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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

340 Annalen der Hydrograpbie und Maritimen Meteorologie, August 1908, 
Maxima im Februar und August und finden das Maximum der warmen Jahres- 
zeit sogar etwas größer als das der kalten, während die Temperatur von Swine- 
münde nur eine einfache Schwankung im Jahre aufweist und dasselbe auch für 
Christiansund gilt, falls man nicht den kleineren Unebenheiten der Kurve der 
Änderung für Christiansund eine reelle Bedeutung beimessen will. Für Christian- 
sund fällt das Maximum der mittleren Größe der Abweichung und der Anderung 
von Jahr zu Jahr auf Februar mit demjenigen der Meerestemperatur, in Swine- 
münde aber früher, auf den Januar, während die Minima der beiden Luft- 
temperaturen ungefähr mit dem sommerlichen Maximum der mittleren Abweichung 
und Änderung der Meerestemperatur zusammentreffen. Wir sehen hier also ein 
verschiedenes Verhalten der Temperaturen des Meeres und der Luft. Ob jenes 
sommerliche Maxinum der Veränderlichkeit jener Meeresoberflächentemperaturen 
auch dem Golfstrom zukommt, oder vielleicht eine Eigentümlichkeit jener Meeres- 
5berflächentemperaturen an der Küste darstellt, bedarf weiterer Feststellung. 
Daß wir gegen das Verhalten der Lufttemperatur abweichende Verhältnisse an- 
treffen, würde anderseits erklärlich sein, da das Meer sich unter der Einwirkung 
der Insolation wesentlich von oben nach unten und die Luft von unten nach 
oben erwärmt, und wärmere Luft aufsteigt, während wärmeres Wasser — ab- 
gesehen von dem etwaigen Einfluß von Dichtigkeitsänderungen infolge der Ande- 
rungen seines Salzgehalts — keine Neigung zur Ortsveränderung in senkrechter 
Richtung besitzt, N 
Die mittlere Größe der Änderung der Monatsmittel von Jahr zu Jahr 
schwankt bei der Meerestemperatur an der norwegischen Küste zwischen 0.6° und 
1.4°, bei der Lufttemperatur von Christiansund zwischen 1.3° und 2.,5° und bei 
der Temperatur von Swinemünde zwischen 1.1° und 2.9°; die mittlere Größe der 
Abweichung der Monatsmittel zeigt als Höchstwert bei den Meerestemperaturen 
1.1°, bei der Temperatur von Christiansund 1.7° und bei derjenigen von Swine- 
münde 2,0°, und als den niedrigsten Wert der Reihe nach 0.4°, 1.0° und 0.8°. 
Um das Verhalten der Vorzeichen der Abweichungen und Änderungen noch 
in anderer Weise zu untersuchen und dabei der von Pettersson und Meinardus 
behandelten Temperaturprognose näher zu kommen, wurde ausgezählt, wie oft 
sich das einem der Quartale Nov./Jan,, Febr./April, Mai/Juli, Aug,/Okt, zukommende 
Vorzeichen «der Abweichung sowie der Änderung in dem nächst-, dem Zzweit- 
nächst-, dem drittnächst- und dem nach einem Jahre folgenden Quartale wieder- 
nolt; die so erhaltenen Prozentzahlen haben mit bezug auf das nächstfolgende 
Quartal die Bedeutung des Erhaltungsprozents der Vorzeichen, für die folgenden 
aber charakterisieren sie nur die Stimmigkeit mit den vorangehenden. Bei dieser 
Auszählung wurde in allen Fällen, wo einer der in bezug auf ihr Vorzeichen zu 
vergleichenden Werte Null war, eine halbe Zeichenübereinstimmung gerechnet, 
ausgenommen dann, wenn die algebraische Differenz der zu vergleichenden Werte 
nicht größer als 0,2° war, in welchen Fällen stets eine volle Übereinstimmung 
gezählt wurde, Benutzt wurden die Beobachtungsreihen bis 1906, und es wurde 
die Auszählung für die Meeresoberflächentemperaturen an der norwegischen 
Küste sowie die Lufttemperatur von Christiansund und die vier Stationen an 
ler Küste in derselben Weise durchgeführt. Der das Ergebnis enthaltenden 
Tabelle I dürfen wir, wenn auch die Kürze der Beobachtungsreihen viele Zu- 
fälligkeiten verschuldet haben wird, doch einige Beziehungen als ziemlich ver- 
bürgt entnehmen, von denen die folgenden hervorgehoben werden mögen. 
1, Die Meerestemperatur zeigt hinsichtlich der Abweichung wie der Ände- 
rung im nächstfolzenden Quartal meist größere Übereinstimmung der Vorzeichen 
als die Lufttemperaturen; der große Betrag der Erhaltung von Mai/Juli zu 
Aug./Sept. findet sich bei den übrigen Temperaturen nicht, während das Maximum 
von Nov./Jan. zu Febr./April meist auch sonst hervortritt. Die Tabelle enthält 
noch einige Prozentwerte für die Zeichenübereinstimmung zwischen dem Zeit- 
caum Sept./Jan, und dem nachfolgenden März/April als denjenigen Zeiträumen, 
lür die Meinardus eine große Stimmigkeit hinsichtlich der Änderung bei dem 
Vergleich der Gradienten Kopenhagen-—Styckisholm und der Temperatur von 
Orten Mitteleuropas gefunden hat; die Meerestemperaturen ergaben für diese
	        
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