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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1905,
Infolge der nordostwärts gerichteten Ausbreitung des genannten Hoch-
druckgebiets über Südwesteuropa verlagerte sich der Ausläufer der ozeanischen
Depression unter Abnahme des Umfangs nordostwärts, so daß sich nach ver-
änderlichen Winden am 8, an. der ganzen Küste westliche Winde einstellten und
bei deren Fortdauer am 10. und 11, im Bereiche des Hochdruckgebiets wieder
trockenes, an der Nordsee teils heiteres, teils nebliges, an der Ostsee am 11,
meist heiteres Wetter beobachtet wurde; nur an der pommerschen Küste brachte
ein flaches Teilminimum am 10, noch etwas Regen,
Eine Überraschung brachte die Entwickelung der Wetterlage vom 11.
zum 12,, indem sich aus einem Machen, am Morgen des 11, von der Biscayasee
asch Südfrankreich reichenden Ausläufer ein Teilminimunm entwickelte, das unter
Vertiefung bis zum folgenden Morgen nach der Nordsee vordrang, Hiermit
wurde eine neue Regenperiode eingeleitet, die bis zum 17. anhielt, indem auf
jenes Minimum, das sich weiter nach Nordwestrüßland verlagerte, ein zweites
von Irland über die Nordsee nach Westrußland ziehendes Teilminimum fokzte,
Wiederum führte die Ausbreitung des im Südwesten liegenden HNochdruck-
gebietg am 19, und 20, an der Küste trockenes und vorwiegend heiteres Wetter
bei westlichen Winden herbei, nachdem. ein über Westrußland hinwegziehendes
Minimum an der Östsee noch vereinzelte geringfügige Regenmengen und die
eingangs angeführten stürmischen Winde gebracht hatte. Doch auch dieses
trockene Wetter war von kurzer Dauer, Nachdem das Hochdruckgebiet vom
16. bis 20. seinen Kern über der Biscayasee langsam nordwärts verlagert hatte,
drang es unvermutet in der Nacht zum 21, schnell ostwärts nach Mitteleuropa
vor, während sich in seinem Rücken eine neue ozeanische Depression einstellte,
die von ihrem Minimum nordwestlich von Schottland in einem Ausläufer bis
nach den Pyrenäen reichte, Hiermit begann eine neue Periode von Nieder»
schlägen im Gefolge von Ausläufern, die durch ausgebreitete Gewitter am 21,
ostwärts bis Mecklenburg und vom 22. bis 25, von Rügen ostwärts ausgezeichnet
warn Eine unauffällige Wandlung erfuhr die Wetterlage am 23, indem sich aus
einem von England nordostwärts nach der Nordsee reichenden Keil hohen
Druckes ein Teilmaximum entwickelte, das bis zum Abend des 24. nach Nord-
skandinavien vordrang; unter seiner Einwirkung stellten. sich am Morgen dieses
Tages unerwartet Nordostwinde an der Küste ein, da gleichzeitig eine flache
Depression über Ostdeutschland nordwärts im Vordringen war, Diese trat im
Rücken des genamten Teilmaximums durch eine Furche niedrigen Druckes mit
ler ozeanischen Depression in Verbindung und erhielt sich, vorübergehend etwas
vertieft, über Südschweden bis zum 27,
Nachdem das Hochdruckgebiet vom 26. zum 27. Mai über der Biscayasee
nordostwärts vorgedrungen war, setzte es seinen Weg in den folgenden Tagen
Aber Mittelskandinarvien bis Rußland fort, so daß nach Winden aus westlichen
Richtungen vom 25, zum 27, im der folgenden Nacht Winde aus östlichen
Richtungen an der Küste einsetzten, die bis Ende des Monats anhielten und das
angegebene starke Steigen der Temperaturen zur Folge hatten. Ein am 30.
vom Alpenvorland nach der Nordsee vordringender Ausläufer einer Depression,
die sich über der Biscayasee eingestellt hatte, brachte an der ganzen Küste an
diesem Tage Gewitter und ostwärts bis Pommern Regen, und auch der 30, führte
der Küste auf der Südwestseite des genannten Hochdruckgebietes an der Ostsee
Gewitter und an der pommerschen Küste Regen herbei; sonst war das Wetter
an der Nordsee seit dem 27, an der Ostsee seit dem 28, trocken und, abgeschen
vom 30, vorwiegend heiter. Am 30, und 31, lagen die Morgentemperaturen ar
der ganzen Küste über den normalen. Werten — von der Oder ostwärts am 31
am 8 bis 10° -_—, was an keinem der übrigen Taye des Mai der Fall war.
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