346 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1908,
wie oft das Vorzeichen der Abweichungen und der Änderungen von Swinemünde
im Nov./Dez. in den nachfolgenden Monaten Januar bis März und in dem Quartal
Jan./März als ganzem mit den Vorzeichen der Abweichungen und der Änderungen
der Christiansund-Temperatur übereingestimmt hat. Das Ergebnis findet sich
nebst demjenigen der gewöhnlichen umgekehrten gleichartigen Prognose von
Christiansund auf Swinemünde nachstehend.
Tabelle VI
Erfolg der Temperaturprognose von November Dezember,
auf Januar.
Februar . .
Mürzg . 04
Januar: März . }
Von Christiansund für Swinemünde
Abweichung Änderung
58%
84
72
61
56%
68 ©
69
69
Von Swinemünde für Christiansund
Abweichung
Änderung
*
2
|
Y
As
Di
68
BO
AS
z
Der Erfolg dieser Prognosen ist durchweg klein ausgefallen, ist aber für
die Prognose von Swinemünde auf die Temperatur von Christiansund nur für
März erheblich kleiner, während er in den beiden anderen Monaten und für das
Vierteljahr als ganzes nur wenig geringer als für die umgekehrte Prognose aus-
gefallen ist, so daß jedenfalls die Möglichkeit der umgekehrten Temperatur-
prognose für Christiansund auf Grundlage von Temperaturbeobachtungen an
der deutschen Küste bis zu einem gewissen Grade hervortritt,
Bei der Beurteilung der Prozentwerte der Stimmigkeiten müssen wir im
Auge behalten, daß sie zum Teil durch die Festsetzungen über ihre Berechnung
beeinflußt werden, wie solche nicht zu vermeiden sind, da es sich nicht allein
um zu vergleichende positive und negative Werte, sondern auch um den Wert
Null in den zu vergleichenden Reihen handelt, und es gewiß angebracht ist, zu
vergleichende geringfügige Werte entgegengesetzten Vorzeichens in besonderer
Weise zu berücksichtigen, Die Art der Auszählung der Stimmigkeiten vermag
in dieser Weise den Einfluß auszuüben, daß 50%, nicht genau den Wert darstellt,
der völligen Indifferentismus anzeigt, und daß die berechneten Werte etwas zu
hoch oder zu niedrig ausfallen. Einen besseren Einblick in die hier auftretenden
Temperaturverhältnisse würde man bei Durchführung der Untersuchung mit
Monatsmitteln statt der Quartalsmittel gewinnen, falls die entsprechenden Beob-
achtungsreihen von einem erheblich längeren Zeitraume zur Verfügung ständen,
und man würde dabei auch einen gewissen Einblick in das Wesen der beob-
achteten Temperaturstörungen gewinnen müssen,
Jedenfalls aber dürfen wir auf Grund der bisherigen Untersuchungen als
erwiesen ansehen, daß wir es für Nordwest- und Mitteldeutschland ähnlich wie
Für die Meerestemperaturen an der norwegischen Küste einerseits mit einer
gewissen Erhaltungstendenz der Temperaturabweichungen und der Änderungen
der Temperatur von Jahr zu Jahr, und anderseits mit Unterbrechungen der
Kontinuität zu tun haben, die zu bestimmten Zeiten des Jahres auftreten und
insbesondere die Wirkung ausüben, daß die Temperatur von Jahr zu Jahr ganz
überwiegend abwechselnd steigt und sinkt. Als erwiesen darf ferner angesehen
werden, daß die Temperatur der Meeresoberfläche an der norwegischen Küste
eine große Übereinstimmung mit jenen Schwankungen besitzt, teilweise aber auch
Verhältnisse aufweist, die von denen der Lufttemperaturen abweichen, und daß
die Lufttemperatur an der norwegischen Küste mehrfach besser mit der Tem-
peratur Mitteleuropas in ihrem Verhalten übereinstimmt als jene Meeresober-
Mächentemperatur, Hier möge noch angeführt werden, daß aus Tabellen, die
Meinardus!l}) gegeben hat, eine Abhängigkeit jener Meeresoberflächentemperatur
:y Meinardus: »Periodische Schwankungen der Eistrift bei Island.« Ann, d, Hydr, new.
XXXIV, S., 1906,