Mars, 8.: Ortsbestimmung auf See durch Standlinien unter Anwendung «d, Stundenwinkelformel usw. 365
man, daß die Standlinie innerhalb dieser Grenzen praktisch mit der Höhengleiche
zusammenfällt, da bei h == 85° der Unterschied nur 0,5’ ist und die Standlinie
durch den wahren Schiffsort geht. Dies ist wohl das Allerhöchste, was man
von einem geometrischen Ort verlangen kann. Ob der Bestimmungspunkt mehr
oder minder dem wahren Schiffsort sich nähert, hat wenig Wert in der Praxis, da
Richtung und Entfernung unbekannt sind, Aus folgendem ergibt sich, daß die
Resultate noch günstiger sind, wenn wir die Abweichung der Standlinie vom
Krümmungskreise (die Projektion der Höhengleiche in der wachsenden Karte)
berechnen,
Darstellung der Höhengleiche in der Karte. Abweichung der Standlinie.
In der gebräuchlichen Seekarte oder der Merkatorkarte erscheint die
Höhengleiche nicht als Kreis, sondern als eine umständlich wiederzugebende
Kurve. Alle diejenigen Höhengleichen, die einem Zenitabstand entsprechen, der
kleiner ist als der Polabstand des Gestirns, haben in der wachsenden Karte
egNliptische Form. Diejenige, für die der Zenitabstand gleich dem Polabstand des
Gestirns ist, geht selbst durch den Pol und hat eine parabolische Gestalt, Die-
jenigen endlich, deren Zenitabstand größer ist, zeigen eine Form wie eine Sinus-
linie (siehe »Lehrbuch der Navigation« $ 150 und $ 199).
Ist r' der Krümmungshalbmesser, dann hat man r’ = cosh-secd-sect. 3438,
Für den Halbmesser der Höhengleiche fanden wir r = 3438’. cos h, also
r = r-secö-sect, woraus r' Zr.
Die Länge der Tangente ] ist für n’ Abweichung von der Höhengleiche
l= ]2.n.r oder n = Sr Für die Abweichung vom Krümmungskreis hat man
also nn‘ =- Ber woraus
n:n = sL ; = = Yır= scd.sect:1 und n‘ n.CO8d-Cast.
dr Du
Seizt man für t< 1,5% = 22,5° sect = 1, dann erhält man die Regel: der
Teil der Höhengleiche in der wachsenden Karte, wofür t << 22.5° = 1.5% ist ein
Bogen eines Kreises, welcher Halbmesser 3438’.cosh -secdj ist, Auf der Grenze
der Nebenmeridianbreite und Chronometerlänge ist deswegen die Abweichung
der Standlinie von der Höhenkurve 1’-cosd-cost.
Für n’ Abweichung der Tangente vom Krümmungskreis ist gefunden
nF Ag 00s00h Az
2. 5 Qur.secd.sect
Für zwei Beobachter auf derselben Höhengleiche mit Gleiche dg erhält man dann
__ (dp)? cos? Az __ (dg)?- cosec? Az
EDS,
woraus
N: D, = cos? Az «COS, : COSeC? Az, + COB fg
oder My + DOSEC? A Zn > COS ty
Days A A
Ccosee? Az, «COS
Setzt man cost, = 1, wenn die erste Beobachtung in der Nähe des Meridians
gemacht ist, dann ist:
coset A z.1>
= N, nn) .C08 tr
Hieraus ersieht man leicht, wie groß der Einfluß des Azimuts auf die Abweichung
der Standlinie von der Höhenkurve ist, Da die Längenmethode auf der Grenze
nur 1’.cosö.eost Abweichung der Tangente gibt, so ist es klar, daß die Ab-
weichung bei einer kleinen Zunahme vom Azimut bald stark abnehmen wird und
keinen praktischen Wert mehr haben kann, Im Zusammenhang mit der Tabelle für
die Grenzen des Azimuts sind vielleicht einige Beispiele von Nutzen,
Nehmen wir g= 10°, d==4 5°, t= 26, dann ist Azı = 37°, Az, == 52°.
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Die Abweichung der Standlinie ist 1’- oa = 00,
Ang. d. Brüdr, asw., 1908, Heft VL