380 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1908,
gelangte nur selten zur Beobachtung. Gewitter traten häufig auf, besonders am
4, 5, 12, 16. und 17, Juni,
An den ersten drei Tagen des Monats herrschte meist heiteres, trockenes
und warmes Wetter, das verursacht wurde durch Gebiete höheren Luftdruckes,
die das deutsche Küstengebiet beeinflußten; am 1. Juni lag ein Hochdrueckgebiet über
Westrußland, an dessen Stelle vom Nordwesten Europas her ein neues trat,
Schon am Abend des 4. Juni kam jedoch das deutsche Küstengebiet in den Bereich
giner Depression, die aus dem hohen Norden südwärts vordrang, Damit trat
ein schroffer Witterungswechsel ein: Starke Abkühlung, Trübung des Himmels
und ergiebige Niederschläge. Im gesamten Küstengebiet wurden Gewitter beob-
achtet, Am 5 Juni setzte die Depression unter dem Nachdrängen eines Hoch-
druckgebietes vom Westen her ihren Weg ostwärts fort und brachte vielfach
stürmische westliche Winde zur Entwicklung. Das kühle und regnerische Wetter
hielt zunächst bis zum 9%, des Monats an, indem neue Tiefdruckgebiete vom
Nordwesten her nach dem Kontinent vordrangen, Nach dem Vorübergang der-
selben drang das genannte Hochdruckgebiet in den Kontinent yor, das auf seinem
Wege nach Osten dem deutschen Küstengebiet am 10, und 11, bei inlandigen
Winden heiteres, trockenes und wärmeres Wetter brachte, das vielfach Gewitter
im Gefolge hatte, Darauf setzte wieder eine Regenperiode ein, die mit wenigen
Unterbrechungen bis zum 19. Tage des Monats anhielt und verursacht wurde
durch eine Folge von Tiefdruckgebieten, die von Westen her in den Kontinent
eindrangen. Eine kurze Unterbrechung dieses Witterungscharakters erfolgte am
15, an der ganzen Küste; ein Hochdruckgebiet war an diesem Tage über
Zentraldeutschland zur Entwicklung gelangt und brachte auf seinem Wege nach
dem Osten dem deutschen. Küstengebiet bei meist schwachen inlandigen Winden
trockenes und heiteres Wetter, das auch noch am 16. und 17. an der Ostseeküste
vorherrschte, Am letzteren Tage erreichten die Temperaturen weist ihren
höchsten Betrag während des ganzen Monats; in Hamburg stieg das Thermo-
meter auf 30,1, in Wustrow auf 286, in Swinemünde auf 29.2 und in Rügen-
waldermünde auf 82,1°, Auch traten an den genannten Tagen ausgedehnte
Gewitter auf, Am 20. Juni setzte alsdann eine bis zum Schluß des Monats an-
haltende Periode trockenen und fast andauernd heiteren Wetters ein. An dem
zenannten Tage drang vom Westen her ein Hochdruckgebiet nordostwärts vor,
las mit seinem Kern vom 22, bis zum 24. Finnland bedeckte, Am 25. entfernte
es sich, und ein neues Hochdruckgebiet folgte ihm von Nordwesteuropa her, so
4aß die Winde während dieser Zeit andauernd aus nordwestlichen bis nordöst-
lichen Richtungen wehten.
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