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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

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Amnalen der Hrdrographie md Maritimen Meteorologie, August 1908, 
and bei Ebbestrom im Mittel 0.06 bis 0.10 m p. Sek, An einzelnen Tagen der 
Monate August und September nimmt die Geschwindigkeit der Flut während 
kräftiger N-Winde bis 0.45 bis 0.50 m p. Sek, und die der Ebbe an einzehmen 
Tagen der Monate Januar und Februar während starker S-Winde bis 0,40 
bis 0.45 m p. Sek, zu, 
Im See Timsah ist nur bei den beiderseitigen Kanalmündungen einige 
Geschwindigkeit beobachtet, 
Zwischen See Timsah und.den Großen Bitterseen ist die Geschwindigkeit 
im Kanal in der Regel gering. Durch den Einfluß des Windes entsteht in den 
Monaten Mai bis September eine Strömung von N nach S mit 0.11 bis 0.12 m 
p. Sek, und höchstens 0.25 m p. Sek, in den Monaten November bis Mai eine 
Strömung von S nach N mit 0.08 bis 0.09 m p. Sek, und höchstens 0.10 m p. Sek, 
An einzelnen Tagen ist die Geschwindigkeit jedoch größer, nämlich im Sommer 
während kräftiger N-Winde von N nach S bis 0.45 bis 050 m pp. Sek. und im 
Winter während heftiger S-Winde von S nach N mit 0,40 bis 0,50 m p. Sek, Keine 
Geschwindigkeit ist bei dem nördlichen Leuchtfeuer der Großen Bitterseen, wie 
im Südende der Kleinen Bitterseen. 
In der Kanalstrecke Kleine Bitterseen—Suez ist die von der verhältnis- 
mäßig großen Flutgröße des Roten Meeres beherrschte Stromgeschwindigkeit 
größer als in der Kanalstrecke Bitterseen— Port Said, Die Maximalgeschwindigkeit 
des nördlichen Flutstromes beträgt bei Springfluten in den Monaten Mai und 
November 0.80 bis 0,90 m p. Sek. und in den Monaten Januar und Februar 
1.15 bis 1,85 m p. Sek,, die des südlichen Ebbestroms in den Monaten Mai und 
November 0,75 bis 0,80 m p. Sek, und in den Monaten Juli und August 1,20 m 
bis 1.25 m p. Sek, Außerhalb der Kanalmündung bei Suez ist keine Geschwindigkeit 
peobachtet worden. 
Weitere Beobachtungen über Richtung und Geschwindigkeit der Strömungen 
fanden nach dem Jahre 1887 in dem vergrößerten Kanalprofil auf der Strecke 
Bitterseen—Suez statt, Eine Vergleichung der Beobachtungen vor und nach 
dieser Vergrößerung ergibt folgendes: 
In der vergrößerten Kanalstrecke war der mittlere höchste Wasserstand 
0.145 m niedriger, und der mittlere niedrigste Wasserstand 0.055 m höher als die 
mittleren höchsten und niedrigsten Wasserstände des Roten Meeres bei Suez. In 
der nicht vergrößerten Kanalstrecke waren diese Unterschiede 0,225 m niedriger 
und 0.19 m höher, In dem vergrößerten Kanal stieg also die Flut höher und 
Gel die Ebbe tiefer als wie in dem nicht vergrößerten Kanal, wogegen die Ge- 
schwindigkeit des einströmenden Flutwassers und des ausströmenden Ebbewassers 
in dem vergrößerten Kanal mit 37 m Sohlenbreite geringer als in dem ur- 
sprünglichen Kanal mit 22 m Sohlenbreite wär, 
Aus diesen Beobachtungen kann abgeleitet werden, daß in dem nunmehr 
in der ganzen Länge vergrößerten Kanal (37 m Sohlenbreite, 9 m Tiefe) die 
Geschwindigkeit des Stromes bei Flut und bei Ebbe geringer als vor der Ver- 
pgrößerung ist, sowie daß bei der weiteren in. Aussicht genommenen Vergrößerung 
des Kanalprofils bis auf 65 m bzw. 75 m Sohlenbreite und. 10 m Wassertiefe dieser 
Unterschied noch zunehmen, und der Wasserstand des Kanals und vielleicht auch 
der in den Bitterseen, bei Flut höher steigen und bei Ebbe niedriger fallen wird 
als wie jetzt der Fall ist. Ay. AH 
(Nach der Tyaschr, v. h, Kon, Inst. v, Ingenieurs 1902/03, I, Lifg.}
	        
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