Ann. d. Hydr. usw., XXXVI. Jahrg. (1908), Heft IX.
301
Bericht über die einunddreißigste, auf der Deutschen Seewarte
abgehaltene Wettbewerb - Prüfung von Marine - Chronometern
(Winter 1907—1908).
Die 31, Wettbewerb-Prüfung von Marine-Chronometern hat in der Ab-
teilung IV der Deutschen Seewarte unter Leitung des Vorstandes derselben,
Professor Dr. Stechert, wie in den Yorjahren stattgefunden; das Ergebnis dieser
Untersuchung ist in dem nachfolgenden Bericht enthalten,
Zu der 31. Chronometer-Wettbewerb- Prüfung waren von neun deutschen
Uhrmachern im ganzen 51 Chronometer eingeliefert worden. Gemäß der im
August v.J. erlassenen Aufforderung zum Wettbewerb wurden diese Instrumente
am 4. November durch eine von der Deutschen Seewarte berufene Sachverständigen-
Kommission in Augenschein genommen, um festzustellen, ob die technische Aus-
führung der Chronometer eine genügende sei, Die Kommission bestand aus
folgenden Herren:
Chronometerfabrikant F. Dencker-Hamburg,
J., E. W. Sackmann- Altona,
« G. Schlesicky-Frankfurt a./M.
und dem Direktor der Uhrmacherschule Prof, L. Strasser-Glashütte i/Sa,
Ferner nahm an der Sitzung teil der Chronometerfabrikant E. Bröcking als
technischer Beirat der Deutschen Seewarte sowie als Ersatzmitglied; außerdem
war auf Verfügung des Reichs-Marine-Amts der Vorstand des Kaiserlichen
Chronometer - Observatoriums in Kiel Korvettenkapitän a. D. Rottok zugegen.
Endlich beteiligten sich an der Sitzung der Direktor der Deutschen Seewarte
(Vorsitzender) und die Beamten der Abteilung IV. Auf Grund des Urteils der
Kommission wurden 4 Instrumente von der Teilnahme an der Wettbewerb-
Prüfung ausgeschlossen.
Gleichzeitig wurden von der Kommission die von den Einlieferern als
»Chronometer deutscher Arbeit« bezeichneten Instrumente einer sorgfältigen
Durchsicht unterzogen. Als Ergebnis dieser Untersuchung kamen die Mitglieder
der Sachverständigen-Kommission zu der Überzeugung, daß kein Grund vor-
handen sei, den deutschen Ursprung der einzelnen Teile der Chronometer in
Zweifel zu ziehen. Die Instrumente wurden demgemäß mit der Anwartschaft auf
Preiserteilung in die Wettbewerb-Prüfung eingestellt,
Die zu der 31. Wettbewerb-Prüfung zugelassenen 47 Chronometer wurden
vor Beginn der eigentlichen Prüfung einer zehntägigen Voruntersuchung
(Nov. 5 bis Nov. 15) bei Zimmertemperatur unterworfen, um den Unterschied
zwischen dem ersten und zweiten Gangtage festzustellen, Sämtliche Instrumente
genügten hierbei den vorgeschriebenen Bedingungen. Diese Chronometer ver-
teilen sich in folgender Weise auf die einzelnen Uhrmacher:
W. Bröcking-Hamburg . . ... 10 Chronometer
L. Jensen-Glashütte i/Sa., .
A, Kittel-Altona . 2.0.0000. 0050
Th. Knoblich (Inhaber A. Meier)-Hamburg
A, Lange & Söhne-Glashütte 1./Sa.. . . .
F. Lidecke-Geestemünde . . . .. ..
A. Mager-Brake a/W., . 0.0.0.0.
F. Schlesicky-Frankfurt a,/M..
C. Wiegand-Peine . 10.00 A
Bei sämtlichen Chronometern war die Bedingung, daß die Reinigung inner-
halb eines Jahres vor der Einlieferung ausgeführt sein müsse, nach Aussage der
Uhrmacher erfüllt; auch waren von letzteren genaue Angaben bezüglich des Ur-
sprungs und des Baues der Instrumente beigefügt worden. Über die Einzelheiten
der Konstruktion dieser Instrumente gibt die folgende Tabelle Auskunft:
Ann, d. Hydr, usw., 1908, Heft IX,