374 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August. 1908,
Linse ein vertikales Strahlenbündel, das an der Wasseroberfläche als heller Fleck
erscheint und dort die Leuchttonne ersetzen soll. Entsprechend der Fahrwasser-
seite können diese Lichter auch farbig gehalten sein, Den Strom liefert eine
Dynamomaschine am Lande, Man kann die Lampen beliebig dicht anbringen;
vom Erfinder angestellte Versuche sollen ergeben haben, daß zwei bis drei
Lampen auf je 1 Sm Strecke vollauf genügen, um bei einem einigermaßen
geraden Fahrwasser die Fahrwasserkonturen festzulegen. Die Stromkabel kann
man fest auf dem Meeresboden verankern, während die Lampenkabel biegsam
zo damit verbunden sind, daß sie der Wasserbewegung folgen können, Die
Schwimmkraft der Lampen genügt gerade, um diese in aufrechter Lage zu er-
halten, ohne einen Zug auf das Stromkabel auszuüben,
Diese unterseeische Beleuchtung würde gegenüber den Leuchttonnen auch
den Vorteil haben, daß auch Unterseeboote danach steuern könnten und daß sie
sich im Kriege beliebig auf einmal an- und abstellen ließe, je nachdem, ob feind-
liche oder eigene Schiffe sich dem Fahrwasser nähern,
Zur Reparatur oder zum Auswechseln von Lampen müßte man das Strom-
kabel mittels Draggen fischen, oder man könnte die Lampenkabel für sich ver-
ankern und die Verbindungskabel so lang machen, daß sich jede Lampe einzeln
aufnehmen ließe, ohne das Hauptkabel in Mitleidenschaft zu ziehen. Tietz
3, Südlicht. Herr Kapt. H. Schmidt vom D, »Linden« berichtet der
Seewarte, wie folgt:
Am 10, November 1907 in 46° 20'S-Br. und 117° O-Lg. 10% N. beobachteten
wir ein außerordentlich helles Südlicht (Aurora australis). Der dunkle Bogen
war vom Horizont etwa 20° hoch und erstreckte sich von Ost nach Westsüdwest.
Der Mittelpunkt des Bogens schien etwas Ost von Süd zu liegen (dem magnetischen
Pol zu, Vom Bogen aus liefen die Strahlen aufwärts bis etwa 50° Das ganze
Bild änderte sich häufig, indem der Bogen zum Teil verschwand und die Aus-
strahlung teilweise aufhörte, später wieder mit sehr intensiver Helle (mondhell)
ganz ausgeprägt hervortrat, Häufig wälzten sich Lichtwellen, für kurze Zeit
mit großer Geschwindigkeit, von den Strahlen nach dem Zenit.
Die Farbe des Südlichtes war gelblich-weiß wie beim Mond; die intensiven
Strahlen spielten ins Bläuliche. Kurz nach 12% verschwand die Erscheinung, der
Himmel bezog mit Cumulus-Wolken.
Neuere Veröffentlichungen.
A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben.
Reichs-Marine- Amt, Segelhandbuch für das Mittelmeer, VI. Teil (Adriatisches
Meer). Mit 308 Küstenansichten, die in einem besonderen Beiheft später er-
scheinen werden. 8% 6008, Berlin 1907. In Vertrieb bei E.S. Mittler & Sohn.
Geb. 3.004, . nn .
Im Segelhandbuch für das Mittelmeer, VI, Teil, ist das Adriatische Meer bis zur Verbindungs-
linie By Santa Maria di Leuca — Golf von Arta beschrieben. Als Quellen für die Bearbeitung dienten
chen den neuesien italienischen, Österreichischen und britischen Admiralitätskarten die neuesten
brätischen und französischen Segelhandbücher, hauptsächlich aber das neueste Österreichische Sogel-
handbuch für die Adria, dem auch die Anyaben über Wind und Wetter, Strömungen, Gezeiten,
Damapfer- und Seglerwege entnommen sind, Außerdem wurden eine ganze Anzahl von Berichten
Kaiserlicher Konsul und von Kapitänen der Krieos- and Handelsmarine sowie Berichte aus den
‚Anm. d. Hydı. usw.2 und aus dem »Piloten, neue Folge: mit verwertet, Die Schreibweise der Namen
entspricht den neuesten italienischen und Österreichischen Karten.
A. P. W. Williamson: Magnetism, Deviations of the Compass, and Compass
Adjustment for practical tise and B. 0, T. Exams, 8°, 1005. Glasgow 1908,
120 ME .
Nach der Vorrede ist es die Absicht des Verfassers, in dem Buche die vielen Schwierigkeiten
ac überwinden, die «ie Lehre rom Magnetismus und dessen Einwirkung auf den Kompaß für den An-
finger bieten. Er will deshalb die elementaren (Gesetze des Magnetismus — wie ein eixernes Schiff
nagnetisiort wird und wie man die verschiedenen störenden Krätte aufbebt — sorgfältig auseinander.
;jetzen. und die Darstellung dureh viele, meist kolorierte Figuren unterstützen, Um das Buch voll.
stämdiger in sich: zu machen, sind die Fragen für die Prüfung zum »Master of Foreigm-going Ships«
and der »Syllabus« für die freiwillige Prüfung in Deviation nnd zum »Extra Master: angefügt,