fest im KEise eingeschlossen,
Mehrere Dampfer lagen in’ Bolderaas klar in See zu gehen; In Anbetracht des
Treibeises auf der Barre war dieses jedoch nicht möglich. Am 10, Januar kehrte
der Bergungsdampfer »Duma«, da er den gestrandeten Danıpfer »Dora« Kises
wegen nicht erreichen konnte, in den Hafen zurück.
Am 15, danuar war das Eis in der Düna unverändert fest, und das Seogat
mit starkem Eise überschoben, Der »Jermak« begleitete am 16. alle reisefertigen
Dampfer in die offene See, In der Nähe von Messaragofsem geriet er in so
starkes Eis, daß er 7 Stunden arbeiten mußte, um sich wieder frei zu machen;
lie Dicke der übereinandergeschobenen Eismassen soll stellenweise etwa 4 Faden
(ungefähr 71/, m) betragen haben, Es mag hier noch Erwähnung finden, daß
der »Jermak« bis zum 21, Februar 46 Dampfer durch die Meerenge von Domesnäs
geleitet hat, von denen er zwölf schleppen mußte,
Yon Libatu und Windan sind nur sehr wenig Nachrichten über die Eisver-
bältnisse bekannt gegeben. Am 24, Dezember wurde von Libau strenger Frost
gemeldet, am 26. ging der Eisbrecher »Ledokol« nach Windau; das Feuerschiff
von Libau wurde eingezogen. Am 28, Dezember war die Außenreede frei von
Eis; am 11. Januar waren Reede und Hafenmündung eisfrei, am Horizont jedoch
Eismassen in Sicht, Das Feuerschiff von Libau wurde am 14, Februar wieder
ausgelegt,
Die schwedischen Gewässer südlich vom Älands-Haff. Aus den südschwedi-
schen Häfen und Meeresteilen sind nur sehr spärliche Nachrichten über die Eis
verhältnisse eingegangen, so daß auf die amtliche tabellarische Zusammenstellung
verwiesen werden muß,
Von Stockholm wurde am 16, Dezember gemeldet, daß das Feuerschiff
+Kopparstenarne« seine Station verlassen habe. Am 23. begann das Eis der
Schiffahrt hinderlich zu werden; Sund und Kanäle im inneren Sandhamner