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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

Wettbewerb-Prüfung von Marine-Chronometern im Winter 1907—1908. 383 
vergleichungen wurden durch den Hilfsarbeiter L. Sembill ausgeführt, während 
die Kontrollvergleichungen durch den Hilfsarbeiter K. Heuer vorgenommen 
wurden. An den erforderlichen Zeitbestimmungen waren beide Beamte beteiligt. 
Während des ersten Teils der Prüfungszeit (1907 November 15—Dezember 3) 
wurden die Instrumente allmählich bis auf 30° C, erwärmt. Alsdann wurden 
dekadenweise die Temperaturen 
30° 25° 20° 15° 10° 5° 5° 10° 15° 20° 25° 30° 
möglichst innegehalten, und zwar wurden beim Übergang von Dekade zu Dekade 
stets allmähliche Temperaturänderungen vorgenommen. Während der beiden 
letzten Dekaden der Prüfung (1908 April 1—21) wurde die Temperatur von 30°C. 
bis auf Zimmertemperatur nach und nach vermindert. Während der vorliegenden 
Prüfung ist es durchweg erreicht wordem die beabsichtigten Mitteltemperaturen 
genau herzustellen. 
Gleichzeitig mit den Chronometern wurden die Thermochronometer (nicht 
kompensierte Chronometer) Eppner Nr. 20 und Tiede Nr, 108 verglichen. Die 
mittleren täglichen Gänge derselben sind am Fuße der Tabelle angegeben. Unter 
den Rubriken, welche diese in Sekunden ausgedrückten Werte enthalten, folgen 
alsdann die aus den täglichen Ablesungen der meteorologischen Instrumente ge- 
bildeten Mitteltemperaturen sowie die Extreme der während der betreffenden 
Dekade beobachteten mittleren Tagestemperaturen. In der letzten Reihe sind schließ- 
lich die Mittelwerte der an den Koppeschen Hygrometern abgelesenen relativen 
Feuchtigkeiten im Innern des Prüfungsapparates angegeben. 
Die Ableitung der für die Güte der Chronometer maßgebenden Zahlen sowie 
die Einteilung der Chronometer in Klassen wurde auf Grund der Bestimmungen 
ausgeführt, welche in der von der Deutschen Seewarte erlassenen Aufforderung 
zur Beteiligung an der 31. Wettbewerb-Prüfung enthalten sind. Diese Bestimmungen 
lauten: 
»Nach beendigter Prüfung werden sämtliche Chronometer, soweit sie sich 
überhaupt als brauchbar für die Schiffahrt erweisen, in vier Klassen eingeordnet, 
für welche die Höchstbeträge der später zu erklärenden Gütezahlen folgender- 
maßen festgesetzt worden sind: 
Klasse I HN IIX IY 
A-+2B+C 2,5050 5.0085ek 6.50%0k 10.008ek 
B 0,7 5sck 1.205ek 1.605ek 2,50%k 
C 0.0105ek 0,.015%e% 0.0255ek 0.050%ek 
Diese Größen A, B und C werden berechnet aus den mittleren täglichen 
Gängen, welche während der einzelnen Dekaden beobachtet worden sind, — Zur 
Bestimmung der Größe A werden die bei gleichen Temperaturen erhaltenen Gänge 
paarweise zu einem Mittelwerte vereinigt; es wird dann die größte vorgekommene 
Differenz dieser Mittelwerte gleich A gesetzt. — Bezeichnet ferner B' die größte 
Differenz der täglichen Gänge von zwei aufeinander folgenden Dekaden, z die 
Differenz der Temperatur während dieser beiden Zeitabschnitte und T die 
Differenz der höchsten und niedrigsten während der Prüfung überhaupt vor- 
zekommenen Dekaden-Temperatur, so ist 
‚„ % 
B=B TR} A 
In dieser Formel sind die algebraischen Vorzeichen von BF’ und A zu be- 
rücksichtigen. — Endlich erhält man den Wert der täglichen Beschleunigung C des 
täglichen Ganges, indem man die Differenz der Gänge bildet, welche während 
zweier zur Mitte der Untersuchungszeit symmetrisch gelegener Dekaden beobachtet 
worden sind, und alsdann diese Differenz durch die Anzahl der zwischen der 
Mitte beider Dekaden liegenden Tage dividiert. Nachdem man in dieser Weise 
-) Der Kürze wegen sind, wie in den früheren Jahren, diejenigen Chronometer als zur Klasse V 
Dicht worden, welche die für die Klasse IV destgesetzten Höchstbeträge der Gütezahlen 
überschritten haben.
	        
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