Die Eisrerhältnisse des Winters 1907/08 in den außerdeutschen Gewässern der Ostsee usw. 389
Angerman-Fluß eisfrei seien. Die Feuerschiffe »Västra-Banken« und »Finngrund«,
welche eigentlich ihre Station am 11, Dezember verlassen sollten, konnten bis
zum 22, verbleiben, und das Feuerschiff »Grundkallen« wurde erst am 11, Januar
eingezogen.
Am 30. Dezember war Hudiksvall trotz der strengen Kälte (—27°) noch
für Schiffe offen, die Fahrrinne wurde durch die Eisbrecher »Iggesund« und
‚Anna« bis zur See offen gehalten; auch im Öregrund war die Schiffahrt noch
in vollem Gange, Am 6, Januar, nachdem der Dampfer »Gerd« den Hafen ver-Jassen
hatte, war Hudiksvall für diesen Winter geschlossen, und am 8, wurde
von Sundsvall Schluß der Schiffahrt gemeldet. In Gefle wurden die Winterseezeichen
am 13. Dezember ausgelegt, Dampfer »Pontus« von Stockholm, welcher
Skutskär am 10, Januar verlassen hatte, drang südwärts vor, mußte jedoch,
da er das Eis nicht überwinden konnte, wieder umkehren und bei Bonan zu
Anker gehen. Vom 15. Dezember bis 12. Januar wurde die Schiffahrt, wenn auch
unter Schwierigkeiten, mittels Eisbrecher offen gehalten, .
Am 24. Dezember wurde von Äbo gemeldet, daß das Eis jetzt seewärts bis
nach Kollud und Notgrund reiche und in den letzten Tagen erheblich an Stärke
zugenommen habe; der Eisbrecher »Avance« sei am 22, Dezember nach Kollud
gegangen, um dem von Mariehamn einkommenden Dampfer gleichen Namens
Hilfe zu leisten. Am 9. Januar war das Eis im Sunde, zwischen Nagu und
Korpo, 6 Zoll dick, der Dampfer »Finnland« wurde mit Hilfe eines Eisbrechers
in den Hafen gebracht.
In Hangö war die Schiffahrt am 9, Dezember für die gewöhnlichen Winterdampfer
noch unbehindert, trotzdem die See infolge der strengen Kälte mit Eis
bedeckt war. Der in der Nacht zum 27, Dezember eintreffende Dampfer »Oihonna«
hatte auf seiner Reise von Reval nach hier eine schwere Fahrt; beim Mittelgrund
stieß das Schiff auf starkes Packeis, durch das es sich rammend den Weg
bahnen mußte,
Helsingfors meldete am 24. Dezember, daß der Eisbrecher »Sampa« den
deutschen Dampfer »Rhein« aus dem Hafen gebracht und das Fahrwasser
für den von Reval kommenden russischen Dampfer »Fortuna« aufgebrochen
habe; außerdem seien noch am 23, zwei russische Dampfer angekommen; die
See sei voll von westwärts setzendem Treibeise, An diesem Tage erfolgte dann
aber Schluß der Schiffahrt, nachdem am 21. das Feuerschiff »Äransgrunde
eingezogen worden war.
In Lowisa ist am 11. Dezember der Hafen geschlossen worden.
Von Pitkapassi, Kotka und Styrsudde wurden am 1, Dezember die See
noch offen und die Schiffahrt unbehindert gemeldet; der Fjord zwischen Trängsund
und Wiborg sei mit Eis bedeckt, jedoch werde eine schmale Rinne durch
den lebhaften Verkehr für Dampfer offen gehalten, so daß noch am 30. November
drei Schiffe angekommen seien; die Schiffahrt von Björkö neige sich ihrem
Schlusse, eine Anzahl russischer Schiffe überwintere im Björkösund.
Das Fahrwasser nach Wiborg war am 26. November so mit Eis bedeckt,
daß es dem Dampfer »Sodern« unmöglich war, dasselbe zu überwinden, er mußte
nach Frederekshavn zurückkehren,
Finnischer Busen, Am 19. November wurde von Petersburg gemeldet, daß
nur wenig Eis in der Newa, am 20. jedoch, daß das Revier voller Treibeis sei.
Am 21. kam das Eis im Seekanal zum Stehen; die Dampfer »Vlieland« und
‚Heensterk« verließen den Hafen ohne ihre volle Ladung; außerdem gingen an
diesem Tage noch 17 Dampfer und die übrigen am 22. in See, Da das Eis am
23. zwischen Kronstadt und Petersburg fest war, wurde die Schiffahrt geschlossen,
In Kronstadt waren am 21. November Hafen und Fahrwasser voller
Treibeis, Der Dampfer Oberbürgermeister »Haken«, der norwegische Dampfer
‚Jarl« und andere löschten auf Grund der Eisklausel die nach Kronstadt und
Petersburg bestimmten Güter in Reval, Am 23, lagen hier noch zwölf, am 25.
noch sechs Dampfer zum Laden, während die Schiffahrt am 9, Dezember endlich
als geschlossen gemeldet wurde,nachdem am 21. November das Feuerschiff»London-Grund«
und die anderen Sommerseezeichen eingezogen worden waren.